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Veröffentlicht am  26.09.12, 23:16 Uhr von  

Devil’s Cove auf Kickstarter: Wie viel sollen Spiele kosten?

Anarchy Enterprises Anarchy Enterprises

In unserem Postkasten landete heute eine Pressemeldung von Anarchy Enterprises, die ein Point-and-Click-Adventure für Mac OS X, Windows, sowie iPhone, iPad und Android veröffentlichen wollen und dazu den Weg über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter gehen.

Natürlich habe ich mir das Video zum Projekt angesehen, und natürlich gibt es eine Zielgruppe für das Spiel. Dazu zähle ich die Fans von Wimmelbild-Spielen, die Schiebe-Rätsel und simple Puzzle mögen, und eine Atmosphäre eines Suchbildspiels einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchten. Tatsächlich aber habe ich mich gefragt, ob die Entwickler sich damit einen Gefallen tun, wenn Sie für ihr Spiel diesen Weg wählen.
Sicherlich kann man, wenn das Spiel nicht erfolgreich mit genügend Finanzmitteln unterstützt werden wird, immer noch den Weg zu einem Publisher gehen.

Wie viel kostet ein Spiel?

Anarchy Enterprises steckt sicherlich auch Arbeit in das Spiel. Es wird auf die Unity-Plattform gesetzt. Neben einigen 2D-Szenen sind durchaus auch 3D-Kamerafahrten vorgesehen und vielleicht wird ja sogar ein Großteil des Spielgeschehens in 3D stattfinden. Unity bietet aber schon eine Menge an – Entwickler, die mit der Unity-Engine Spiele produzieren wie Konsalik Romane, die verlieren irgendwann aus den Augen, dass sich die Games zu sehr gleichen, um langfristig interessant zu wirken. Entsprechend ist mir die Kinnlade heruntergefallen, als ich las, dass Anarchy Entertainment tatsächlich 185.000 US-Dollar einsammeln möchte, bevor das Ziel erreicht ist.
Meiner Meinung nach gibt es Situationen, in denen der Aufwand nicht immer gerechtfertigt ist, den Entwickler betreiben. Entsprechend wäre Weniger vielleicht mehr, um ein realistischeres Ziel vorzuschreiben. Auf Kickstarter werden super viele Projekte vorgestellt, nur ein kleiner Teil davon erreicht die vollständige Finanzierung. Doch deutlich kreativere Spielideen, die zudem wesentlich mehr “hermachen”, sind schon für deutlich weniger Geld auf Kickstarter finanziert worden.

Die Finanzierungsrunde läuft an Halloween aus. Bislang (Stand: 26.09.2012) haben schon 14 Personen insgesamt 562 USD zugesagt. Ich bin mehr als skeptisch, dass dieses Spiel sein Ziel erreichen wird. Die Entwickler sollten vielleicht darüber nachdenken.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  kusmi sagte am 27. September 2012:

    Vielleicht hast Du recht – aber auf der anderen Seite: Was ist Dein Jahresgehalt?

    In der Schweiz wären $185’000 ungefähr 2 Jahresgehälter (wenn man die Zusatzabgaben wie Altersvorsorge die eine Firma ausgeben muss, etc einrechnet). D.h. wenn z.B. 4 Leute an dem Spiel bauen, dürfen sie 6 Monate haben, damit sie einen “normalen” Verdienst haben.

    Aber ich gebe Dir grundsätzlich recht – soooo innovativ ist das Spiel jetzt nicht.

    Antworten 
  •  Kasper sagte am 27. September 2012:

    Ich finde es ebenfalls komisch, welche Werrtvorstellungen es hier geäussert werden. Da werden mindestens 3 Leite eine ganze Weile dran arbeiten müssen. Story schreiben, Grafikdesign, technische Umsetzung, Synchronsprecher, Arbeitsräume, Steuern, Telko und Reisekosten, Lizenzen für Werkzeuge…. Ich glaube Du unterschätzt den Aufwand für so ein Spiel gewaltig. Die Engine ist nur ein kleiner Teil….

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  •  at sagte am 27. September 2012:

    @Kasper: Ich finde es eher komisch, welche Wertvorstellungen diese Spieleentwickler haben. Und damit zu @kusmi zu kommen. Ich bin weit davon entfernt die Grenze für Kleinunternehmer in D zu überschreiten. Ich kenne auch Freunde, die Entwickler sind, manche davon verdienen richtig gutes Geld, mehr Geld als selbständige Handwerksmeister jemals davon träumen könnten bspw. Dass bei solchen Preisen dann so viel Geld aufgerufen wird, ist mir klar. Nur das setzen die Leute in diesem Fall ja selbst fest. Aber wenn andere Leute mit weniger auskommen können, dann diese sicherlich auch. Man muss das Ganze in einen Kontext stellen. Dieses Spiel ist ein billiges B-Movie mit keinem Schauspieler und kein AAA-Game. Die wollen 15 USD pro Spielkopie haben, für etwas, das kaum innovativer ist als ein Wimmelbildspiel, die im Handel nach 1, 2 Monaten verramscht werden für 3 bis 5 Euro das Stück.

    Jdf. müsste ich 4 bis 6 Jahre derzeit arbeiten, um in etwa so eine Summe aufzurufen.

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