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Veröffentlicht am  16.06.11, 13:43 Uhr von  

China: Gefängnisstrafen für unerlaubte Weitergabe von iPad-2-Design

Volksrepublik ChinaIn der südchinesischen Technologiemetropole Shenzhen sind drei Mitarbeiter verschiedener Elektronikkonzerne zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie in die Weitergabe von geheimen Informationen über das iPad 2 verwickelt waren.

Betroffen sind Xiao Chengsong, der Geschäftsführer von MacTop, einem im Perlflussdelta ansässigen Hersteller von Mac- und iPod-Zubehör, sowie die Foxconn-Angestellten Lin Kecheng und Hou Pengna. Angaben des offiziellen Sina-Weibo-Accounts (eines der chinesischen Twitter-Pendants) des Volksgerichts von Shenzhen zufolge hatte Xiao dem mittlerweile nicht mehr für Foxconn tätigen Hou ¥20.000 (etwa 2200€) und Rabatte für die firmeneigenen Produkte für Informationen über das iPad 2 angeboten. Hou hatte dann im September 2010 Lin aufgesucht, der in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Foxconn arbeitete, und für Fotos der iPad-2-Rückseite bezahlt.

Unter anderem durch diese Informationen war es mehreren chinesischen Herstellern bereits im Dezember 2010, also mehrere Monate vor der Vorstellung des Apple-Tablets, möglich gewesen, Schutzcases zu entwickeln und zu produzieren: Die genaue Position des SIM-Kartenslots, der rückseitigen Kamera und des neuen Lautsprechers war ihnen so schon im Voraus bekannt.

Der Auftraggeber Xiao wurde nun zu 18 Monaten Haft und ¥150.000 (ca. 16.000€) verurteilt, während die Handlanger Lin und Hou mit 14 Monaten und ¥100.000 respektive einem Jahr und ¥30.000 eine etwas mildere Strafe erhalten haben. Selbst die Geldstrafe allerdings dürfte die beiden allerdings bereits an den Rand des Ruins treiben, denn die Monatslöhne in der südchinesischen Boomregion liegen zumeist zwischen 200€ und 300€.

Während die Gefängnisstrafe insbesondere für die beiden “kleinen” Angestellten sicher als hart bezeichnet werden kann, ist hier ein Zusammenhang mit der generellen Situation bei den Technologieriesen in Südchina nicht zu leugnen. Möglicherweise soll das Urteil ein Exempel statuieren, damit derartige Vorfälle in Zukunft ausbleiben.

Bereits im Dezember waren in einem solchen Fall drei Personen verhaftet worden, Ende April wurde bekannt, dass sie offiziell vor Gericht angeklagt wurden. Zwar wurden in den damaligen Nachrichten keine Namen genannt, doch ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den Personen um Xiao, Lin und Hou gehandelt hat.

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