Anzeige

Tim Cook: “Jeder Mitarbeiter in unserer Produktionskette ist uns wichtig!”

 

Tim Cook meldet sich zu Wort

Für eine erneute Aufarbeitung der diversen Zwischenfälle empfiehlt sich die Lektüre des vollständigen Artikels. Eine Zusammenfassung der Äußerungen verschiedener Apple-Mitarbeiter zu den Problemen in der Versorgungskette findet sich bei den Kollegen von 9to5Mac. Was für uns an der Stelle am wichtigsten ist, ist die Reaktion von Apple-CEO Tim Cook, der in Reaktion auf den Bericht in der NYT eine längere E-Mail an alle Apple-Mitarbeiter versendete.

Cook versichert in seiner Mail, dass “jedes Jahr mehr Fabriken untersucht und überprüft werden” und “mit den führenden Behörden in Sachen Arbeits- und Umweltschutz hart an den besten Lösungen” gearbeitet werde. Mit Bezug auf die über eine Million Arbeiter, die bereits in umfangreichen Schulungen über ihre Rechte aufgeklärt und darüber unterrichtet wurden, dass sie protestieren können, wenn die Bedingungen nicht den Vorgaben entsprechen, versichert er, dass die Apple-Führung weiterhin und mehr denn je auf Missstände in der Produktionskette, fehlende Sicherheitsstandards und unfaire Behandlung der Mitarbeiter geachtet werde. Jeder neue Zwischenfall werde untersucht, aufgeklärt und die Konsequenzen daraus gezogen. Zudem könne jeder auf einer eigens eingerichteten Webseite die aktuelle Situation im Auge behalten. Cook schließt die Nachricht mi einem großen Danke an alle, die Tag für Tag mit diesen Problem zu kämpfen haben und helfen, sie zu beseitigen.
 

Reaktionen aus China

Der Report ist auch in China selbst zum kontroversen Gesprächsthema geworden. Eine zusammenfassende Übersetzung ist im Portal Caixin.com in chinesischer Sprache erschienen und hat viele Kommentatoren auf den Plan gerufen. Die überwiegende Mehrheit der Chinesen, die sich in den Kommentaren des Artikels und auf dem chinesischen Social-Media-Pendant zu Twitter, Sina Weibo, äußerten, stellen vielmehr die positiven Effekte in den Vordergrund. Im Vergleich zu anderen Firmen mit ihren Produktionsstätten, wie z. B. Samsungs Fabrik in Tianjin, seien die Verhältnisse bei Foxconn sowie die Gehälter der Arbeiter deutlich besser, so eine der dortigen Äußerungen.
Ein anderer Kommentator gibt zu Bedenken, dass nicht Apple, sondern die lokalen Behörden für die Durchsetzung von Regeln und Sanktionen verantwortlich seien und man dem amerikanischen Konzern nur für die viele Arbeit danken könne. Ein dritter merkt an, dass die Situation mit strikteren Regeln und mitarbeiterfreundlicheren Produktionsbedingungen bald deutlich schlechter würde. Gerade die Möglichkeit, dass bei Foxconn (bzw. in China) so viel und so hart gearbeitet werden könne, verbessere nicht zuletzt die Situation der vielen chinesischen Wanderarbeiter, die bei einer Organisation nach anderen Standards und mit einer organisierten Personalvertretung gar nicht erst die Möglichkeit bekämen, Geld zu verdienen.
 

Fazit: Einige Betrachtungen zum Thema

Durch den Aufgriff der Thematik in der New York Times sind die Situation der Arbeiter und die vielen Zwischenfälle in Apples Produktionskette nun endgültig auch in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Während allen an der Verbesserung der teilweise äußerst schlechten Arbeitsbedingungen gelegen sein sollte, müssen an der Stelle einige Anmerkungen festgehalten werden.

  • Zuallererst kann man die Situation beurteilen, wie man mag: Fest steht, dass natürlich nicht Apple allein Schuld an allen Missständen haben kann. Foxconn ist der größte Elektronikhersteller weltweit und stellt ungefähr 40% aller Produkte in der Unterhaltungelektronik her. Viele Hersteller lassen dort produzieren, alle tragen ihren Teil der Verantwortung, Foxconn selbst sicher den Hauptteil davon.
  • Dankbar kann man Apple allerdings sicher insofern sein, dass durch die generell gesteigerte Medienpräsenz des Konzern die Situation überhaupt erst an Interesse – und damit an Berichterstattung – gewinnt. Unter anderen Umständen würden die Zwischenfälle bei Foxconn zwar erwähnt, aber kaum so stark aufgegriffen und dementsprechend auch weniger dagegen getan.

