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Veröffentlicht am  22.05.12, 13:58 Uhr von  

Cloud-Speicher aufgemischt: Google Cloud, SkyDrive, iCloud, Dropbox, SugarSync, Wuala im Vergleich

iCloudVor einigen Wochen hat Google sein Cloud-Speicher-Angebot für eine zunächst begrenzte Zahl von Nutzern geöffnet und damit den Markt mal wieder ein wenig durcheinander gewirbelt. Aber auch Microsoft mischt jetzt mit und so haben wir die Neuen mal mit ein paar etablierten Angeboten verglichen, vor allem da diese nun auch Änderungen eingeführt haben. Genauer inspiziert wurden Google Cloud, SkyDrive, iCloud, Dropbox, SugarSync sowie Wuala.

 

Immer wieder Google

Google macht es nicht immer vor, aber manchmal macht Google einiges besser, nachdem sie die Konkurrenz lange genug beobachtet haben und diese auf ein Stillhalten vertrauten. Was macht Google dieses Mal besser oder zumindest richtig? Da ist zunächst einmal die Größe des Speichers, mit 5 GB liegt er auf dem Niveau von SugarSync und nicht auf dem eher niedrigen von Dropbox. Eine Erweiterung auf 100 GB kostet etwa 46 Euro pro Jahr und liegt damit auf ähnlichem Niveau wie Microsofts SkyDrive, aber deutlich günstiger als Dropbox. Auch liegt die Größe einer einzelnen Datei bei großzügigen 10 GB. Selbst aufwändige Videos lassen sich so problemlos speichern. Derzeit ist Google Drive per Webbrowser und Desktop-Clients zu erreichen. Außerdem ist es in Android integriert, eine iOS-App wird in Kürze erwartet.

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Wie unterscheidet sich Google Cloud von anderen Diensten?

Die Google-Cloud unterscheidet sich vor allem in der Integration der anderen Google-Dienste, ansonsten ist es eher Standard. Der Dateisync mit dem Desktop funktioniert über ein kleines Programm, dass einen speziellen Ordner im System anlegt, der als Sync-Ordner dient. Die Apps für Android und iOS bieten direkten Zugriff auf die Daten und der Browser ist für den Notfall ebenfalls im Einsatz. Direkt integriert ist Google Docs. In der Cloud abgelegt Speicher werden entsprechend direkt im Browser zur Bearbeitung geöffnet. Positiv ist ebenfalls die Suche in Dokumenten, da diese besonders tief geht. Mittels Volltextsuche lassen sich PDF-Dateien anhand ihres Inhaltes finden. Die Drive-App für Android bietet beim Hochladen von Fotos eine OCR-Erkennung an. So lassen sich abfotografierte Texte anschließend ebenfalls durchsuchen.

 

Microsoft SkyDrive

Bereits einige Tage vor Google hat Microsoft seinen SkyDrive weiteren Nutzern eröffnet. So wurde eine Mac-App veröffentlicht, so dass man nun auch vom Mac-Desktop aus direkt mit SkyDrive synchronisieren kann. Gleichzeitig wurde auch die iOS-App erneuert und besitzt nun mehr Optionen. SkyDrive bietet seinen Nutzern 7 GB kostenlosen Speicher. Dieser kann für 37 Euro pro Jahr auf 100 GB erweitert werden. Altkunden von SkyDrive haben derzeit noch die Option, die alte Speicherkapazität von 25 GB kostenfreiem Speicher zu reaktivieren. Die SkyDrive Anwendung für den Mac richtet einen speziellen Ordner zur Synchronisation ein, außerdem wird ein Icon in die Menüleiste gepackt, über das man die Ordner und Einstellungen aufrufen kann, ganz so wie bei SugarSync oder Dropbox. Allerdings taucht gleichzeitig im Dock ein Programmsymbol auf, das man jedoch über einen Trick auf der Kommandozeile ausblenden kann – es wird ja nicht benötigt und verbraucht nur zusätzlichen Platz. Der Befehl, den man dazu im Terminal eingeben muss lautet:
defaults write /Applications/SkyDrive.app/Contents/Info.plist LSUIElement 1

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Eigenheiten

Etwas problematisch scheint im Moment noch der Umgang mit Sonderzeichen in Dateinamen zu sein, während Dropbox bekanntermaßen den Backslash nicht mag, hat SkyDrive auch Probleme mit dem Doppelpunkt, Sternchen, Fragezeichen und ein paar anderen Sonderzeichen. Weiterhin vermissen wir eine Funktion, die alle anderen Dienste bieten. Bei Dropbox, SugarSync und weiteren Diensten zeigt ein kleines Symbol neben der Datei im Finder an, ob diese aktuell ist, gerade hochgeladen wird oder gesperrt ist. Hier wird Microsoft sicher noch mal korrigieren. Auch bei Microsoft sind einige Dienste aus dem Portfolio integriert. So kann ein Teil der abgesteckten Online-Office-Tools über den Account ebenfalls genutzt werden, genauso wie Mail-, Kalender- und Nachrichten-Dienst.

