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Veröffentlicht am  21.09.12, 20:42 Uhr von  

Apple EarPods im Test: Ungünstiger Kompromiss

Apple EarPods ausgepackt Apple EarPods ausgepackt

Ich hätte zwar die neuen Kopfhörer von Apple, die EarPods genannt werden, bereits vorher kaufen können, doch ich habe geduldig gewartet, bis ich diese mit dem neuen iPhone 5 ausgeliefert bekam. Nun möchte ich die ersten Erfahrungen in einem Review notieren.

Das Besondere an den EarPods, so wurde uns auf dem letzten Special-Event von Apple erzählt, sei ihr Design. Über mehrere Jahre hinweg hat Apple Forschungen angestellt, um neue Ohrhörer zu designen, die in möglichst vielen Ohren Platz finden. In einem speziellen Trailer wurde diese Ausmess-Arbeit visualisiert, man zeigte uns Dutzende Paar Ohren von verschiedenen Menschen, und wie die EarPods diese ausfüllen.
Tatsächlich ist das Design anders, und wenn ich den Sitz der neuen EarPods mit demjenigen der alten Kopfhörer vergleiche, dann hat er sich verbessert. Zumindest zu 50 Prozent. Der Mensch ist nicht symmetrisch, Augen, Ohren, Hände, Füße – wir sind selten auf der linken Seite identisch ausgestattet wie auf der rechten. In meinem linken Ohr hält der Ohrhörer erstaunlich gut. Ich habe zu keiner Zeit das Gefühl, dass er herausfallen könnte. Das aber war bei den vorherigen Kopfhörern von Apple so und gilt auch für mein rechtes Ohr.

Mehr Tiefen

Akkustisch kann ich den Kopfhörer sicher nicht als Fachmann bewerten, aber ich kann Vergleiche anstellen zu den Kopfhörern davor. Apples EarPods hören sich nicht so gut an wie meine In-Ear-Kopfhörer von Sony, für die ich etwas mehr Geld auf den Tisch gelegt habe, sie hören sich aber besser an als ihre Vorgänger. Der Bass ist deutlicher als vorher zu vernehmen und insgesamt klingt die Audiokulisse satter, sowohl bei elektronischer Musik als auch bei gesprochener Sprache.

Fernbedienung FTW

Apple EarPods Fernbedienung

Apple EarPods Fernbedienung

Total unpraktisch finde ich an den EarPods aber zweierlei: Zum einen ist die Fernbedienung denkbar ungünstig angebracht, meiner Meinung nach. Sie findet sich relativ bald unterhalb des rechten Ohrhörers. Da dieser bei mir nicht denselben Halt bot, wie der linke, sorgte die Bedienung regelmäßig dafür, dass er herausfiel. Generell finde ich die Position so kurz unterhalb des Gesichtsfelds aber nicht optimal. Ich hätte mir die Anbringung der Fernbedienung eher auf Brust- oder Bauchhöhe gewünscht, weil man dann mit der eigenen Hand nicht jedes Mal nach oben greifen muss, wenn man die Lautstärke regulieren mag, oder das Abspielen anhalten möchte. Mir ist klar, dass dies der Funktionalität als Mikrofon geschuldet ist. Ich finde den Kompromiss aber ungünstig.

Darüber hinaus finde ich die Länge des Kabels zu kurz. Es ist ausgestreckt nicht mal 1,20m lang. Wenn man seinen iPod oder sein iPhone in der Hostentasche trägt, wird es knapp, vor allem dann, wenn es sich um größere Zeitgenossen der Gattung Homo sapiens handelt, die sie tragen.

Über die Sprachqualität des Mikrofons kann ich keine Aussagen treffen, da meine SIM-Karte noch nicht aktiviert ist, und ich deshalb keine Gespräche darüber führen konnte.

Fazit

Apples EarPods sind in meinen Augen klanglich besser als die Vorgänger. Bei mir persönlich konnte ich mit dem linken Ohr feststellen, wie es sich anfühlen soll, wenn Apple verspricht, dass die Kopfhörer deutlich besser im Ohr liegen. Leider hat mein rechtes Ohr da nicht mitspielen wollen. Ansonsten reichen die Kopfhörer in ihrer Klangqualität nicht an teurere Modelle heran und die Bedienbarkeit wird wegen der unglücklichen Position des Mix aus Fernbedienung und Mikrofon zu Ungunsten der Musikhörer unnötig reduziert. Das Kabel ist außerdem deutlich zu kurz. Ich würde sie nicht kaufen, weil ich schon deutlich andere Erfahrungen gemacht habe.

