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Veröffentlicht am  28.10.11, 15:02 Uhr von  

HDR-Fotos: Hintergründe, Tools & Workshop – Teil 5 Tools für iPhone & iPad

HDRIm heutigen fünften Teil unserer HDR-Serie geht es um Software für das iPhone und iPad, denn wo kommen sich Aufnahme und Weiterverarbeitung näher, als in den kleinen Wunderwerken der Technik. Da stellt sich natürlich die Frage: HDR auf dem iPhone oder iPad, geht das überhaupt und ist das sinnvoll? Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, da wir doch immer empfohlen haben, ein Stativ für die Aufnahme zu verwenden, was bei den Geräten nicht ohne weiteres geht und beim iPad ist es auch noch deutlich schwieriger, dies vernünftig zu halten. Aber dennoch gibt es sinnvolle Arbeitsbereiche für HDR-Software auf iOS-Geräten. So besteht die Möglichkeit, die prinzipbedingten Schwächen der Kamera zu umgehen und Fotos mit vernünftigem Belichtungsumfang zu erzeugen. Apple nutzt diese Technik ebenfalls bei der eigenen Kamera-App, die aber ansonsten wenig Aufregendes zu bieten hat. Andere Programme zeigen wie es besser geht: sie machen sehr schnell hintereinander zwei bis drei Fotos, sobald das iPhone ruhig gehalten wird, und verrechnen diese zu einem HDR-Foto mit gut durchgezeichneten Lichtern und Schatten. Da kommen selbst bei der mickrigen iPad-Kamera noch ansehnliche Fotos zu Stande. Im folgenden zeigen wir eine Auswahl interessanter HDR-Programme, gleichsam für iPhone und iPad.

 

Top Camera

Top Camera (0,79 Euro*) ist keine spezielle HDR-App, beinhaltet aber eine Option zur HDR-Aufnahme und gleichzeitigen Verarbeitung in einem Arbeitsgang. Die App bietet zwei Modi: einen vollautomatischen, und einen, bei dem der Anwender selber den hellsten und dunkelsten Punkt im Bild bestimmt. Dies ist nicht ganz einfach, wenn man gleichzeitig versucht, das Gerät still zu halten. Insgesamt drei Bilder nimmt die App auf und verrechnet diese automatisch. Eingriffsmöglichkeiten hat man dann keine mehr. Das Ergebnis ist ein natürliches HDR mit korrekten Farben. Je nach Motiv sind Ränder an Schatten etwas betonter, was sicher Geschmacksache ist. Die App bietet eine Nachbearbeitung der Bilder, jedoch ohne spezielle HDR-Funktionen. Man kann damit das Foto aber noch einmal aufpeppen.

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Pro HDR

Mit der App Pro HDR (1,59 Euro*) gelingt es mit dem iPhone (ab 3GS) und iPad 2 HDR Fotos zu erstellen. Die Bedienung erfolgt voll- oder halbautomatisch. In der Vollautomatik berechnet die App im gewählten Bildausschnitt selber die hellsten und dunkelsten Stellen, in der Halbautomatik bestimmt der Anwender, wo diese liegen sollen. So kann man Extremstellen ganz gut ausklammern. Das ist im Falle von Pro HDR auch nicht ganz verkehrt, da die App mit lediglich zwei Fotos für ein HDR arbeitet. Nach der sehr schnellen Berechnung des HDR passt man Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur und Tönung an und speichert das Foto oder versendet es umgehend per Mail. Wer mit den Reglern nicht all zu sehr herum spielt, erhält ein sehr natürliches HDR, mit vernünftiger Bildqualität. Selbst Fotos im Gegenlicht gelingen recht gut. Bilder in sehr dunkler Umgebung auf Grund der Beschränkungen der Kamera eher weniger.

