MACNOTES

Veröffentlicht am  29.07.11, 15:47 Uhr von  kg

Mac mini: Gute Leistung für viel Geld

Mac miniSeit rund einer Woche ist der Mac mini mit Sandy Bridge-Prozessoren nun verfügbar. Für rund 600€ bekommt man einen voll ausgestatteten Desktoprechner, der in der Standardkonfiguration allerdings etwas RAM vermissen lässt.

 

Mac mini: Die nackten Fakten

Unter die Lupe genommen haben wir das größte Modell des Mac mini* mit 2,5 GHz Dual Core i5-Prozessor, 500 GB Festplatte, AMD Radeon HD 6630M-Grafikprozessor sowie 4 GB RAM. Beigelegt wird außerdem ein HDMI-auf-DVI-Adapter. Was fehlt: Ein wie auch immer geartetes Installationsmedium für OS X Lion, somit fällt es schwer, Neuinstallationen zu bewerkstelligen. Ein Weg ist die Installation über die Recovery-Partition, alternativ kann man sich auch ein Installationsmedium erstellen.

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Was im Vergleich zum Vorgänger fehlt: Das SuperDrive-Laufwerk. Will man den mini im Wohnzimmer gleichzeitig als Media-Center nutzen, sollte man dies im Hinterkopf behalten. Gleiches gilt für jene Nutzer, die häufiger CDs/DVDs brennen wollen: Entweder kauft man sich ein zusätzliches externes Laufwerk oder man greift zu einem generalüberholten oder gebrauchten Vorgängermodell – letzteres würden wir allerdings angesichts der durch den Core i5 gegebenen Rechenleistung des neuen Mac mini nicht empfehlen.

 

Das Kabel

Es ist ein wenig beachtetes Detail, uns fiel es allerdings bereits beim Auspacken auf: Das Netzkabel für den Mini wurde vom Material her verändert. Es ist leicht gummiartig, flexibel und relativ knicksicher. Der Euro-Stecker ist rundlicher geworden.

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Der interne Lautsprecher

Während man mit den Lautsprechern der Notebooks meist ganz gut leben kann, ist das beim mini nicht der Fall. Er ist zum einen relativ leise, selbst bei voller Lautstärkeinstellung reicht er gerade einmal so gerade zur Beschallung eines 10 Quadratmeter großen Raums. Wer vorhat, den mini für mehr als nur den Büroeinsatz zu nutzen, dem empfehlen wir externe Lautsprecher.

 

Der Leistungstest

Um eine grobe Einschätzung und einen Vergleich mit der Vorgängergeneration des Mac mini zu bekommen, haben wir Geekbench genutzt, um die allgemeine Prozessorperformance zu testen. Als Vergleichsrechner wurde der Mac mini Mid 2010 mit Intel Core 2 Duo 2,66 GHz hinzugezogen. Fast durchweg lagen die Geschwindigkeitssteigerungen bei etwa 60%. Statt rund 4100 erreichte der neue Mac mini eine Punktzahl von knapp 7000.

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Die Ergebnisse sind angesichts des Sandy Bridge-Prozessors und des höher getakteten RAMs kaum verwunderlich, aber dennoch bemerkenswert.

Neben den Tests mit entsprechenden Tools haben wir den mini rund fünf Stunden unter Dauerqualen gesetzt, um zu prüfen, wie warm er bei voller Prozessorauslastung wird. Genutzt wurde dabei der Terminal-Befehl yes>/dev/null, den wir in vier Terminal-Fenstern gestartet haben, um dem Rechner sämtliche Prozessorleistung abzufordern. Frisch gebootet dauerte es etwa 5 Minuten, bis der Lüfter hörbar angesprungen ist, erst nach etwa einer halben Stunde ging der Lüfter auf seine maximale Drehzahl von rund 4000 rpm hoch. Da die im mini verwendete Art von Lüfter sonst in Notebooks zum Einsatz kommt, ist er überraschend leise – selbst unter Extrembedingungen. Die gefühlten Temperaturen am Gehäuse überraschten ebenfalls: Während die Alu-MacBooks gerne mal zur unangenehmen Hitzequelle werden, wurde der mini gerade einmal handwarm. (Dazu sei gesagt: Der Grafikprozessor wurde bei den Tests nicht strapaziert, es ist möglich, dass bei grafiklastigen Arbeiten höhere Temperaturen entstehen.) Offenbar funktioniert die Wärmeableitung beim mini besser als bei den Notebooks – möglicherweise auch, weil das fehlende SuperDrive-Laufwerk entsprechenden Freiraum schafft.

