Kommentar: 15. November 2012,

Mobile Internetnutzung: Statistiken muss man nicht fälschen, aber Quellen angeben

Foto vom Beitrag des Absolit-Blog zu 9 Tipps, um mobile Nutzer richtig anzusprechen
Foto vom Beitrag des Absolit-Blog zu 9 Tipps, um mobile Nutzer richtig anzusprechen

Nicht nur im deutschsprachigen Internet gibt es immer wieder Beiträge von Internet-Optimierern, die mit Zahlenwerk nur so um sich werfen. Aktuell bin ich über die 9 Tipps gestolpert, um mobile Nutzer richtig anzusprechen.

Zahlenspielerei

Wie gut oder schlecht die Hinweise in dem Beitrag sind, kann man und kann ich gar nicht entscheiden. Man erfährt bei absolit, dass über dreißig Millionen Deutsche inzwischen ein Smartphone haben sollen. 8,2 Millionen Bundesbürger gingen angeblich per Tablet ins Internet, und Webseitenabrufe würden in Deutschland bereits zu 11,4 Prozent durch mobile Endgeräte durchgeführt. Fakt ist, dass keine dieser Zahlen durch irgendeinen Hinweis belegt ist.

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Zu der Frage des Quellennachweis gesellt sich noch der fehlende Kontext. Wann ist das “heute”, von dem dort geschrieben steht? Handelt es sich um das Jahr 2012? Oder stammen die Zahlen von wann anders? Wenn man als Leser nicht nachvollziehen kann, wie jemand solche Aussagen tätigt, sollte man sich erst gar nicht darauf einlassen.

Plausibilität reicht nicht, blindes Vertrauen ist fahrlässig

Alleine im Grundstudium der Sozialwissenschaften wurden mir genügend Hinweise gegeben, dazu, dass Datenbestände, selbst wenn man sie besonders sorgsam zusammenträgt, immer noch diverse Fehlerquellen beinhalten können. Das beurteilen kann man nur, wenn einem der Datenbestand vorliegt, wenn man außerdem die Methode kennt, mit der die Daten gesammelt und ausgewertet wurden, und wenn man die Zusammensetzung der “Versuchspersonen” kennt, von denen die Daten gesammelt wurden.

Gerade im Bereich von Webseiten-Optimierung passiert es nicht selten, dass die “Tipp”-Geber solche Informationen schuldig bleiben, wie im vorliegenden Fall.

Update: Heute erreichte mich eine E-Mail, mit dem Hinweis, dass der Autor des Beitrags mir in einem Kommentar geantwortet habe. Dieser hat seinen Artikel nun mit Belegen für seine Zahlen versehen. Es fällt jedoch der Hinweis, dass er Daten von Comscore aus Juli (27,3 Millionen) extrapoliert hat zu 30 Millionen heute und konstantes Wachstum unterstellt.

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