News & Rumors: 22. Dezember 2012,

U.S. Senator will keine Spiele wie GTA 5

Paragraphen

Das Sandy Hook Schulmassaker von Newtown ist nicht nur eine tragische Tat kurz vor dem Fest der Liebe, es dient so einigen Politikern und voreiligen Moralpredigern mal wieder als Grundlage zum Feldzug gegen Spiele.

Sollen nach Senator Manchins Meinung verboten werden – Drive-Bys

Wie schnell sich die Meute auf angebliche Details stürzt, zeigte sich, nachdem das Profil eines Ryan Lanza auf Facebook für das Profil des Täters gehalten und Mass Effect, das er auf seiner Like-Liste hatte sofort von ihnen als Killerspiel attackiert wurde.

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Auch hieß es, dass Adam Lanza gerne gewalttätige Spiele spielen würde, seine Bekannten und Freunde jedoch eher von Mario Party und Starcraft 2 sprachen.

Nun hat sich Senator Joe Manchin in einem Interview mit MSNBC zum Massaker geäußert. So scheint er eine klare Meinung bezüglich dessen zu besitzen, was zur Tat geführt haben soll. „Schaut Euch Grand Theft Auto an, welches von Rockstar Games in New York City herausgebracht wird und schaut Euch an, für was es wirbt,“ so Joe Manchin. „Sollte das nicht genauer betrachtet und vielleicht verboten werden?“

Ironischerweise ist Joe Manchin ein Verfechter der NRA und selbst Waffenbesitzer. Dass Adam Lanza Zugang zu Waffen hatte, in deren Gebrauch er versiert zu sein schien, wird von ihm nicht erwähnt. Die Übeltäter sind eindeutig brutale Spiele und der Geisteszustand des Jungen.

Zur NRA sagt er, „die sind meine Freunde…das sind gute Menschen. Sie sind tief betroffen. Sie sind genauso in Trauer wie jeder andere Amerikaner darüber, was mit den zwanzig kleinen Kindern passiert ist. Und ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand deswegen zum Feindbild erklärt wird.“

Interessant, dass er dennoch selber gewalttätige Spiele zum Feindbild erklärt, die es auszumerzen gilt.

Doch auch seine geliebte National Rifle Association hat ein Statement herausgeben und ihr Bild des Geschehens steht mit dem von Senator Joe Manchin im Konsens.

So wird auch von ihnen natürlich zu keinem Zeitpunkt der freie Zugang zu Waffen erwähnt, was die Tat überhaupt erst möglich gemacht hat. Die Feindbilder sind auch hier eindeutig klar: Es sind die Medien, vor allem Videospiele.

So sagte Vizepräsident Wayne LaPierre, „In diesem Land existiert eine herzlose, korrupte und verderbende Schattenindustrie, die Gewalt gegen ihr eigenes Volk sät und verkauft durch bösartige, gewalttätige Spiele mit Namen wie Bulletstorm, Grand Theft Auto, Mortal Kombat und Splatterhouse. Und eines davon nennt sich Kindergarten Killers. Es ist seit rund zehn Jahren online. Wie kommt es, dass meine Forschungsabteilung es finden konnte und Eure entweder nicht konnten oder nicht wollten, dass jemand erfährt, dass Ihr es gefunden habt?“

Neben den obligatorischen Spielen wurden gleich auch noch sämtliche Medien wie Filme und Musik zur Verantwortung gezogen. Selbst die Presse bekam ihr Fett weg, indem sie angeblich immer eine Antiwaffen-Stimmung durch reißerische Titel verbreite.

Auch hier, kein Wort zum Waffenrecht der USA.

Interessanterweise kommt Rückendeckung, wenn auch in etwas anderer Form, von einem der größten Widersacher gewalttätiger Spiele; Kaliforniens Kinderpsychologen und Senatsabgeordneten Leland Yee.

Leland Yee versuchte selbst vor einigen Jahren ein Gesetz durchzusetzen, welches den Verkauf gewalttätiger Spiele an Minderjährige unter Strafe setzen sollte und ging damit sogar bis vor den Obersten Gerichtshof. Er betonte aber immer, nicht gegen die Hersteller oder die Konsumenten vorgehen zu wollen, sondern lediglich den Verkauf an Minderjährige unterbinden zu wollen. Zur Zeit versucht er durchzusetzen, dass sich Kalifornier keine halbautomatische Waffen mehr kaufen dürfen.

Yee verfasste ein Statement per E-Mail: „Ich finde es verblüffend, dass die NRA sich auf einmal für die Auswirkungen ultrabrutaler Videospiele interessiert. Als unser Gesetzesentwurf vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wurde, blieb sie (NRA) völlig still, während andere Einrichtungen wie medizinische Organisationen uns unterstützten. Und jetzt, anstatt der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und an den Maßnahmen gegen die Verbreitung von Sturmgewehren in den USA teilzuhaben, versucht sie sich herauszuwinden. Mehr Waffen tragen nicht zum Schutz unserer Kinder bei, wie die Tragödie an der Columbine High School zeigt, bei der bewaffnete Sicherheitsleute nicht helfen konnten. Das Statement der NRA ist einfach nur lächerlich und völlig inakzeptabel.“

Quelle:
Gameranx, Kotaku

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