Veröffentlicht am 30.01.13, 23:23 Uhr von stk
Lloyd Chambers, ein professioneller Software-Entwickler, ist der Meinung, dass Apple bei der Entwicklung von Mac OS X auf falsche Werte gesetzt hat und mit dem aktuellen Kurs das System komplett an den Abgrund treibt. Das begründet er unter anderem anhand des Time-Machine-Features.
Extreme Tech hat einen Artikel von Lloyd Chambers aufgegriffen, in dem sich jener damit beschäftigt, dass seiner Meinung nach OS X von Apple kaputt entwickelt wird. Er selbst beschreibt sich als einen Software-Entwickler, der mit vielen Sprachen und Umgebungen Erfahrung hat und seit den frühen 80er Jahren mit Macs arbeitet.
Seiner Meinung nach verkommt Mac OS X immer weiter zu einem Abziehbild von iOS, bei dem nur wichtig ist, wie die Dinge aussehen, nicht, wie sie wirklich funktionieren. Professionelle Anwender werden im Stich gelassen, was sich an der 3 bis 6 Jahre alten Hardware des Mac Pro zeigt und den gar nicht mehr angebotenen Xserves. OS X verkomme immer mehr zu einer Unterhaltungsplattform, während ernsthafte Arbeit immer schlechter möglich sei.
Weiterhin findet er die Updates des Betriebssystems zu schnell und zu unausgegoren. Damit würden viele Fehler eingebaut werden, die unnötig seien. Weiterhin hätten Entwickler kaum Zeit, sich sinnvolle Konzepte auszudenken, weshalb Funktionen nur “gut aussehen”, aber unter der Haube voller Bugs sind. Dies liege zudem daran, dass Entwickler-Ressourcen zu den iOS-Geräten getrieben werden, anstatt am Desktop-System zu arbeiten.
In seinem momentan sechs Kapitel (plus Intro) umfassenden Artikel erklärt er seine Meinung anhand von Bugs, unter denen OS X leidet. So sei Time Machine nicht in der Lage, mit hinreichend vielen Laufwerken zusammen zu arbeiten. In seinem Mac Pro arbeiten diverse Festplatten, die in Partitionen aufgeteilt wurden. Time Machine hat hierbei offensichtlich reproduzierbar den Überblick verloren und die Partition mit dem System in die Liste der nicht zu sichernden Objekte aufgenommen.
Extreme Tech fasst zusammen, dass Apple auf Rufe wie diese hören sollte. Immerhin verlangt der Hersteller aus Cupertino viel mehr für seine Hardware und rechtfertigt das mit dem “It just works”-Image und dass viele professionelle Anwender mit dem Mac zufrieden sind. Wenn sich jene Anwender eine neue Plattform suchen, dürfte dieses Image darunter leiden, so die Zusammenfassung.
Und wie ist deine Meinung? Schreib uns einfach!
… man muß fei kein Entwickler sein, um zu erkennen das apple das “einst” schöne OSX zu einem klicki-bunti-XP-Vista-iPhonePad umgestaltet…. schade, wo doch apple gerade für die Kreativebranche einst unausweichlich war.
Manches wird auch besser, aber im Grunde hat er recht, es geht immer mehr kaputt.
Das ist doch der bestimmte Weg einer Software. Die einen schneller die anderen langsamer. Aber der am Ende eines Lebenszyklus einer jeden Software ist sie fett wie ein Mastschwein …mit einzigem Unterschied dass man die SW nicht essen kann ;)
Kann man hier irgendwo unterschreiben und das Teil zu Apple schicken? Wenn Apple solche Aussagen genauso selten hört, wie ich, dann wird sich nichts ändern. Gut, es ist auch fraglich, ob sich etwas ändern würde, wenn sie das mehrfach hören…
Peak Apple. Wenn es so weiter geht, muss ich mich bald nach einem anderen OS umschauen.
Snow Leopard. DAS war qualitativ das beste OS das ich bisher je genutzt habe. Seit Lion geht es OS technisch mit Apple Berg ab – steil Berg ab.
