Samsung dementiert Treffen mit Apple über Rechtsstreit

mz, den 22. Juni 2011

Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Hochtechnologiekonzernen erreicht merkwürdige Sphären: Im Streit über die Vorabansicht von Prototypen neuer Geräte spricht Apple von gemeinsamen Gesprächen zur Beilegung des Konflikts. Samsung aber will von diesen Treffen nichts wissen.

Am Montag hat das U.S.-Bezirksgericht in Nordkalifornien entschieden, dass Apple Samsung nicht umgehend Vorserienmodelle des iPhone 5 und des iPad 3 zuleiten muss, damit diese von den Koreanern im Hinblick auf die verbaute Technologie zu überprüfen. Offiziell wollte Samsung so in den eigenen nächsten Geräten der Galaxy-S- und -Tab-Reihe eine Verletzung von Patenten vermeiden, die Apple gehören.

Apple hatte zuvor ebenfalls „Produktproben“ von Samsung-Geräten angefordert, die zwar noch nicht in den USA, aber in anderen Teilen der Erde bereits auf dem Markt waren.

Gleichzeitig kann Apple nach dem Gerichtsurteil aber auch keine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf der neuen Samsung-Geräte erwirken, was dem Unternehmen aus Cupertino wiederum ein Dorn im Auge sein wird.

Die Richterin Lucy Koh hat beide Seiten bereits letzte Woche dazu ermutigt, sich „gegenseitig Pralinen zu schicken“ und zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen. Während Apple-Anwalt McElhinny angibt, es habe bereits Gespräche auf höchster Ebene über ein zukünftiges Übereinkommen gegeben, weiß man bei Samsung davon nichts. Der offizielle Kommentar in einem Interview mit V3.co.uk: „We are unaware of any meetings or discussions between the two sides over this matter.“

Wer nun wirklich im Recht ist und ob Samsung mit dem Dementi eine neue Strategie fährt, die nur noch niemand versteht, lässt sich nicht klären. Darum steht für den Moment erneut nur eines fest: Der Konflikt zwischen den beiden Konzernen ist an dieser Stelle noch lange nicht beendet.


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