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Veröffentlicht am  22.03.13, 10:34 Uhr von  

Telekom: Gerücht über DSL-Drosselung bei Traffic-Überschreitung ist ein Hoax vorerst nur ein Gedankenspiel

Telekom-PK CeBIT 2013 Telekom-Pressekonferenz auf der CeBIT 2013

Seit gestern Abend macht ein Gerücht die Runde, das äußerst schmerzhaft für DSL-Kunden der Telekom klingt: Laut fanboys.fm soll der magenta Riese ab Mai alle Arten von DSL-Anschlüssen ab einem bestimmten monatlichen Traffic auf 384 Kilobit pro Sekunde drosseln. Macnotes liegen Informationen vor, nach denen das nichts weiter als ein Hoax ist.

Das Gerücht

Die “Redaktion” der Podcast-Produzenten fanboys.fm hat eine anonyme E-Mail zugesteckt bekommen, die angeblich interne Informationen der Telekom umfassen soll. Obwohl der Absender sich nicht kenntlich zeigte, sah die Mail angeblich echt aus. Der Inhalt lautete, dass die Telekom ab dem 2. Mai 2013 alle Arten von DSL-Anschlüssen auf 384 Kilobit pro Sekunde im Download drosseln will, wenn der Kunde zu viel Traffic verursacht. Bei DSL 16000 (mit und ohne Entertain) soll dies bereits bei 75 GB geschehen, VDSL-Kunden sollen 200 GB erlaubt werden und Glasfaseranschlüsse würden bei der Überschreitung von 300 GB auf quasi unbrauchbare Downloadraten herabgesetzt werden.

Alles nur ein Fake

Bei dieser Meldung, die durch zahlreiche Publikationen aufgegriffen wurde, handelt es sich um eine Ente, wie der Telekom-Shop in Zeitz Macnotes mitgeteilt hat. Die Angestellten hörten dies zum ersten Mal und waren ob des Gerüchts fassungslos, weil der stark beworbene Entertain-Tarif damit unbrauchbar wird. Zwar gebe es bei VDSL- und Glasfaseranschlüssen die Klausel in den AGB, dass sich die Telekom bei einer Überschreitung eines bestimmten Wertes eine Drosslung vorbehält, aber 3 bzw. 6 Megabit pro Sekunde würden dennoch erhalten bleiben. In der Praxis hat die Telekom aber noch keine DSL-Anschlüsse wegen des Transfervolumens gedrosselt. Entertain-Tarife seien ohnehin von der Regelung ausgenommen, hieß es weiter, wobei dies zumindest für Glasfaseranschlüsse der Leistungsbeschreibung widerspricht.

Konflikt mit Fon-Kooperation

Eine Drosslung auf 384 Kilobit pro Sekunde, was 48 Kilobyte pro Sekunde im effektiven Download bedeuten würde und landläufig als “Dorf-DSL” bekannt ist, würde der Ankündigung von René Obermann zuwiderlaufen, der auf der CeBIT die Kooperation mit Fon als mittelfristige Alternative für mobiles Internet angekündigt hat. Auf die Datenübertragung, die im öffentlichen Netzwerk erfolgt, hätte der Kunde keinen Einfluss, weshalb es sich um einen Vertragsbruch sondergleichen handeln würde, meinte es die Telekom tatsächlich ernst mit dem Gerücht.

Telekom-Mitarbeiter haben langen Informationsvorlauf

Weiterhin gab der Telekom-Shop in Zeitz Macnotes gegenüber zu Protokoll, dass Änderungen an Tarifen vier bis sechs Wochen vor Inkrafttreten beim Shop-Personal ankommt, um bereits auf die tatsächliche Umsetzung eingestellt zu sein. Bei derlei gravierenden Änderungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen sei der Vorlauf sogar noch deutlich länger, hieß es weiter. Mit einer derart starken Bremse in der Bandbreite würde sich das Unternehmen zudem massiv in das eigene Knie schießen, weil Kunden dann von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen könnten und es sehr naheliegend ist, dass viele das Unternehmen verließen.

Update: Statement der Telekom

Auf der eigenen Firmenwebseite hat sich die Telekom nun ebenfalls zu Wort gemeldet. Demnach könnte es derartige Überlegungen tatsächlich geben, denn die Preise für Internetzugänge sinken ständig und die permanent steigenden Übertragungsvolumina machen das ganze Unterfangen teuer. Deshalb könnte es eine Lösung sein, den Traffic zu limitieren und “intensivere Nutzer” zur Kasse zu bitten. Derzeit sei aber ein solcher Tarif weder in Kraft noch sei das Vorhaben hinreichend spruchreif, so die Telekom weiter.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 8 Kommentar(e) bisher

  •  Highopie sagte am 22. März 2013:

    Das lies sich hier aber anders.
    http://blogs.telekom.com/2013/03/22/neue-spielregeln-fuer-dsl/

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  •  Helge Holst sagte am 22. März 2013:

    Jaja, soviel zum Thema “Ist ein Hoax”.

    Antworten 
  •  Oliver Gärtner (@OliverGaertner) sagte am 22. März 2013:

    > Derzeit sei aber ein solcher Tarif weder in Kraft noch sei das
    > Vorhaben ***hinreichend*** spruchreif, so die Telekom weiter

    Das klingt für mich nach allem, nur nicht nach einem Dementi. Sollte sich das bestätigen, wird es ein großartiges Leerstück für das Thema Netzneutralität werden: Geringes Datenvolumen im Standardtarif und alle bei der T gekauften Zusatzpakete werden nicht mit eingerechnet. Wie bei spotify. Schöne neue Welt wird das.

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  •  Chris sagte am 22. März 2013:

    Haha macnotes. Peinlich! Eure Quelle ist ein T-Shop in Zeitz? Ernsthaft? Nach dem blogeintrag der Telekom wohl mehr als lächerlich.

    Antworten 
  •  Silvio sagte am 22. März 2013:

    “…handelt es sich um eine Ente, wie der Telekom-Shop in Zeitz Macnotes mitgeteilt hat”
    Boah ich lach mich tot. Man weiß ja, das dir Telekom-Shops immer alles wissen, besonders der in Zeitz.
    Och und dann auf einmal stimmt der Scheiß dann doch … oh je, wie alt seid Ihr? 13?

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