 

iCloud

Apples iCloud ist zugleich mehr und weniger Cloud-Speicher. Mehr, da iCloud in diverse Anwendungen auf dem Desktop und auf iOS-Apps, sowie unter Windows direkt integriert ist, weniger, da eine Benutzung im Finder gar nicht vorgesehen ist. Auch wenn man sich über icloud.com einloggt hat man noch lange nicht den vollen Zugriff, so bleiben Dokumente und vor allem die Fotos im Fotostream auf das iPhone beziehungsweise iPhoto auf dem Desktop beschränkt. Durch seine fantasievollen Berechnungsmethoden sollten die von Apple zur Verfügung gestellten 5 GB bei den meisten Anwendern eine Weile ausreichen. Da zu den 5 GB zum Beispiel nur Dokumente, Mail und Backups zählen und sich der Foto-Stream ja selber nach 1000 Fotos / 30 Tagen selber „aufräumt“ ist zusätzlicher Platz oft nicht notwendig. Der Grund: Alles, was Sie in Apples Online-Stores kaufen wird nicht in den Platz einberechnet, also weder Apps, noch E-Books oder gar Musik, das spart eine ganze Menge an Platz. Sollte es eng werden, kann man weiteren Speicher zukaufen, 10 GB für 16 Euro im Jahr oder 50 GB für 80 Euro im Jahr. iCloud ist also mit den anderen Angeboten nur bedingt zu vergleichen, da es im Grunde nur die Aufgabe erfüllt, Geräte und Programmdateien zu synchronisieren, das kann iCloud und die zugehörigen Programme jedoch nahezu perfekt und ohne großen Konfigurationsaufwand.

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Dropbox

Dropbox ist der Pionier bei öffentlichen Cloud-Angeboten, doch muss er sich in letzter Zeit starker Gegner erwehren. Für viele stellt dabei der kostenlose Speicherplatz von 2 GB eine Hürde dar, die von vielen anderen Diensten inzwischen locker überboten wird. Bei Dropbox wird zusätzlicher Speicher monatlich abgerechnet. Für den kleinsten Leistungsschub von 50 GB zahlt man $ 9,99 beziehungsweise $ 99 pro Jahr, für 100 GB $ 19,99 / $ 199. Wer seinen Speicher kostenlos erweitern möchte, kann dies tun, in dem er Freunde und Bekannte von dem Anbieter überzeugt. Pro Werbung erhält man selber 250-500 MB zusätzlichen Speicher. Dafür kann Dropbox mit einer weitreichenden Integration punkten. Auf dem Desktop wird wie bei den meisten Angeboten ein spezieller Ordner angelegt, in dem sämtliche Inhalte automatisch mit der Cloud abgeglichen werden. Praktisch alle mobilen Apps, die Daten speichern, integrieren Dropbox in ihren Export-Funktionen. Dadurch haben es andere Dienste durchaus schwerer den Markt zu durchdringen.

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Verschläft Dropbox die Entwicklung?

Eine ganze Zeit lang hatte man das Gefühl, dass Dropbox auf die Konkurrenz nicht reagieren will. Der Speicherplatz blieb gleich, zusätzliche Funktionen waren rar und einzig die App-Integration war herausragend. Großes Manko: wollte man Dateien teilen, musste derjenige, dem man Dateien zukommen lassen wollte, ebenfalls Mitglied bei Dropbox sein, zwar kostenlos, aber dennoch umständlich in der Handhabung. Dieses Manko hat Dropbox in Version 1.2.52 aufgehoben. Die Dateien können dabei nicht nur heruntergeladen werden, sondern vor allem im Fall von Bildern, Videos und PDFs auch im Browser direkt angezeigt werden. Musik lässt sich so ebenfalls mit Freunden teilen, allerdings lässt sich diese auf dem Mac derzeit nicht im Browser abspielen. Dennoch vermisst man beim noch Branchenführer die Innovationskraft. Die aktuellen Anpassungen sind nur Reaktionen auf die Konkurrenz und keine neuen Entwicklungen.