 

Weitere Argumente für und wider den Mac mini

Mit 599€ Basispreis ist der Mac mini durchaus eine Überlegung wert, sofern man Zubehör wie Display, Tastatur und Co. bereits besitzt und man bereit ist, in Speicher zu investieren bzw. mit dem Dauerswappen leben kann. Für zusätzliche Peripherie müssen je nach Ausführung und persönlichen Vorlieben nochmal mindestens 200€ ausgegeben werden, wenn nicht eher mehr, wenn man mit Magic Trackpad und Apple-Keyboard Gebrauch machen will von Multitouch und Steuerungstasten unter Lion. Wer dann noch einen Mac-kompatiblen DVD-Brenner braucht, der sollte nochmal 30€ dazurechnen (z. B. für einen Brenner von Samsung*). Rechnet man alles zusammen, ist man je nach Ausstattung und zusätzlicher Peripherie bei einem Komplettpreis von 800-900€, wenn man sich für das von uns getestete, große Modell mit 2,5 GHz-Prozessor und dedizierter Grafik entscheidet, landet man bei mindestens 1000€ an Kosten. Dies ist angesichts des ebenfalls verfügbaren iMac* fast schon unverschämt: Ab 1150€ hat er einen schnelleren Prozessor, ein SuperDrive, gute Grafik sowie standardmäßig 4 GB RAM integriert. Zudem verfügt er über ein IPS-Display, das üblicherweise deutlich teurer ist als klassische Billig-Displays.

 

Fazit

Der Mac mini leistet eine Menge, gerade im direkten Vergleich zum Core 2 Duo-Vorgänger. Was stört, ist der hohe Preis: Preis-Leistungs-technisch ist der iMac dem Mac mini bei weitem überlegen. Die Preisunterschiede zwischen dem kleinen und dem großen mini-Modell sind ebenfalls kaum erklärbar: 200€ mehr für einen etwas schnelleren Prozessor, die dedizierte Grafik sowie 2 GB mehr RAM erscheinen uns zu hoch. Zudem fehlt das optische Laufwerk, das zumindest dann wichtig wäre, wenn der Kleine als Mediacenter genutzt werden soll.

3,5/5Testurteil: 3,5/5 Macs
Bezeichnung: Mac mini
Hersteller: Apple
Preis: ab 599€*

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 17 Kommentar(e) bisher

  •  @Superglide sagte am 29. Juli 2011:

    RT @Macnotes: Mac mini: Gute Leistung für viel Geld http://macnot.es/65034

    Antworten 
  •  Medman sagte am 29. Juli 2011:

    Etwas differenzierter kann man das Ganze schon betrachten: einen Mac mit Anschlussmöglichkeit für einen glanzfreien Monitor in dieser Leistungskategorie hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben (und für weitere 100 EUR Aufpreis gibt’s sogar noch einen Core i7 dazu)… Dafür hätte man noch vor zwei Jahren einen Mac Pro kaufen müssen. Nur mal so als Gedankenanstoß.

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  •  lololol sagte am 29. Juli 2011:

    Du kannst an jeden Mac einen glanzfreien Bildschirm anschließen, wenn dir der soooo wichtig ist. Hindert dich niemand dran, den Mini-DVI-, Mini-DisplayPort- oder Thunderbolt-Anschluss für einen Monitor zu benutzen.

    Einen i7 gabs auch vor 2 Jahren schon im iMac. Außerdem denke ich, dass man einen i7 nicht braucht, es sei denn, man benötigt allgemein Power.

    Ich finde den Punkt gut, wo beschrieben wird, dass das P/L-Verhältnis im Grunde lächerlich ist. Ich meine, der einzige Pluspunkt für den Mini ist irgendwie nur noch, dass er so klein ist. Vielleicht als Low-Cost-Server geeignet, jetzt wo OS X Server keine 50 Kröten mehr kostet.

    Viel mehr ist aber nicht mehr geblieben vom kleinen, preiswerten Mac, als der der Mini früher anfing.

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  •  Medman sagte am 29. Juli 2011:

    Klar kann ich an den iMac auch einen glanzfreien Bildschirm stellen, aber das nimmt nicht nur Platz weg, der iMac Monitor zieht dank “ich überstrahle alle Relektionen” eine ganze Mnege Strom… Und wegen sooo wichtig: als Arbeitgeber muss ich mich, wenn ich keinen Ärger mit der Berufsgenossenschaft habe möchte, an die Bildschirmarbeitsplatzverordnung halten.

