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Veröffentlicht am  30.04.12, 12:19 Uhr von  

NYT: Wie Apple mehrere Milliarden Dollar Steuern spart

NAMEApples weiße Weste bekommt zunehmend Flecken: Die New York Times berichtet über die Steuerschlupflöcher, die Apple benutzt, um die Ausgaben an dieser Stelle so gering wie möglich zu halten. Nicht nut in den USA, sondern auch im Ausland werden so diverse Millionen jährlich am Fiskus vorbeigeschleust.

Insgesamt hat Apple im Geschäftsjahr 2011 gerade einmal 3,3 Milliarden Dollar Steuern zahlen müssen – bei Erträgen von 34,2 Milliarden Dollar entspricht dies einem Steuersatz von 9,8%. In den USA spart Apple vor allem an der Körperschaftssteuer. Da diese in Kalifornien 8,84% beträgt, hat man kurzerhand ein Büro in Reno, Nevada, aufgemacht, um Finanzgeschäfte dort abzuwickeln. Warum? In Nevada gibt es keine Körperschaftssteuer. Dies ist komplett legal, genau wie verschiedene Außenstellen in Irland, den Niederlanden, Luxemburg sowie den Britischen Jungferninseln.

Über Luxemburg werden beispielsweise sämtliche iTunes-Verkäufe in Europa, Afrika sowie dem mittleren Osten abgerechnet, da in Luxemburg die Steuern relativ niedrig sind.

Apple wurde unter anderem mit einer Technik namens “Double Irish With a Dutch Sandwich” bekannt, die mittlerweile viele andere Unternehmen ebenfalls nutzen: Profite werden über irische Gesellschaften in die Niederlande sowie in die Karibik übertragen. Insgesamt werden rund 70% aller Profite im Ausland abgerechnet.

Ohne die genutzten Steuerschlupflöcher hätte Apple im vergangenen Geschäftsjahr mindestens 2,4 Milliarden Dollar mehr Steuern zahlen müssen, so der Wirtschaftsexperte Martin Sullivan. Zum Vergleich: Wal-Mart zahlte im gleichen Jahr etwa 5,9 Milliarden Dollar Steuern 24,4 Milliarden Dollar Profit – also etwa 24% Steuern, ein normaler Wert für ein Unternehmen außerhalb des nichttechnischen Sektors.

Wer allerdings denkt, dass Apples Steuertricks in der Branche einzigartig sind, der täuscht sich: Auch Google, Microsoft, Dell, HP und andere Unternehmen rechnen einen Teil ihrer Erträge über das Ausland ab, um Steuern zu sparen. Apple selbst sieht sich dabei durchaus im Recht: “Apple also pays an enormous amount of taxes which help our local, state and federal governments. In the first half of fiscal year 2012 our U.S. operations have generated almost $5 billion in federal and state income taxes, including income taxes withheld on employee stock gains, making us among the top payers of U.S. income tax.

[New York Times]

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 2 Kommentar(e) bisher

  •  Bluefalcon sagte am 30. April 2012:

    Das Grundproblem liegt nicht bei Apple, oder einer der anderen Firmen die sich diese Möglichkeiten ausnutzen, sondern bei denjenigen in den Regierungen die diese Schlupflöcher bestehen lassen.
    Unternehmen, Manager und Investoren suchen beständig nach Möglichkeiten die Gewinne zu maximieren, egal ob auf kosten der Arbeitnehmer, Lieferanten, Umwelt, Sozialsysteme oder eben den Steuersystemen. Skrupel kennen die Wirtschaftsleben – falls man sie denn so nennen will – nicht.
    Deswegen gibt es ja auch den internationalen Trend die Sozialsysteme immer weiter zu Schwächen, die Arbeitnehmer immer schlechter zu bezahlen und unter Druck zu setzen, oder eben Steuern zu vermeiden. Hier müssten unsere Politiker längst aufgewacht sein und mit entsprechenden Regeln dem einen Riegel vorgeschoben haben, jedoch profitieren sie selbst auf vielfältige Art und Weise davon und haben kein Interesse an gerechten Systemen.

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  •  MicNit sagte am 30. April 2012:

    Hotelbesuche.
    Flugreisen.
    Puffbesuche.
    Sponsoring.
    Parteispenden.
    Demokratie!

    Antworten 

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