 

SugarSync

SugarSync ist eher auf dem amerikanischen Markt verbreitet, erfreut sich aber inzwischen auch hierzulande größer werdender Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der reichlichen 5 GB freiem Speicherplatz und vielleicht auch dem SugarSync-Dateimanager. Bei SugarSync gibt es zusätzlichen Speicher von 30 GB für $ 4,99 pro Monat / $ 49,99 pro Jahr beziehungsweise 100 GB für $ 14,99 / $ 149,99. Sugarsync bietet neben dem Desktop-Client für Mac OS X und Windows Clients für praktisch alle Mobilsysteme und ist damit sehr variabel einsetzbar.

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Besonderheiten

Zwei Dinge zeichnen SugarSync aus. Zum einen gibt es hier einen echten Desktop-Client, der nicht nur einfach einen Ordner im Finder anlegt und synchronisiert, sondern bietet eine eigene Oberfläche mit der man Down- und Upload direkt steuern kann. Zudem beschränkt sich SugarSync nicht auf einen speziellen Ordner, sondern man kann diverse Ordner zum Sync-Ordner bestimmen und mit anderen Rechnern teilen beziehungsweise in die Cloud als Datensicherung übertragen. Will man Daten teilen, stehen dazu zwei Optionen zur Verfügung: entweder man teilt einen Link per E-Mail und erlaubt so dem Empfänger einen Download der verknüpften Dateien oder man teilt seine Ordner mit anderen SugarSync-Kunden und kann so gemeinsam an Daten arbeiten.

 

Wuala

Es ist sicher immer eine Frage, ob man wichtige oder gar vertrauliche Daten in die fremden Hände eines Cloud-Dienstes geben sollte, zumal bei amerikanischen Anbietern immer der Staat ein Recht auf Datenzugriff hat. Wer dort seine Zweifel hat, sollte einmal bei Wuala vorbeischauen. Der dazugehörige Desktop-Client verschlüsselt Daten bereits beim Client und überträgt die Daten anschließend verschlüsselt, so dass kein unberechtigter Zugriff darauf hat. Wuala bietet einen großzügigen kostenlosen Speicher von 5 GB, dieser lässt sich auf 20 GB / 50 GB oder 100 GB erweitern, wofür 29 Euro / 69 Euro oder 119 Euro im Jahr fällig werden.

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Zugriff

Der Zugriff erfolgt bei Wuala wahlweise über den Browser oder über die Wuala-Anwendung, diese bringt zunächst einmal 4 Standard-Ordner mit, die aber jederzeit erweitert werden können. Um eine bessere Integration mit dem Finder zu erreichen, ist es zudem notwendig, die Software MacFUSE zu installieren, die sich ebenfalls auf dem Installations-DMG befindet. Dateien teilen Sie entweder mit anderen Wuala-Benutzern oder über geheime Links, die direkten Zugriff erlauben. In diesen Links ist die Entschlüsselung der Daten jeweils direkt integriert. Außerdem kann man mit mehreren Wuala-Kunden Gruppen gründen, um gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten.

 

Fazit

Bis auf Dropbox, die immer noch bei 2 GB verharren, nähern sich alle freien Speicher etwa 5 GB, das reicht für viele Anwendungen sicher aus. Unterschiede finden sich in der Praxis der Datenspeicherung und Verteilung. Wuala und SugarSync setzen auf komfortable Dateimanager (und erlauben zusätzlich die Arbeit im Finder), Apple setzt komplett auf Automatik und bietet keine direkten Zugriffsmöglichkeiten und die anderen installieren spezielle, überwachte Ordner zur Synchronisation. Wer viel mit den Daten „arbeitet“ ist daher bei Wuala und SygarSync besonders gut aufgehoben. Inzwischen ist es endlich bei allen, außer Apple, zudem möglich Links auf Dateien auch an Anwender zu schicken, die im jeweiligen Dienst nicht angemeldet sind. Was die Integration in Apps, also den Austausch mit mobilen Geräten angeht, ist Dropbox immer noch führend. Und so ist der Gedanke sicher nicht verkehrt, auf mehrere Dienste parallel zu setzen, um deren positive Eigenschaften zu verknüpfen. Dies muss keinen Mehraufwand bedeuten, synchronisiert man entsprechende Ordern sinnvoll miteinander. Auf der anderen Seite bringt es ja auch etwas mehr kostenlosen Speicherplatz in der Wolke für Power-User.

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Die Tabelle steht hier auch noch einmal als PDF zur Verfügung.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 2 Kommentar(e) bisher

  •  robs sagte am 22. Mai 2012:

    Wer ein bisschen Zeit investiert, kommt bei Dropbox aber schnell auf über 20GB (gratis).

    Einfach ein bisschen im Internet suchen.

    Antworten 
  •  lifesmile sagte am 22. Mai 2012:

    …und vl. noch was Interessantes zur Datensicherheit:
    http://help.orf.at/stories/1698682/

    Antworten 

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