    Anders wird ein Schuh draus, der günstigste Mac Mini, den es je gab kostete 519 EUR..EiLgut Arbeitsfähige Speichermenge von 256 MB, ohne DVD Laufwerjk…. Und mit einer Prozessorleistung, die diesen Namen nicht verdient hat. Da finde ich diese Argmente jetzt einfach nur lächerlich.

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  •  lololol sagte am 29. Juli 2011:

    Der aller erste Mac mini hatte 489 Euro gekostet in der kleinsten Ausstattung.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Macworld-Der-guenstigste-Mac-aller-Zeiten-ist-mini-126461.html
    Und der hatte sehr wohl ein DVD-Laufwerk, Kombo bedeutet nämlich, dass er DVDs lesen und CDs brennen kann.

    Seither ist der Euro mehr wert geworden, als der Dollar, nicht weniger, also müsste wenn dann der Euro-Betrag gefallen sein. Ich gebe dir recht, dass die damaligen 256 MB RAM ein ähnlicher Witz waren wie die heutigen 2 GB, aber zumindest war er günstiger. Danach ist er immer nur teurer geworden. Und das sieht man auch an diesem hier wieder. Mag ja sein, dass er seine Nische hat, aber die Anwendungsfälle, wo er sinnvoll eingesetzt werden kann, werden mit jedem Update irgendwie kleiner, weil das P/L-Verhältnis immer schlimmer wird.

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  •  lololol sagte am 29. Juli 2011:

    Um den Punkt anders zu verdeutlichen:
    Wir bauen uns einen iMac. Den kleinsten, mit mattem Display. OK?

    Also brauchen wir den größeren der beiden Mac minis, 799 Euro.
    Wir brauchen das Wireless-Keyboard, 65,26 Euro:
    http://www.amazon.de/Apple-Wireless-Keyboard-deutsches-Tastaturlayout/dp/B002NX0M82/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311952160&sr=8-1

    Eine Magic Mouse, 64,48 Euro
    http://www.amazon.de/Apple-Magic-schnurlos-bluetooth-10-5-8/dp/B002NX0M8C/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1311952257&sr=8-1

    Einen Bildschirm, 127,37 Euro (der ist mit einem TN-Panel versehen, lange nicht so gut wie IPS)
    http://www.amazon.de/LG-E2250V-PN-widescreen-Monitor-Kontrastverh%C3%A4ltnis/dp/B0036B9WM2/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1311952339&sr=8-3

    Und das DVD-Laufwerk aus dem Artikel, 32,02 Euro.

    Macht in der Summe:
    1088,13 Euro

    Bei Amazon wäre der aller kleinste iMac mit schnellerem Grafik-Chip und schnellerer Festplatte sogar 40 Euro günstiger.
    http://www.amazon.de/Apple-MC309D-Desktop-PC-Intel-500GB/dp/B004Z3PPDU/ref=sr_1_1?s=computers&ie=UTF8&qid=1311952490&sr=1-1

    Antworten 
  •  Walter S. sagte am 30. Juli 2011:

    Vorsicht: Es ist nur ein Dual-Core und kein Quad-Core!
    Ausserdem darf man das Ding nicht über den Apple-Store bestellen, denn da wird es einfach richtig teuer.
    Lässt man über die einschlägigen Händler eine 128 GB SSD-Platte einbauen und stockt das Ding auf 8 GB RAM auf, dann liegt man knapp über 1000 Euro. Das wäre vollkommen in Ordnung, wenn nicht die Krücke von Prozessor drin wäre.
    Es bleibt also dabei: der iMac hat nach wie vor die beste Ausstattungsmöglichkeiten, aber den verdammt blöden 16:9-Spiegel-Dreck.
    Der Mini hätte die Erlösung sein können, aber der Dual-Core-Prozessor macht alles kaputt. (Ja, wir wollen und brauchen die Leistung!)

    Antworten 
  •  egoist sagte am 30. Juli 2011:

    …und wenn ich da auf altbewährte Hackintosh-Technik zurückgreifen würde, hätte ich (fast) zwei Mac-Pro’s… nicht so “schön”, aber so schnell!!! – Und “leise”, ist heutzutage auch kein Hackintoshproblem mehr.
    Alle kochen nur mit Wasser, aber das in Cupertino ist einfach heißer!!! Und heißes Wasser ist “unglaublich” teuer!

