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Veröffentlicht am  17.07.11, 15:03 Uhr von  

Test: Rollei iTele 8x-Zoom-Objektiv für iPhone 4

iPhone Kamera-ZubehörDer Digitalzoom der iPhone-4-Kamera ist – machen wir uns nichts vor – nicht gerade ein Feature, das besonders hilfreich ist. Die Qualität nimmt deutlich ab, je näher man heranzoomt. Trotzdem ist man allzu oft zu weit von seinem Motiv entfernt, wenn wieder einmal die beste Kamera diejenige ist, die man bei sich trägt – nämlich das iPhone. Für diese Momente gibt es ein etwas ungewöhnlicheres Zubehör: Das Rollei iTele mit 8x-Zoom.

Seit über 90 Jahren macht sich Rollei als Hersteller von Kameras und Zubehör weltweit einen Namen. Modelle wie die Rolleiflex oder die Rolleicord haben mittlerweile einen nahezu legendären Ruf. Heutzutage bietet das Hamburger Traditionsunternehmen natürlich auch zeitgemäße Digitalkameras und HD-Camcorder an, hat aber zunehmend auch Zubehör wie digitale Bilderrahmen, Stative, Fotoscanner, Taschen, Batterien und vieles mehr im Angebot. Eines der Produkte zielt auch auf Fans von iPhone-Fotografie (oder auch “iPhoneography”) ab: Das aufschraubbare Zoomobjektiv iTele für das iPhone 4.
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Wuchtiges Auftreten: Mit angeschraubtem Objektiv passt das iPhone nicht mehr in die Hosentasche (Herstellerfotos)

 

Lieferumfang

Ein Zubehörprodukt mit viel Zubehör: Neben dem eigentlichen Objektiv liegt nicht nur ein passendes Ministativ dem Paket bei, sondern auch zwei Schutzkappen für beide Seiten des Objektivs, ein passendes Hardcase mit dem entsprechenden Innengewinde zum Einschrauben und ein ausziehbarer iPhone-Halter für den korrekten Sitz des Smartphones mit Universalgewinde, das auf jedes handelsübliche Stativ passt. Obendrauf gibt es ein kleines Transportsäckchen und ein Mikrofasertuch zur Reinigung des Objektivs. Soweit schon mal vorbildlich.
 

Verarbeitung

Zunächst mal zur Qualität des Produkts, das für durchschnittlich 30€ zu haben ist und immerhin von einem namhaften Kamerahersteller kommt. So verwundert es, dass sich die Einzelteile alle recht billig anfühlen und zunächst eher an einen Gewinn vom Schießstand auf dem Rummel erinnern. Rollei-würdig ist das jedenfalls nicht. An den Ecken des matten Hardcase – das im übrigen eher locker auf dem iPhone 4 sitzt – war nach zwei Wochen sporadischer Nutzung bereits Abrieb zu sehen.

Der Kugelkopf des aus dünnem Aluminium gefertigten Stativs, auf dem man die iPhone-Halterung aufschraubt, war zudem nur mit äußerster Gewalt so festzuschrauben, dass das iPhone mit angebrachtem Objektiv nicht allein durch sein Gewicht die Ausrichtung von selbst in Richtung Boden änderte. Zumindest ist die Feder des Halters so stark, dass es das iPhone mit dem locker umschließenden Case ausreichend sichert. Wer schon ein Stativ hat, sollte entsprechend lieber darauf ausweichen und auf das beiliegende verzichten.
 

Funktionsweise

Das Objektiv wird auf das beiliegende Hardcase geschraubt und ermöglicht so den achtfachen Zoom auf entferntere Objekte. Da das Gewinde sehr fein ist, werden zuweilen mehrere Anläufe benötigt, um es bündig aufzuschrauben, dann sitzt es aber fest und der Foto-Spaß kann beginnen.
Am vorderen Ende muss manuell ein Ring eingestellt werden, mit dem sich der Fokus auf das jeweilige gewünschte Motiv einstellen lässt. Die Entfernung lässt sich zwischen drei und 40 Metern variieren, die jeweils im Vorhinein abzuschätzen ist. Die am Drehring angebrachte Markierung allerdings zeigte sich im Test nicht als vernünftiger Indikator, denn für weitere Entfernungen musste er teils um mehr als 360° gedreht werden. Also lieber durchschauen und sich selbst ein Urteil von der Fokussierung bilden. Warum das so ist, bleibt wohl ein Geheimnis des Herstellers.
Wie bei jedem Zoom sollte man natürlich auf eine ruhige Haltung achten, weswegen auch das Stativ mitgeliefert wird: Ein scharfes Bild ist nur bei absoluter Wackelfreiheit möglich, außerdem sollte man immer bei Nichtgebrauch die Schutzkappen aufsetzen und regelmäßig kontrollieren, ob sich Staub auf den Linsen abgesetzt hat. Zur Qualität sagen Fotos mehr als tausend Worte, also hier einige Testbilder, die ordentliche Ergebnisse zeigen. Zu den Ecken hin ist allerdings eine leichte Vignettierung zu erkennen, am schärfsten sind die Aufnahmen in der Mitte.
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Vergleich: Links Foto ohne Objektiv, rechts mit aufgesetztem iTele (Achtung: Klick öffnet Bilder in Originalgröße.

