MACNOTES

Veröffentlicht am  11.11.12, 16:41 Uhr von  

Test: Eassee 3D Frame Kit für iPad

iPad der 4ten Generation iPad der 4ten Generation

Ein zunächst fast unmöglich erscheinendes Konzept: Ein Magnetrahmen, der auf dem iPad angebracht wird, verändert die Optik so, dass man 3D-Inhalte ohne zusätzlich erforderliche Brille betrachten kann. Verrückt, möchte man meinen. Bis man es ausprobiert. Und in der Tat: Was als große Innovation vermarktet wird und in der Theorie zu beeindrucken vermag – krankt in der Praxis gleich an mehreren Stellen.

Das Projekt mit dem merkwürdigen Namen Eassee 3D stammt von der Firma BananaFactory mit Sitz in Köln. Die Produktreihe wurde in Deutschland entwickelt und gefertigt, das gilt für Hardware und die passende Software.
Es handelt sich um ein Kit, bestehend aus einem per Magnet haftenden Rahmen, der auf dem Display des jeweiligen Gerätes angebracht wird, plus Anleitungen und Registrierungscodes für die entsprechend erforderliche App. Es gibt das Kit für das iPhone 4+4S (39,95€), iPhone 5 (44,95€), iPad 2, Das “neue iPad” und das vorletzte Woche vorgestellte neue “neue iPad”, das iPad 4 (alle jeweils für 79,95€ zu haben). Zudem gibt es beim iPhone 4/4S die Möglichkeit, eine abgespeckte Version für 24,95€ zu erwerben, wobei dort der Effekt durch eine komplizierter anzubringende Folie erreicht wird.

Verwirrung beim Testprodukt

Unsere Probe erreichte uns ohne konkrete Typenbezeichnung. Auf der Verpackung ist vermerkt, dass es sich um ein Modell fürs iPad handelt, was man aber auch der Größe der Sendung entnehmen konnte. Also nahmen wir zunächst ein iPad 2 zur Hand und legten fröhlich los. Tatsächlich ist das gelieferte Framekit aber die Version fürs Retina iPad, also das neue iPad und dessen kürzlich vorgestellten Nachfolger.
Wichtig ist die Unterscheidung, weil die unterschiedliche Pixeldichte auch eine unterschiedliche Auflage erfordert. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Installation

Hier punktet das Eassee 3D Framekit: Außer dem angekündigten Plastikrahmen mit Aussparungen für den Homebutton und die Kamera sowie vier passend zum Magnetmechanismus angebrachten rundlichen Magneten ist in der Papphülle nichts zu finden. Aus dem App Store muss die gleichnamige App geladen werden, mit der sich nicht nur YouTube-3D-Videos, sondern auch lokale Videodateien im 3D-Format umrechnen und anschauen lassen.

Die Lösung mit dem Magnethaftrahmen erspart das Aufbringen einer Folie mit allen Vor- und Nachteilen: Während man eine Folie nur einmal aufbringen muss und das Tablet danach bis auf einen störenden Verschwimmungseffekt normal nutzen kann, kann der Rahmen in der Schublade verweilen, solange er nicht gebraucht wird. Dafür muss man eben bei der Folie viel mehr aufpassen, dass die eingearbeitete Optik hundertprozentig sitzt, weil man nur einen Versuch hat.
Der große Nachteil des Rahmens ist, dass man durch ihn das iPad nicht mehr bedienen kann. Er ist nicht nahe genug am Display und außerdem zu dick. Also erst Video auswählen und starten, dann den Rahmen aufsetzen – hoppla. Plötzlich fällt einer der vier Magneten auf den Boden und muss erstmal wiedergefunden werden. Das ganze passiert mehrere Male.

Betrieb

Bei dieser Überschrift war ich mir nicht ganz sicher, über einen tatsächlichen Betrieb kann ich auch nach mehreren Teststunden nicht berichten.

Disclaimer: Ich bin keiner von den Menschen, die mit der 3D-Technik nichts anfangen können. Im Kino habe ich viel Spaß bei allen gängigen Umsetzungsformen mit Shutter-, RealD- oder MasterImage-Brillen. Auch 3D-Fernseher kann ich voll nutzen und das HTC 3D Evo Smartphone, das wie Eassee 3D ohne Brille beeindruckende 3D-Inhalte abspielt, begeistert mich ebenfalls. An mir liegt es also nicht :-)

Nachdem die Wiedergabe auf dem iPad 2, welches schlicht inkompatibel zum Eassee-3D-Rahmen war, wegen ständiger Verzerrungen und psychedelischer bunter Streifen nicht zu erreichen war, stellte sich unter Verwendung des passenden Apple-Tablets ein wenig Erleichterung ein. Die Streifen wurden weniger, der beschriebene Effekt schien sich langsam anzudeuten.

