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Veröffentlicht am  17.06.11, 12:16 Uhr von  mz

Numero Group: iTunes Match legalisiert Piraterie

Apple iCloudDie Plattenfirma Numero Group wird sich nicht am mit der iCloud vorgestellten Musikerkennungsdienst iTunes Match beteiligen. Angaben des Unternehmens zufolge werden durch den neuen Dienst Gesetze, die die Kompositionen und Urheberrechte schützen, “mit Füßen getreten”.

Während die “Big Four” der Musikindustrie (Universal, Sony, Warner und EMI) allesamt Vereinbarungen mit Apple bezüglich iTunes Match abgeschlossen haben, weigert sich Numero mit der Begründung, dass derartige Verträge eine große Gefahr für die von dem Label vertretenen Künstler darstelle. Die Zusammenarbeit mit Apple werde daher abgelehnt.

Numero allerdings ist eine eher kleine Plattenfirma, die besonders um Soul- bzw. R&B-Musiker betreut, denen bei der Erstveröffentlichung ihrer Werke der große Erfolg versagt blieb, und diese neu auflegt. Wie Cult of Mac richtigerweise anmerkt, können gerade solche Interpreten von iTunes Match profitieren, denn gerade schwer erhältliche Geheimtipps oder ältere Tracks fallen in den selteneren Fällen illegalen Downloads zum Opfer.

Für Liebhaber von Numero-Interpreten, die überwiegend in den USA zu finden sein werden, ist die Verweigerung zur Zustimmung der Spiegelung ihrer Musik auf Apples Servern allerdings kein Beinbruch: Zwar wird so die eigentliche Funktionsweise der iCloud so nicht möglich sein, aber niemand kann Musikfans (oder Apple) daran hindern, die Musik bei Bedarf trotzdem in die eigene iCloud hochzuladen. Hierzulande wird der Musik-Synchronisationsdienst ohnehin erst frühestens Mitte des kommenden Jahres verfügbar sein.

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 8 Kommentar(e) bisher

  •  omg sagte am 17. Juni 2011:

    Tja, die Kehrseite der Medaille für die “Rechteinhaber” – laut einer Umfrage auf Apfeleimer scheint man von einer Zunahme der Piraterie durch iTunes Match auszugehen:

    http://apfeleimer.de/2011/06/apple-icloud-mit-itunes-match-illegale-downloads-musik-tauschboersen-raubkopierer-legalisieren

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  •  XPert sagte am 17. Juni 2011:

    Naja, im Grunde ist es ja offenbar möglich, MP3-Dateien die zum Beispiel über das Ur-Napster oder Morpheus/Kazaa “erworben” wurden, “reinzuwaschen”..

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  •  Karsten sagte am 17. Juni 2011:

    Also ich finde die Aussage, dass durch iTunes die geklaute Musik legalisiert wird für falsch – sie bleibt geklaut. Also von »Legalisierung der Piraterie« kann da meiner Meinung nach keine Rede sein. Wenn ich ein geklautes Auto lackiere, bleibt es doch immer noch geklaut, oder?

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  •  mz sagte am 17. Juni 2011:

    Karsten: Ich glaube nicht, dass das positiv gemeint ist. “Legalisierung der Piraterie” bedeutet keineswegs, dass ein Straftatbestand aufgehoben wird. Numero hält iTunes Match aber für falsch und möchte nicht daran teilnehmen, weil es Urheberrechte verletzt sieht. Der Titel zeugt vielmehr von einer gewissen Polemik, die immer wieder in solchen Fällen benutzt wird.
    Anders herum: Numero behauptet nicht, dass illegal beschaffte Musik nicht mehr geklaut wäre, wenn man sich beteiligen würde, sondern dass die Teilnahme negative Folgen für die Musikindustrie und insbesondere die Künstler haben würde.
    Und selbst, wenn es so wäre: Sollten sich sowohl Apple als auch die “Big Four” in illegalen Sphären bewegen, hätte dies ein Gericht zu entscheiden und sie der Verletzung von Urheberrechten zu überführen.

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  •  brian sagte am 17. Juni 2011:

    @karsten
    warum setzen immer alle “verfielfältigen” von musik bzw software mit klauen gleich? es sind keine physischen sachen im klassischen sinne und bedürfen so auch einer anderen behandlung, da ja niemanden der gegenstand an sich weggenommen wird! d.h. nicht, dass es ok ist aber es ist definitiv etwas anderes, auch wenn die alten herren die die macht haben das noch längst nicht begriffen haben und uns durch ihre gehirnwäsche in den medien das einreden wollen!

    wenn itunesmatch wirklich die lieder mit den 256k versionen aus der itunesbibliothek ersetzt, dann wüsste ich auch nicht, wie man dann noch diese songs als “raubkopiert” erkennen will? also macht man doch alle songs legal und offiziell, wenn es die gleiche version ist, wie die auch so gekaufte von itunes!

    man kann apple dahingegen immer wieder nur loben!
    als die verkalkten alten leute von den plattenlabeln noch am rumpiesern gegen napster waren, hat apple itunes gestartet und hat leuten legal eine chance gegeben musik online zu erwerben!
    danach hat apple sich gegen DRM stark gemacht, was auch ein riesen schritt war!
    und jetzt versucht man den ganzen “sumpf” der piraterie aus der schmuddelecke zu holen, was der nächste große schritt ist!
    dieser service gekoppelt mit so etwas wie simfy oder spotify ist die zukunft und sehr begrüßenswert wenn riesen wie apple sich dafür einsetzen!

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  •  Wince sagte am 17. Juni 2011:

    Entweder ich hab die Kritik von “numero Group” falsch verstanden oder sie ist völlig schwachsinnig, da die Lieder irgendwann ja so oder so illegal heruntergeladen werden müssen, und dabei auch die Verfolgung stattfindet. Wer will den nach 2 Monaten noch beweisen ob das Beatles Album auf meinem PC aus dem Radio mitgeschnitten, von einem Freund kopiert, von der eigenen CD kopiert oder illegal downgeloadet

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  •  @dabohne sagte am 17. Juni 2011:

    RT @Macnotes: Numero Group: iTunes Match legalisiert Piraterie http://macnot.es/63445

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  •  stadtkind sagte am 17. Juni 2011:

    Nur mal rechnerisch gesehen … aktuell verdient die Musikindustrie an den Raubkopierern gar nichts. Wenn jetzt jedoch bspw. 100.000 Raubkopierer meinen “Joa, netter Dienst – nutze ich!” Dann müssen diese 100.000 doch etwa 25 USD / Euro pro Jahr zahlen, richtig? Das wären dann 2,5 Mio. USD / Euro.

    … ist doch besser als gar nichts?! Okay, davon geht ein Teil an Apple und es wird auf die 5 Labels verteilt, aber was, wenn aus den 100.000 1 Million werden?

    Denkfehler oder die Realität?

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