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HDR Foto

HDR Foto (gratis*) existiert schon etwas länger, wurde aber vor kurzem von Grund auf renoviert und ist daher im Moment zur Neueinführung kostenlos im App-Store zu haben. Beim Start hat man die Wahl zwischen dem Aufruf der eigenen Fotosammlung, einer Standard-Aufnahme und eben einer HDR-Aufnahme. Wählt man HDR, öffnet sich das Kamera-Fenster mit zwei Auswahlquadraten, die man an die hellste und dunkelste Stelle des Ausschnitts verschiebt. Anschließend erstellt die App zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen. HDR Foto bietet die gleichen Regler zur Nachbearbeitung an, wie Pro Foto und zusätzlich noch einen Detail-Regler. Bei den von uns gemachten Testaufnahmen mussten wir aber nicht viel regeln. Diese waren durchweg recht gelungen (inklusive der Gegenlichtaufnahmen). Aber wer etwas spielen möchte oder eher dramatische statt natürliche Bilder bevorzugt, kann sich hier austoben. Anschließend kann man noch einen von zahlreichen Effekten auf das Bild anwenden, angefangen von Lomographie-Kamera über Schwarz-Weiß bis zu teilweise interessanten Effekten mit noch spannenderen Namen. Zum Abschluss lassen sich noch einige Rahmen hinzufügen. Die fertigen Werke speichert man im eigenen Fotoalbum, versendet sie als E-Mail oder schickt sie gleich zum Flickr- oder Facebook-Account. Nach der Einführungsphase wird HDR Foto sich preislich sicherlich an Pro HDR und True Foto orientieren, so dass der Preis ebenfalls bei 1,59 Euro, höchstens 1,99 Euro liegen dürfte.

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True HDR

Zum gleichen Preis wie Pro HDR erhält man True HDR (1,59 Euro*). True HDR bietet vier Modi an: einen vollautomatischen, bei dem die App außer dem Auslösen des Fotos alles alleine regelt; einen halbautomatischen, bei dem man selber die hellst und dunkelste Stelle auswählt; einen manuellen, bei dem man die verschiedenen Bilder selber nacheinander aufnimmt; und einen Modus, mit dem man vorhandene Fotos neu zusammensetzen und berechnen lassen kann. Es bietet sich auch bei dieser App an, zunächst den vollautomatischen Modus zu nutzen, um zu testen, ob er den eigenen Vorstellungen entspricht, da die anderen Modi doch mehr Fingerspitzengefühl verlangen und es deutlich schwieriger ist, die Kamera ohne Verwackler zu halten. True HDR macht als einziges Programm drei Aufnahmen für eine HDR-Komposition. Die Berechnung dauert bei True HDR etwas länger, als bei der Konkurrenz, dafür werden die jeweiligen Arbeitsschritte transparent eingeblendet. Nach der Fertigstellung bietet True HDR nur vier Regler: Farbtemperatur, Kontrast, Sättigung und Helligkeit. Allerdings gelingt auch ohne große Einstellungen ein sehr angenehmes, gut durchgezeichnetes Bild. Wer etwas mehr Wert auf Effekte legt, nutzt die gleichnamige Sektion. Dort stehen dem Anwender sieben typische HDR-Effektpresets zur Verfügung. Abschließend kann man das Ergebnis in der Fotosammlung speichern oder per E-Mail versenden, twittern oder ins Facebook-Profil laden.

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Vorsicht!

Es ist nicht ganz einfach die Nadel im Heuhaufen zu finden. Unter dem Begriff „HDR“ finden sich zahllose Apps im Store. Viele von diesen nehmen jedoch lediglich ein Bild auf oder wählen eines aus der Fotosammlung und wenden diverse Filter darauf an, um ein HDR-ähnliches Foto zu erzeugen. Vom eigentlichen HDR Sinn, nämlich auch in den Höhen und Tiefen mehr Details aufzunehmen, bleibt da leider nichts von übrig.

 

Fazit

Das derzeit kostenlose HDR Foto ist ein ganz heißer Tipp für HDR-Freunde. Selbst wenn die App irgendwann einmal kostenpflichtig wird, lohnt sie sich wahrscheinlich immer noch. Eine gute Bedienung, zahlreiche Einstelloptionen, eine gut sortierte Effekt-Sektion und die zusätzlichen Rahmen erinnern an Desktop-Programme. True HDR überzeugt vor allem durch die Verwendung von drei Aufnahmen für die Berechnung, was auch ohne zusätzliche Einstellungen und Effekte zu guten Bildern führt. Pro HDR muss auf die Effektsektion verzichten, ist aber ansonsten ebenfalls sehr brauchbar. Dagegen ist Top Camera eher als Universal-App für Foto-Freunde zu verstehen. Sie kann zwar HDR-Fotos erzeugen, besitzt für den Bereich aber keine gesonderten Einstellungen. Als Universal-App überzeugt sie aber auf jeden Fall.


Das war der vorerst letzte Teil unserer fünfteiligen Serie zum Thema HDR die wir am 30. September gestartet haben. Im ersten Teil geht es um die Hintergründe von HDR und DRI. Im zweiten und dritten Teil der Serie, stellen wir HDR-Programme vor und geben Empfehlungen, welches Programm sich für wen eignet. Im vierten Teil haben wir ein HDR-Foto am Beispiel von Photomatix in einem Workshop erstellt.

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