MACNOTES

Veröffentlicht am  14.10.11, 11:31 Uhr von  

HDR-Fotos: Hintergründe, Tools & Workshop – Teil 3 Produktvorstellung & Fazit

HDRIm heutigen Teil stellen wir noch zwei weitere Programme vor. Die Softwarevorstellung schließen wir mit einer Empfehlung für die Programmauswahl ab.
 

FDR Tools Basic

Mit den FDR Tools in der Basic Variante gesellt sich ein weiteres, kostenloses Programm zu unserer Produktschau. Die Software gibt es für Mac OS X (auch für Power PC Systeme) und Windows. Außerdem existiert eine erweiterte Version für 39,- Euro und ein Photoshop-Plugin, ebenfalls für 39,- Euro. FDR Tools bietet drei verschiedene Bereiche: eine Projektverwaltung, die eigentliche HDR-Berechnung und das Tonemapping. In der Projektverwaltung werden fertige HDR-Bilder beziehungsweise ihre Ausgangsbilder und die dazugehörigen Einstellungen gespeichert.
Projekte können jederzeit erneut aufgerufen werden, um Parameter zu ändern und neue Versionen der HDRs zu erstellen, etwa mit anderen Tonemapping-Werten. Der Workflow beginnt mit dem Laden der Bilder in den Projekt-Bereich über „Bilder / Öffnen“. Diese werden zunächst im Projekt-Bereich angezeigt und falls Bilder fehlen, können diese jederzeit hinzugefügt werden. Genauso entfernt man überzählige Bilder. Über den Befehl „Bearbeite“ gelangt man zur Ausrichtung der Bilder und von dort über den Button „HDRI erzeugen“ zur eigentlichen HDR-Berechnung. Im Navigator, den man unter “Fenster”, unter Umständern erst einmal aktivieren muss, sieht man alle Änderungen, wenn man die Einstellungen verändert. Ist man mit diesem Zwischenergebnis zufrieden, wechselt man in den Tonemapping-Bereich.[singlepic id=13193 w=435 float=left] Hier finden Sie zwei Berechnungsmethoden Simplex und Receptor (Identity ist nur als Vergleichsdarstellung gedacht). Beide arbeiten global und nicht mit lokalen Operatoren, eine entsprechende Berechnungsmethode enthält nur die kostenpflichtige Version. Mit den vorhandenen Reglern passt man die Darstellung an. Zwar erreicht man hier nicht die spektakulären Ergebnisse mancher Konkurrenten, allerdings sind die entstehenden Werke deutlich realistischer und heben sich dadurch wohlwollend von manchen Werken ab. Gefallen die Einstellungen, speichert man diese in einem der gängigen Formate ab. Zwar bieten auch die FDR Tools keine Presets, das Projekt-Management spart aber ebenfalls viel Zeit, was sich unter Umständen ausgleicht. Außerdem lassen sich die relativ wenigen Einstellungen auch gut merken und wiederherstellen.

 