Eine Äußerung eines Apple-Direktors scheint hier dennoch die Lage relativ deutlich zu machen:

    “You can either manufacture in comfortable, worker-friendly factories, or you can reinvent the product every year, and make it better and faster and cheaper, which requires factories that seem harsh by American standards. And right now, customers care more about a new iPhone than working conditions in China.”

Der entscheidende Punkt ist im letzten Satz nur allzu klar formuliert: Was den Großteil der Menschen, die Apple und die Produkte aus Cupertino mögen, am allerwichtigsten ist, sind die fortwährende Verbesserung der Geräte, spektakuläre Präsentationen, neue Apps, neue Einsatzbereiche, höherauflösende Displays, schnellere Prozessoren, bessere Kameras und so fort. Kann man Apple vorwerfen, die Menschen erst dazu gebracht zu haben?

Seiten: 1 2 3

Max Zellmer
Autor:
Datum:
Kategorie:
Tags:
Max Zellmer, Redakteur
27.01.2012, 13:32 Uhr
News & Rumors
, , , , , , , ,  

2 Kommentare

  1. Profilbild

    27.01.12, 14:31 Uhr, #1

    Alex meint:

    Guter Artikel, der Pflichtlektüre für jeden iPhone-/iPad-Käufer sein sollte.

  2. Profilbild

    07.02.12, 15:55 Uhr, #2

    brian meint:

    der artikel ist im deutschen genauso schlecht wie im englischen original!!
    da hat man den leuten aber schön über die jahre den kopf gewaschen bis sie so einen schwachsinn glauben.
    erstens geht es apple und allen nicht nur um den preis sondern, hier ist ein ganzer kontinent und ein land mit knapp fünfmal soviel leuten wie die usa, was man wunderbar ausbeuten kann! das jedes unternehmen das macht ist nachvollziehbar. das ist nichts anderes wie schon zur industriellen revolution als der pöbel vom fabrikbesitzer ausgebeutet wurde bis zum tot! moderne sklavenhaltung. genau das ist, was sich hier in china gerade abspielt. das schlimme ist, dass die regierungen, deren aufgabe es sein müsste, sowas zu unterbinden oder zu regulieren noch mit machen. die importe sind doch nicht nur deswegen so billig, weil in china die leute einfach produktiver wäre oder freiwillig für weniger arbeiten. nein, eher ist es so, dass man mit jedem iphone oder dell computer die missachtung von arbeitsschutz, sozialleistungen, arbeitszeiten und freizeit importiert. also man importiert genau das, wofür wir in der westlichen welt jahrzehnte für gekämpft haben!
    das schlimme ist auch noch, dass das geld, welches eingespart nicht, wie man glauben möchte, jedem einzelnen mehr in der tasche bleibt. durch arbeitslosigkeit, lohndumping, sozialabbau und steuersenkungen für reiche und unternehmen fließt es überwiegend in die taschen der wohlhabenden schicht. aber bis der pöbel das kapiert hat, ist die usa wieder pleite mit einer hammer inflation, die wieder die armen enteignet und eine rezession, welche die arbeitslosigkeit in die höhe treiben wird, weltweit. aber solange jeder prolet sich über ein iphone freut, was 65dollar billiger ist, als das potentiel aus den usa hergestellte und nicht begreift das man nicht nur auf pump konsumieren kann und produktion, sondern das für die nächste entwicklungsstiufe der usa hält, hat es nicht anders verdient.

    desweiteren ist es einfach lachhaft zu behaupten es würde bei dedarf nicht genügend ausgebildete und flexible arbeitsplätze in den usa geben. wenn man das über die letzten zehn jahre entwickelt hätte und sagen wir im raum san diego, LA , SF zwei drei große produktionsstädten aufgebaut hätte, wäre das überhaupt gar kein problem! bei der autoindustrie ging es ja auch in detroit! gerade die amis sind in der arbeitszeit und pensum sehr flexibel auch mit dem wohnortwechsel.

    natürlich geht das nur, wenn man auf chinesische importe einen aufschlag macht, der berücksichtigt, dass alles soziale nicht vorhanden ist. normalerweise sollte eine wirtschaft eine ausgeglichenes handelsbilanz haben, wodurch auch geld und arbeitsplätze auch mit handel im gleichgweicht sind. das ist aber in den usa nicht der fall, wie auch in deutschland nicht. wie kann das sein? doch nur wenn sich der gewinn aus dem ungleichgewicht an irgendeiner stelle…große firmen und die oberen 10%… sammelt.


Anzeige

Dein Kommentar:

Mit einem Facebook-Account kannst du dich auch auf Macnotes anmelden:
Connect with Facebook


  

Mein Macnotes

Daten merken

Neu hier? Ein Macnotes-Account bringt dir viele Vorteile

Anzeige
blogoscoop