 
Bei den Testfotos war das iPhone auf einem Geländer abgestellt. Wer eine ruhige Hand hat und etwas übt, kann möglicherweise auch ohne Unterstützung gute Schnappschüsse mit dem Objektiv hinbekommen.
 

Fazit

Ob 30€ für ein relativ schlecht verarbeites Fotografie-Zubehör angemessen sind, muss jeder für sich entscheiden. Zumal es sich hier um ein Nischenprodukt für handelt, das mit dem iPhone 4 für eine Kamera gedacht ist, die ohnehin nicht an aktuelle Point-and-Shoot- oder gar richtige DSLRs heranreicht. Wer allerdings ein Fan von Fotografie mit dem Apple-Smartphone ist und öfter mal entferntere Motive einfangen möchte sowie über die recht schnelle Abnutzung einiger Einzelteile hinwegsehen kann, kann sich durchaus einmal umschauen, ob sich das iTele – wie vor einigen Wochen bei Amazon – auch mal für unter 25€ bekommen lässt. Je nach Einsatzbereich ist das Objektiv mit dem großen Lieferumfang sicherlich in vielen Situationen nützlich.

Wer sich für iPhoneography interessiert und gern Bilder auf dem Gerät bearbeitet, mag vielleicht einen Blick in die iPhone-Kamera-Apps-Serie werfen, die aktuell 15 Teile hat:

iPhone Kamera-Apps Teil 1: Die besten Apps für wenig Geld
iPhone Kamera-Apps Teil 2: Photoshop Mobile
iPhone Kamera-Apps Teil 3: PerfectPhoto
iPhone Kamera-Apps Teil 4: CameraKit
iPhone Kamera-Apps Teil 5: Snapture
iPhone Kamera-Apps Teil 6: Photogene
iPhone Kamera-Apps Teil 7: Camera Genius
iPhone Kamera-Apps Teil 8: CameraBag
iPhone Kamera-Apps Teil 9: Best Camera
iPhone Kamera-Apps Teil 10: TiltShift Generator
iPhone Kamera-Apps Teil 11: Gorillacam
iPhone Kamera-Apps Teil 12: Liquid Scale
iPhone Kamera-Apps Teil 13: Camera+
iPhone Kamera-Apps Teil 14: Instagram
iPhone Kamera-Apps Teil 15: ProCamera

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 5 Kommentar(e) bisher

  •  Weidekaiser sagte am 17. Juli 2011:

    Der Name Rollei ist ja schon lange kein Synonym für Qualität mehr. Da hat ja nur jemand die Namensrechte gekauft und klebt denn Namen dann auf qualitativ fragwürdige Sachen.

    Aber für Leute die gerne fotografieren, ist dieses Teil sicherlich eine Überlegung wert. Das man für 30 Euro kein High-End Produkt bekommt, dass sollte ja vorher klar sein.

    Antworten 
  •  Karl sagte am 17. Juli 2011:

    oh weia da sind aber sehr viele chromatische Aberationen (Farbsäume an Kanten). die 30€ kann man sich wohl sparen. Interessant wäre ein Vergleich mit einem entsprechend aus dem Original Bild ausgeschnittenem Bereich der dem mit dem Zoom entspricht, damit man die direkten Vorteile sehen kann.

    Antworten 
  •  Christoph sagte am 17. Juli 2011:

    Ich glaube da hat Rollei einfach nur seine Namen drauf gemacht.
    Genau so ein Teil gibt es schon länger aus Hongkong bei eBay und anderen Händlern zu kaufen. Sieht exakt genauso aus und ist auch genauso gut/schlecht.

    Antworten 
  •  Sven sagte am 17. Juli 2011:

    Rollei = Franke & Heidecke = Braunschweig !

    Alles andere trägt den Markennamen, hat aber definitiv nichts mit der Qualität einer Rolleiflex oder Rollei 35S zu tun. Teilweise gute Produkte (Scanner) von der RCP aus Hamburg, aber eben nicht Rollei…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rollei

    Antworten 
  •  Christoph sagte am 18. Juli 2011:

    Yep, F&H musste leider Insolvenz anmelden. Diese Produkte haben mit der im Artikel erwähnten Tradition nichts zu tun.

    Antworten 

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