HDR Efex Pro

Nik Software ist mit HDR Efex Pro relativ spät auf den HDR-Zug aufgesprungen. Erst zur Photokina 2010 war das Produkt fertig. HDR Efex Pro wurde zwar vor kurzem im Preis gesenkt und ist jetzt für 99,95 Euro beim Hersteller erhältlich, allerdings ist es nur ein Plugin, so dass zusätzliche Kosten für Photoshop oder kompatible Programme anfallen, sofern diese nicht schon vorhanden sind. Wer bereits einmal andere Plugins von Nik Software in der Hand hatte, wird sich auf Anhieb zurecht finden in der Oberfläche. Auf der linken Seite findet sich ein Vorschaubereich, der die Ansicht verschiedener Presets anzeigt. In der Mitte sieht man eine Großansicht des im Standard-Modus geränderten Bilds, und rechts eine Spalte mit den notwendigen Werkzeugen zur Verfeinerung. Die Fotos einer Reihe werden im Photoshop-Plugin übrigens nicht direkt aus Photoshop übergeben, sondern über einen Dateidialog geöffnet und das fertige Bild an Photoshop zur Bearbeitung weiter gereicht. [singlepic id=13194 w=435 float=left] HDR Efex Pro arbeitet mit einer ganzen Reihe von Presets, die viele Wünsche erfüllen, vom nahezu realistischen Foto bis hin zu surrealen Werken, wie Sie mit HDR in der Regel in Verbindung gebracht werden. Anpassungen sind so eher die Kür, als die Pflicht. Mit den Werkzeugen von HDR Efex Pro gelingt es jedoch, den eigenen Geschmack in die Werke zu bringen. Wie bei Nik Software üblich lassen sich Einstellungen als neue Presets abspeichern. Die Regler sind sehr sinnvoll bezeichnet, so dass man sehr schnell zurecht kommt und die ersten globalen Einstellungen schnell im Griff hat. Auch HDR Efex Pro kommt mit der Nikschen U-Point-Technik daher, die lokale Anpassungen an Hand der Tonwerte und ohne Einsatz zusätzlicher Masken ermöglicht. So können bestimmte Stellen im Bild gezielt betont werden. Zusätzlich findet man unter „Finishing“ noch einen Vignetten-Filter und eine Reihe von Tonwertkurven, wobei auch hier wieder Feineinstellungen möglich sind. Das fertige HDR wird dann in Photoshop als Smart-Objekt geöffnet und kann entsprechend später bei Bedarf noch angepasst werden. Als Lightroom- oder Aperture-Plugin wird natürlich einfach das fertige HDR übergeben. Insgesamt macht HDR Efex Pro einen vor allem sehr komfortablen Eindruck, die Integration in den Workflow ist sehr gut und die Oberfläche des Plugins selber weiß zu gefallen. Nach der Preissenkung um etwa ein Drittel ist der Preis durchaus konkurrenzfähig und wer bereits andere Nik-Plugins besitzt, wird schon allein wegen der konsistenten Bedienung gerne darauf zurück greifen.

 

Empfehlung

Eine allgemeine Empfehlung für eines der vorgestellten Produkte auszusprechen ist nahezu unmöglich, zu groß sind die Unterschiede in der Leistung der Programme, aber ein paar Tipps zur Auswahl geben wir gerne. Da stehen an erster Stelle die beiden kostenlosen Produkte FDR Tools und Luminance HDR. Mit beiden erzeugt man ansprechende Resultate und das eben sogar kostenlos. Der Bedienkomfort ist nicht ganz so hoch, wie der von Efex Pro oder Photomatix, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Wobei Luminance HDR in letzter Zeit auch beim Bedienkomfort hinzugewonnen hat: also für Anwender, die hin und wieder mal mit HDR arbeiten durchaus geeignete Mittel. Zwiespältig ist das Ergebnis bei HDR Darkroom Pro. Allerdings liegt der Preis derzeit bei 7,99 Euro und ist damit extrem günstig. Die Oberfläche ist schick, aber Erklärungen sucht man vergebens und das größte Manko sind fehlende Voreinstellungen. Die Auswahl an Anpassungsmöglichkeiten ist dagegen sehr gut. Bei den beiden Profi-Programmen ist es letztendlich eine Frage des eigenen Geschmacks. Nachdem der Preis von HDR Efex gesunken ist, liegt er in ähnlichen Bereichen, wie das jahrelang gewachsene Photomatix. Daher empfehlen wir Photomatix allen Anwendern, die ein allein stehendes Programm suchen und HDR Efex Pro allen Lightroom-, Aperture- oder Photoshop-Besitzern, da es sich perfekt in den Workflow eingliedert.

Unsere fünfteilige Serie haben wir am 30. September gestartet. Im ersten Teil geht es um die Hintergründe von HDR und DRI. Im zweiten und heutigen dritten Teil der Serie, stellen wir HDR-Programme vor und geben Empfehlungen, welches Programm sich für wen eignet. Der vierte Teil, mit einem ausführlichen Workshop zur HDR-Generierung, erscheint dann am 21. Oktober. Gefolgt von einer Übersicht zu HDR-Tools für iPhone und iPad eine Woche später.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 2 Kommentar(e) bisher

  •  sarah sagte am 15. Oktober 2011:

    Tipp: Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Gimp-PlugIn „Exposure Blend“ und ImageFuser (nutzt Enblend) gemacht.

    Antworten 
  •  Moritz S. sagte am 19. Oktober 2011:

    In der Überschrift zu HDR Pro Efex habt ihr einen kleinen Buchstabenverdreher.

    Antworten 

Kommentar verfassen

 0  Tweets und Re-Tweets
       0  Likes auf Facebook
         0  Trackbacks/Pingbacks
          Werbung
          © 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de