Sie haben sich zu viele Aufgaben und Ziele gesetzt seit Beginn der iPhone-Ära shiften Prioritäten und Men-Power immer weiter in ein Ungleichgewicht. Neue Hardware ist oftmals erst in der zweiten Generation fehlerfrei. Software (OS) wird immer mehr Fehlerhaft und unzuverlässig und gleicht bald dem Niveau vom Microsoft.
Waren das noch schöne Zeiten als Apple ein Geheimtipp war.
@Chris
Dem wäre ich zu widersprechen bereit. Am besten fand ich den Leopard. Bei Snow Leopard ist mir Dock-Exposé auf die Nerven gegangen und überhaupt hatte ich den Eindruck, dass Leopard besser lief. Vor allem auf schwacher Hardware. Mit Leopard konnte man mit dem schwarzen MacBook von Mitte 2007 und 2 GB RAM noch halbwegs arbeiten, bei Snow Leopard waren die viel schneller voll.
Ansonsten habe ich jetzt mit 10.8.2 grad ne Uptime von 52 Tagen und es ist noch nichts abgestürzt oder langsam geworden…
Ich kann deine Argumentation nachvollziehen allerdings würde ich ein Betriebsystem nicht danach beurteilen ob es auf Hardware besser oder schlechter läuft, die älter ist als das jeweilige Releasedate des OS. (Man spielt ja auch kein iOS6 auf ein iPhone 1st Gen und sagt dann das iOS6 schlecht ist, weil es auf dem alten Gerät nicht läuft.)
@Chris
Doch, das Recht nehme ich mir an dieser Stelle heraus. Ich kann dir auch sagen warum: iOS 6 brachte viele neue und sogar nette Features mit sich. Snow Leopard war betont ohne viele neue Features ausgestattet. Das hat sich alles unsichtbar abgespielt und an der Stelle bin “ich” der normale Anwender: Wenn es kaum neue Features gibt, sehe ich nicht so recht ein, warum die Software dennoch schlechter läuft. Das ist so in etwa wie mit iOS 4 auf dem iPhone 3G.
momentan weiß man nicht so recht, wie es mit Apple weiter geht. Keine echte tolle Innovation am Horizont sichtbar, bei pro Software hat man den Eindruck, als ob Apple nicht mehr so recht will. Selten echte Updates bei iWork, Aperture etc und man hat wirklich den Eindruck, als ob Apple mehr das schnelle Geld durch iPhone und iTunes Store sucht. Ich vermisse eine Aussage in Richtung Weiterentwicklung bei Mac.
Leider kann ich Hr Chambers nur zustimmen.
Es gibt nicht umsonst eine MacPro-Petition auf facebook – für 2,6 k einen Rechner anzubieten, der von vorgestern ist, grenzt wirklich an eine Frechheit. Schlimm, dass es auch noch die Pro-User trifft.
10.6 war echt klasse, seit 10.8.2 rödelt mein Spotlight unaufhörlich… da hat die QS echt gepennt – allerdings glaube ich, dass es eine solche Abt. für OS X gar nicht mehr gibt… ?!
Allerdings: Was kann man schon an 19 Euro brutto noch großartig verdienen? 10.6 hat mein pocket um knapp 130 Euro erleichtert, aber funktionierte tadellos.
Mein Appell: Apple, weg vom Spielzeug-Konzern! Weg von den i-Kiddies! Hört auf euere Nutzer! Vor allem auf die Pros!
@zerlett
Mini-Korrektur: Snow Leopard (aka 10.6) kostete 29 Euro. Leopard war das letzte OS, das wie “echte Software” kostete.
@stk:
Stimmt, sorry, es war 10.5 als die Leudde im Store Schlange standen für die 129 Euro. 10.5 war auch gut, m. E. nach.
Leider geht’s trotzdem weiter bergab, was die OS-Reihe betrifft… :-/
Wer braucht schon jedes Jahr ein neues Major-Release???
Lieber mal ordentlich pflegen! ^^