    Antworten 
  •  Sasha sagte am 30. Juli 2011:

    Fehlendes optisches Laufwerk macht ein Gerät als Media-Center unbrauchbar? Ich fand den Beitrag eh nicht so toll, aber die Aussage machte den Beitrag sogar lächerlich.

    Antworten 
  •  Lurker sagte am 31. Juli 2011:

    @lololol: “Bei Amazon wäre der aller kleinste iMac mit schnellerem Grafik-Chip und schnellerer Festplatte sogar 40 Euro günstiger.”

    Naja, dann fehlt aber noch immer der entspiegelte Monitor um ein brauchbares Gerät zu haben ;-) Außerdem nimmt das dann viel Platz weg. Ich denke es ist eine Glaubensfrage, aber wer zu Hause stationär einen entspiegelten Mac will, wird in der Regel einen Mini und einen externen Monitor anschließen, da kommt es auf ein paar Euro hin oder her nicht an…

    Antworten 
  •  Milan sagte am 31. Juli 2011:

    Also ich habe vor ein Paar Tagen das neue MacMini bekommen (die kleinste Version). Funktioniert wunderbar als Medien Center. Das Fehlen des Laufwerks hat mich nicht gestört, da ich DVDs kaum schaue – ich habe auch einen MacBook Pro 15″ und überlege auf MacBook Air umzusteigen. FullHD online Streaming ist die Zukunft und nicht die Filme auf einer Plastik Disk :)

    Antworten 
  •  lololol sagte am 1. August 2011:

    Darf man fragen, was die “Schminkspiegelfraktion” zu Röhrenzeiten gemacht hat? Gabs die auch in matt?
    Also das nur mal so nebenbei :-)

    Antworten 
  •  Walter S. sagte am 1. August 2011:

    @lololol
    Wir mussten richtig tief in die Tasche greifen, damit es entspiegelt war. (Geh mal ins Museum, da kennt man seit Ewigkeiten entspiegeltes Glas!)
    Warum sollen wir jetzt wieder einen Rückschritt machen?

    Kauf die doch für zuhause was du möchtest, ich für meinen Teil muss schon aus beruflichen Gründen mindestens 8 Stunden vor einem Bildschirm sitzen und da kommt ein schlechter Schirm (ob Spiegel oder matt) nicht in Frage. Das hat auch gesundheitliche Gründe.

    Antworten 
  •  Tope sagte am 1. August 2011:

    Da sich der Mini überwiegend an Kunden richtet, die bereits über Monitor, Tastatur und Maus verfügen oder diese nicht benötigen, finde ich sollte man diese Komponenten auch nicht zwingend in der Kalkulation berücksichtigen.

    Für meine Arbeit im Büro ist der Mini Server (fast) ideal da ich
    a) bereits über ein mattes Display verfüge und
    b) für 1399€ einen Quadcore-Mac mit SSD erhalte

    Der günstigste iMac mit SSD ist locker 550€ teurer und dazu noch mit verspiegeltem Display. Ich frage mich aber durchaus ob es viele Kunden gibt welche jene Konfiguration als ideal ansehen. Laut Apple scheinen es aber immer noch genügend zu sein.

    Antworten 
  •  XPert sagte am 3. August 2011:

    Gibt es eigentlich Gerüchte/Erwartungen, wann das MacBook Pro überarbeitet wird?

    Antworten 
  •  kg sagte am 3. August 2011:

    @XPert Gerüchte gabs, dass das MacBook Pro dem MacBook Air näher kommt, würde damit aber vor Oktober nicht rechnen. Zumindest ist der Produktzyklus des MacBook Pro noch nicht so weit, dass man dringend erwarten muss, dass in naher Zukunft was kommt.

    Antworten 
  •  nykel sagte am 22. August 2011:

    Hmmm, habe hier den aktuellen Mac mini, aber mit 8GB, Core i7 und Kingston HyperX 240GB SSD (mit TRIMenabler). Gemessene 512MB/s konstant und ein aktueller Cinebench von knapp 10.000 Punkten sprechen ein deutliches Wort. Damit ist der Mini deutlich schneller als der Standard iMac 21,5″. Natürlich hat das seinen Preis und ich habe schon CPU-Temperaturen bis 94° mit Lüfterdrehzahlen um die 5000rpm gesehen (und gehört). Das kommt allerdings nur selten vor. Wer ein entspiegeltes Display möchte und keinen Mac Pro kaufen will hat auch so reichlich Leistung.

    Antworten 

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