Aber Obacht: Wenn das iPad nicht – wie im Video des Herstellers – flach auf dem Tisch liegt, sind die schwachen Magneten nicht in der Lage, den Rahmen in der richtigen Position zu halten. So findet man sich entweder nach einer Weile in einer Situation chronischer Nackenschmerzen wieder oder aber ist bis zum Ende des Films damit beschäftigt, den Rahmen mit beiden Daumen so zu halten, dass man möglichst wenige Verzerrungen und möglichst viel 3D sehen kann. Ich spielte mit dem Gedanken, das Eassee 3D mit Tesafilm zu fixieren.
“Der starre transparente Rahmen sitzt dank Magnethalterung sicher auf dem iPad” – laut Herstellerhomepage zumindest. Im Test konnte ich schlicht keine Position finden, in der das funktioniert.

Die App

Eassee 3D” verdient keinen Schönheitspreis. Man öffnet die App, entscheidet sich über das Menü für ein 3D-Video und kann zwei Sätze über die Steuerung lesen. Es gibt aber auch einen Feedback-Button und die Möglichkeit der Weiterempfehlung.
Ab in die Youtube-Sektion und ein 3D-Kinotrailer geladen, dann den Rahmen aufsetzen. Es geht los – Pustekuchen. Die App ist nicht ausgereift, immer wieder fällt nach ein paar Sekunden der Ton aus, bei Auswahl eines neuen Videos wird stur das vorhergegangene abgespielt. Angenehm ist etwas anderes.

Es gibt laut Hersteller im App Store eine Reihe kompatibler Apps, eine davon soll der Pic3D-II Player sein. Also schnell installieren – es kann ja immer noch sein, das es an der App lag. Der Pic3D-II Player allerdings bekommt die Verbindung der 3D-Daten erst gar nicht hin, so dass der Eassee-Rahmen nur die hübschen Streifen hinzufügt. Das war es also auch nicht.

Fazit

Nachdem es mir auch nach mehrstündiger intensiver Benutzung und Beobachtung sowie genauer Befolgung der Anleitung nicht geglückt ist, einen wirklich brauchbaren 3D-Effekt festzustellen, gibt es nicht viele Möglichkeiten. Entweder habe ich ein Montagsprodukt erwischt oder habe etwas fundamental falsch gemacht. Die dritte Variante wäre bitter: Das Eassee 3D Frame Kit ist nicht marktreif. Ich schaue mir noch einmal die Herstellerhomepage an und sehe auf einem Produktfoto (neben der Tatsache, dass auch hier der Rahmen bereits ein Stück heruntergerutscht ist), dass die Folie genau andersherum auf dem Rahmen klebt. Ich entferne also die Magneten, drehe den Rahmen um und versuche es erneut. Eine Veränderung ist auch jetzt nicht bemerkbar.

Im Netz ist bisher noch kein anderer Test des iPad-Rahmens zu finden, einzig die iPhone-Variante wurde mehrfach ausprobiert und insgesamt in den meisten Fällen für gut befunden. Warum nun die Version fürs iPad so weit dahinterliegt, lässt sich zunächst nicht erklären.

0,5
von
10
Es handelt sich beim Eassee 3D Rahmen um eine recht gute Idee, deren Umsetzung diesem Test nach zu urteilen von der Marktreife weit entfernt ist. Der Rahmen hält nicht ordentlich auf dem iPad, die bunten Streifen und Verzerrungen je nach Blickwinkel schrecken eher ab als dass sie ein beeindruckendes Filmerlebnis bieten, welches zugegeben auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm des iPads ohnehin nie zu erwarten war. Einzig vermag die Lösung anzudeuten, wohin die Reise gehen kann, denn eine rudimentäre 3D-Umsetzung ist durchaus zu erkennen – wenn auch mit zu vielen Komplikationen für den ernsthaften Gebrauch. Ein Preis von knapp 80€ für die iPad-Variante des Eassee-3D-Rahmens ist aber bei einer derartigen Qualität und Leistung das Gegenteil von vertretbar. Einen halben Gummipunkt verdient die Idee zum Produkt.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 0 Kommentar(e) bisher


Kommentar verfassen

 0  Tweets und Re-Tweets
       2  Likes auf Facebook
       0  Trackbacks/Pingbacks
        Werbung
        © 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de