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Veröffentlicht am  1.02.12, 11:21 Uhr von  Stefan Keller

ZEVO: ZFS kommt auf den Mac, nicht durch Apple, aber durch Apple-Entwickler

ZEVOGute Nachrichten für Anwender, bei denen es auf kompromisslose Datensicherheit ankommt. Das Dateisystem ZFS kommt auf den Mac. Gerüchte hierzu gab es schon eine Weile, vor allem durch Funde im Quellcode von Darwin, aber eine Lizenzstreitigkeit hat dem Unterfangen ein vorzeitiges Ende bereitet. Aber jetzt gibt es mit ZEVO die Möglichkeit, ZFS auf dem zu verwenden.

ZFS ist ein Dateisystem, das Sun seinerzeit für Solaris entwickelt hat. Es sollte vor allem zur Speicherung großer Datenmengen dienen und eine entsprechende Datensicherheit herstellen. Eines der zahlreichen Technologien, die in diesem Dateisystem ihre Verwendung fanden, ist etwa “Copy-on-Write”. Dabei werden Kopien von Dateien auf demselben Datenträger erst dann tatsächlich geschrieben, wenn eine der beiden Varianten geändert wird. Wird beispielsweise ein Bild aus dem Home-Ordner in den Tmp-Ordner kopiert, wird zunächst nur ein zusätzlicher Zeiger gesetzt. Erst, wenn das kopierte Bild im Tmp-Ordner verändert wird, schreibt das Dateisystem die neue Variante auf die Festplatte. Dabei wird beim Überschreiben die neue Datei erst auf freien Speicher geschrieben und schließlich alle Referenzen auf die Datei auf den neuen Speicherbereich verändert. Vorteil hierbei ist, dass selbst ein plötzlicher Absturz (etwa ein Stromausfall) keine katastrophalen Folgen hat; entweder bleibt die alte Version erhalten (Absturz bevor die Referenzen geändert wurden) oder man kann auf die neu erstellte Datei zugreifen (Absturz danach). (Danke an holzi für den Hinweis)

Seit Mac OS X 10.5 Leopard hatte Apple Interesse am Sun-Dateisystem. Damals verriet der Sun-CEO Jonathan Schwartz, dass ZFS wohl HFS+ ablösen werde. Dies ist in Leopard noch nicht geschehen. Während der Entwicklung von Mac OS X 10.6 Snow Leopard wurde das Projekt, ZFS in OS X zu integrieren fortgeführt, aber dann jäh abgebrochen. Der Grund sind Lizenzprobleme. Die Open-Source-Lizenz CDDL, unter der ZFS steht, ist nicht mit der von Mac OS X (oder Darwin) zu vereinbaren. Außerdem gelang es Apple nicht, ein geeignetes Lizenzabkommen mit Sun zu vereinbaren. Schließlich wurde das Vorhaben auf Eis gelegt.

Don Brady war 20 Jahre lang bei Apple als Entwickler angestellt und hat unter anderem beim Übergang von HFS zu HFS+ kurz vor Mac OS X geholfen. Seine Aufgabe bestand ab 2006 darin, ZFS in Mac OS X zu implementieren. Kurz nachdem das Projekt fallen gelassen wurde, verließ Brady Apple und gründete seine eigene Firma, genannt Ten’s Complement. Das Ziel war dasselbe wie noch kurz vorher bei Apple: Der Mac soll ZFS bekommen.

Unter dem Namen ZEVO ist dies nun auch möglich. Für knapp 20 US-Dollar gibt es die Silver-Edition von ZEVO. Hier enthalten sind alle wirklich notwendigen ZFS-Features. Laut Hersteller ist das Silber-Paket ausreichend, wenn man ausschließlich ein robustes und zuverlässiges Dateisystem haben will. Für 39,95 US-Dollar gibt es das Gold-Paket, das zusätzlich Schnappschüsse von Daten erstellt und durch redundante Daten für erhöhte Datensicherheit sorgt. In Zukunft soll noch das Platinum-Paket folgen, das weitere Features mit sich bringt, beispielsweise RAIDZ-Unterstützung und Data-Deduplication (hierbei werden identische Daten generell statt nur bei Kopiervorgängen einmal gespeichert). Dies soll im Frühling erscheinen, gemeinsam mit der Preisankündigung.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Kauf finden sich auf der Webseite von ZEVO, Ten’s Complement.

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 4 Kommentar(e) bisher

  •  holzi sagte am 1. Februar 2012:

    der ganze copy on write teil hier ist falsch :)
    Was dort beschrieben wird ist deduplication.

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  •  stk sagte am 1. Februar 2012:

    Also ich hab extra nachgeschaut und Wikipedia meinte dazu:

    Die Grundidee des Verfahrens ist, dass die Kopie erst dann „real“ angefertigt wird, sobald sie von einem der Beteiligten verändert wird. Solange alle Beteiligten ihre Kopie nicht verändert haben, reicht es, das Original ein einziges Mal zu speichern. Die Kopie erfolgt also zunächst „virtuell“ und wird erst bei einer ersten Benutzung verzögert angelegt.

    Wohingegen es bei der Deduplication nicht beim Kopieren, sondern immer so gemacht wird.

    Antworten 
  •  holzi sagte am 1. Februar 2012:

    das problem ist das die algemeine Copy-on-write beschreibung hierfür nicht richtig ist.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Zfs#Copy-on-write_transactional_model

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  •  stk sagte am 1. Februar 2012:

    OK, danke, hab behoben.

    Antworten 

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