Apple: Analyst prognostiziert hohen Investitionsaufwand für die kommenden zwei Jahre

nw, den 28. Februar 2013
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In den vergangenen Quartalen häufte Apple ein Barvermögen von insgesamt 137 Milliarden US-Dollar an. Ein Spitzenwert für einen Elektronikkonzern, der sich mit diesem gigantischen Vermögen mühelos konkurrierende Hersteller vom Markt kaufen könnte. Gestern betonte Cook, dass Apple nach Kategorien für innovative neue Produkte suche.

Peter Misek, seines Zeichen Analyst bei Jefferies, informierte gestern in einer Notiz an Investoren, dass er Apple keine gute Prognose für die nächsten zwei Jahre abgeben könne. Apple werde in den kommenden zwei Jahren enorm in neue mobile Märkte, notwendige technische Entwicklungen und andere finanziell aufwändige Projekte investieren müssen. Kurzum Apples Investitionsaufwand sei in den kommenden Jahren enorm.

Hoher Investitionsaufwand

Apple werden in den kommenden Monaten auf die asiatischen Schwellenmärkte, wie zum Beispiel Indien, stoßen, deren Hauptmerkmal die erheblich günstigeren Einstiegspreise und Prepaid-Vertragsmodelle sind. Diese Märkte sind für Apple von Priorität, was nicht nur die über Ratenzahlung in Indien angebotenen iPhones belegen. Anstatt die Netzanbieter zu veranlassen, das iPhone zu einem subventionierten Preis zu verkaufen, könne der potentielle Kunde das Gerät bequem in Raten abbezahlen. Das habe bereits zu einem Erfolg in manchen Regionen geführt. Cook nennt dieses Vertriebsmodell übrigens „vielseitig“.

Die bislang hohe Marge beim Verkauf des iPhones werde sich in diesen Schwellenländern nicht fortführen lassen, was den Gewinn nachhaltig beeinträchtige. Die Investition ist aber allein deswegen essentiell, weil allein das indische und chinesische Endkundengeschäft zusammen genommen über enormes Potential verfügen. Außerdem werden weitere Investitionen in Fabriken bei Zulieferern wie TSMC oder Foxconn notwendig, um den gigantischen Produktionsaufwand auch nachkommen zu können. Die meisten Zulieferer hätten schlichtweg nicht das nötige Kapital um eine nominell zufriedenstellende Produktion bei einer wachsenden Nachfrage zu gewährleisten. TSMC soll laut Berichten im Januar beauftragt worden sein, den Apple A6X SoC für die vierte Generation des iPad zu fertigen.

Hinzu kommen die Investitionen in die Displayproduktion sowie die Kosten für das Betreiben der großen Server- und Datenzentren für den iCloud-Service.

Gewinnrückgang in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar

„International iPhone sales are slowing dramatically, particularly in lower GDP per capita markets“
Peter Misek

Misek geht von einem Gewinnrücknahme von mindestens 10 Milliarden US-Dollar in 2013 aus. Die internationale Absatz von iPhones werde dramatisch abnehmen, weil aufgrund von Modellen, wie in Indien, der schnelle Wechsel zu einem alternativen Smartphone erschwert werde. Der Umsatz werde langfristig gesehen zunehmen, allerdings sind Ratenzahlungsmodelle weit weniger flexibel als subventionierte Endgeräte.

Nicht zuletzt drängen sogenannte „White-Box-Smartphones“ von Billig-Smartphone-Herstellern auf diese Märkte, die Druck auf die Hersteller wie Apple oder Samsung ausüben, innovative Geräte mit Next-Generation-Hardware auf den Markt zu bringen.

Letztlich müsse sich Apple auch damit abfinden, dass auch die Börse weiterhin mit großen Erwartungen Apple gegenüber treten wird. Noch im September 2012 notierte die Aktie bei über 700 US-Dollar, um dann in den darauffolgenden Monaten unter 500 US-Dollar zu fallen. Inzwischen löste Exxon Mobil den Konzern aus Cupertino als wertvollstes Unternehmen an der Börse wieder ab. Apple würden aus den oben aufgeführten Gründen zwei sehr schwere Jahre bevorstehen. Das Barvermögen mache Apples Strategie in gewisserweise flexibel,  dementsprechend werde es eine bedeutende Rolle spielen.

via AppleInsider, engl.


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