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Veröffentlicht am  3.10.12, 15:08 Uhr von  Alexander Trust

Anna

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Mit ‘Anna’ hat das italienische Entwicklerteam Dreampainters ein Horror-Adventure geschaffen, das uns während des Tests ein ums andere Mal einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Ob das an dem Horrorgefühl oder doch einfach nur an den Schwächen des Spiels lag werdet ihr in unserem Test sehen.

Wer ist Anna und wer bin ich?

„Ich hoffte, ich hätte dich für immer und ewig vergessen. ANNA…meine große Liebe.“ Mit diesen Worten und den atmosphärischen Klängen der Gothic-Band Chantry beginnt dein Abenteuer. Wer oder wo du selber bist wird schon am Anfang nicht erklärt. Du weißt schließlich nur das was du siehst. Und das wäre in diesem Fall eine alte heruntergekommene Sägemühle am Rande eines Alpentals irgendwo in Italien. Die Sonne blendet und es rauscht ein kleiner Bach an deiner Seite. Alles ist schön idyllisch. Viel über die Zusammenhänge dieses Traumes und die Geschichte des Spielers erfahren wir nicht. Dieser scheint zufälliger Weise an Gedächtnisschwund zu leiden und weiß nur noch, dass wir in die Sägemühle müssen um seine Anna zu finden.

Der Spieler wird mit WASD im gemächlichen Schritttempo durch die 3D-Spielwelt gesteuert. Dies geht gerade wegen dem langsamen Tempo ziemlich gut. Eine Schwierigkeit besteht hingegen beim Ausfindigmachen von allen manipulierbaren Gegenständen in der Umgebung, damit man in die Mühle oder allgemein in dem Level weiterkommt. Da ist es kein Wunder, wenn man sehr lange braucht um alleine in die Mühle hineinzugelangen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Objekte, die man im Inventar ausgewählt hat millimetergenau auf den Gegenstand gehalten werden müssen. Dafür braucht man schon bei einigen Aufgaben eine Menge Zeit und eine Menge Nerven.Macht man etwas “falsch”, bekommen man gar keine Reaktion oder du darfst dir Kommentare anhören, wie “Ich muss ein kompletter Idiot sein”.

Ein wohlig warmer Schauer mit einem feinen Hauch von Frust

Doch nicht nur die Handhabung könnte für Grauen bei einem sorgen. Gleiches gilt für das Gameplay. Doch hier läuft einem ein wohliger Schauer über den Rücken. Dafür sorgen gut inzinierte Lichtwechsel oder sich plötzlich verändernde Zustände. Heißt: Blut spritzt aus der Wand oder Hände kommen plötzlich aus dem Boden. Verbunden mit guten Soundeffekten kommt so eine schöne Gruselstimmung zustande.

Neben der gelungenen Stimmung überzeugt die Präsentation der spannenden Story. Hier muss man vor allem zwischen den Zeilen lesen können um Wandmalereien richtig deuten zu können. Und wer das nicht kann, der muss wie ich viele Stunden mit Frust an den Rätseln herumprobieren. Denn die Rätsel sind alles andere als offensichtlich und logisch aufgebaut. So muss beispielsweise ein englischsprachiger Satz, der sich auf einer Wand befindet, richtig interpretiert und für die Lösung eines Rätsels eingesetzt werden.Dennoch fesselt einem die einfache Story von Anna so, dass man immer weiterspielen möchte um die Geheimnisse des nächsten Raumes herauszufinden. Dazu muss man auch manchmal Räume oder Stockwerke zurückgehen.

Es geht noch mehr!

Dennoch schwindet das Angstgefühl schnell wieder dahin. Hierfür sorgen schlechte Animationen und manchmal schwammige Texturen. Hinzu kommt natürlich das Gefühl “Das ist doch ehh alles nur ein Spiel”. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass wir alle viel zu Grafikverwöhnt sind und ein so kleines Studio nicht einfach so Bewegungen wie Grafikbomben Battlefield oder Skyrim hinzaubern kann.

Und zu guter Letzt: Das Fazit

Die Grafik - Technisch macht Anna einen ordentlichen Eindruck. Anfangs stören einige Pop-ups. Im weiteren Verlauf überzeugt das Horror-Adventure mit einer verhältnismäßig stimmungsvollen Optik.

Der Sound - Die Soundeffekte sowie der geniale Soundtrack tragen einen Großteil zur dichten Atmosphäre bei. Hier ist Gänsehaut garantiert!

Die Steuerung - Auch hier ist Gänsehaut garantiert, allerdings im negativen Sinn. Die fummelige Steuerung sorgt für etliche Frusterlebnisse. Aufgrund der fehlenden Hotspot-Anzeige befindet man sich hin und wieder in spielerischen Sackgassen, weil ein Objekt übersehen wurde. Immerhin schränkt die Anzahl an Schauplätzen das Suchgebiet ein.

Die Spieltiefe - Anna besticht mit dichter Grusel-Atmosphäre, einer spannenden Story und überwiegend motivierenden Kombinationsrätseln. Bei letzteren bleiben aufgrund des fehlenden Feedbacks und einigen Logiklöchern Frusterlebnisse dennoch nicht aus.

Der Einstieg - Der Einstieg ist absolut stimmungsvoll. Anna fasziniert sofort. Die fummelige Steuerung und mangelnde Hinweise erfordern dann jedoch etwas Geduld, um sich auf den Grusel-Trip einzulassen.

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