2,5/5Testurteil: 2,5/5 Macs
Bezeichnung: Apple EarPods*
Hersteller: Apple
Preis: 29,00€

* = Affiliate.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  Peter sagte am 21. September 2012:

    Wer zugibt, dass er die Qualität der Akustik nicht bewerten kann, ungleiche Ohren hat, sowie eine nicht aktivierte SIM-Karte hat, so frage ich mich, wie man dann einen vernünftigen Test abgeben will?

  •  Timo sagte am 21. September 2012:

    Ich frage mich eher: warum testet man die Kopfhörer nicht einfach mit einem alten iPhone mit bereits aktivierter Karte?

  •  at sagte am 22. September 2012:

    @Peter: Denk ein mal über das nach, was Du sagst. Mit deiner latent rassistischen Einstellung wirst du an dieser Stelle kein Gehör mehr finden. Wenn du Leuten, wegen ihrer Ohren verbieten willst, Produkte zu testen, dann werde ich dich zukünftig an dieser Stelle nicht mehr zu Wort kommen lassen. Dir ist schon klar, dass du bei keinem Menschen auf der Welt zwei gleiche Ohren finden wirst. Die Problematik hat Apple selbst thematisiert und du wirst sehen, dass sich durchaus etliche Apple-Kunden von diesem Produkt enttäuscht zeigen werden. Sicherlich mehr als Apple gerne hätte, weil die hübschen bunten Werbe-Videos nur dazu geeignet sind die graue Theorie etwas lebhafter zu präsentieren. Diese Form von Marketing versteht Apple gut, aber das ist nur Blenderei.

    Ich höre seit mehr als 20 Jahren sehr viel Musik und habe schon diverse Kopfhörer gehabt. Dass ich mir, auch weil ich für gutes Geld ein sehr gutes Paar gekauft habe, weil ich eben gerne Musik höre, dieses als Maßstab nehme und die EarPods dabei nicht gewinnen können, ist für mich eine notwendige Schlussfolgerung.

    Was hat eine aktivierte SIM-Karte mit einem Kopfhörer zu tun? Apples EarPods sind keine Freisprecheinrichtung, sondern in erster Linie Kopfhörer. Dass sie ein Mikrofon integriert haben ist eher eine unnötige Spielerei und gehört nicht zur Hauptaufgabe der EarPods, deren Namen man sicher nicht gewählt hat, weil man ein hypothetisches “iMic” im Sinn hatte.

    Es ist ein Test, eine Beurteilung, keine technische oder wissenschaftliche Analyse. Wenn ein Labor dir bescheinigt, dass die Kopfhörer ein Frequenzspektrum X abdecken – was genau hast du damit für eine Aussage getroffen? Richtig, erstmal keine.

    @Timo: Das iPhone muss zum Musikhören doch keine aktivierte SIM-Karte haben. Und Aufnahmen mit Apps kann man doch trotzdem machen. Nur diese Aufnahmen stellen für mich eher nicht die prototypische Verwendung dar. Das Mikro soll eher eine Sprachsteuerung ermöglichen und eben als Freisprecheinrichtung fungieren. Außerdem habe ich die Kopfhörer am iPhone 4S, iPhone 5 und iPad 3 ausprobiert. Das Klangergebnis war – richtig – überall gleich. Gegenüber den alten Kopfhörern klingen die EarPods voller und der Bass ist deutlicher zu hören. That’s it. Das Produkt wird nicht besser, wenn man so tut, also wollte man es mit Tabellen voll Zahlenkolonnen in irgendeinen Kontext stellen. Das Klangergebnis hängt schlechterdings nicht nur von den technischen Spezifikationen ab, sondern zum Beispiel auch von der Person, die sie trägt und auch von anderen Rahmenbedingungen, die Apple als Hersteller nicht beeinflussen kann.


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