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Veröffentlicht am  9.06.13, 19:29 Uhr von  

Synology DiskStation DS213+: NAS für PC, Mac und Linux im Test – Teil 1

Synology DiskStation DS213+ Synology DiskStation DS213+

Wir haben uns die Synology DiskStation DS213+ angesehen, eines der Premium-Modelle von sogenannten NAS für Endanwender und kleinere bis mittlere Unternehmen. Unser Test der DiskStation DS213+, die mit Mac OS X, Linux und Windows kompatibel ist, fällt umfangreich aus. Deshalb veröffentlichen wir ihn in zwei Teilen

Im März 2011 haben wir schon einmal eine DiskStation getestet, seinerzeit das Modell DS211j. Es konnte unseren Tester aufgrund seiner vielfältigen Funktionen, Mac-, Windows- und Linux-Kompatibilität, und der einfachen Bedienung begeistern.

Seitdem in Familien nicht mehr nur ein einziger Computer genutzt wird, sondern Kinder und Eltern eigene Geräte (Desktops, Laptops, iPads usf.) besitzen, stellt sich die Frage gemeinsam genutzter Dateien immer häufiger auch Privatanwendern. “Network Attached Storage”-Systeme, kurz NAS-Systeme stellen eine Lösung dar.

DS213+ Top-Modell für Privatanwender

Das von uns getestete System DS213+ wird von Synology als Top-Modell für Privatanwender angegeben und kostet z. B. bei Amazon* 319,00 Euro. Das Gerät steckt in einem kompakten, frisch grün-weiß designten Karton. In der Verpackung sind dazu noch eine Treiber-CD, Netzteilzubehör, LAN-Kabel und eine Schnellstart-Anleitung untergebracht.

Technische Daten

Die DS213+ wird angetrieben von einem Dual-Core-Prozessor mit 1.067 Ghz und besitzt 512 MB DDR3-RAM. Die beiden Fesplattenschächte können sowohl mit 2,5- als auch 3,5-Zoll-Festplatten bestückt werden. So stehen maximal zweimal vier Terabyte Speicher zur Verfügung. Als Anschlussmöglichkeiten finden sich neben LAN zwei USB-3-, ein USB-2- und ein eSATA-Anschluss. Die DiskStation ist darüber mit externen Festplatten erweiterbar.

Netzwerk auch für Laien

Hinter der Abdeckung an der Vorderseite befinden sich zwei Schlitten, auf denen beide Festplattengrößen befestigt werden können. Entnahme und Einsatz funktionieren tadellos, die Anschlüsse der Festplatten finden blind in den Steckplatz. Per LAN-Kabel habe ich die DiskStation mit meiner FritzBox verbunden und im Browser die Einrichtungsseite der Synology DS213+ aufgerufen. Zunächst wird ein Admin-Zugang eingerichtet, dann entschieden, ob die Festplatten separat oder als RAID-Einheit arbeiten sollen.

Nach der Einrichtung findet man sich im Hauptmenü des Servers im Browserfenster wieder, von wo aus man sämtliche Funktionen im Blick hat. Da auf der DS213+ ein Linux läuft, ist für versiertere Nutzer der Zugang über die Shell ebenfalls möglich, sofern man ihn einmal eingerichtet hat.

Für den Otto-Normal-Nutzer eignet sich die Browseroberfläche besser. Dort informiert ein Status-Fenster über den aktuellen Zustand der DiskStation und aktuelle Netzwerkdaten. Von hier aus werden die Festplatten inklusive Ordner-Struktur und Zugriffsberechtigungen, sowie die Benutzerkonten verwaltet. Die Bedienung ist übersichtlich und trotz des ungeheuren Funktionsumfangs auch für Leute mit wenig Netzwerkerfahrung möglich. Unterstützung leistet das kontextabhängige Hilfemenü, das an jedem Punkt der Einstellungen über Wissenswertes informiert.

Gemeinsamer Zugriff auf Dateien

Auf den Laufwerken erstellte Ordner können nach Belieben bestimmten Benutzern oder Benutzergruppen freigegeben werden. Die Synology DS213+ erscheint im Finder in Mac OS X unter “Freigaben”. Ein Klick mit anschließender Eingabe des jeweiligen Benutzernamens inklusive Passwort zeigt alle Ordner im Finder an, für die eine Berechtigung besteht. Der Einfachheit halber kann man dem NAS im Router eine feste IP-Adresse vergeben und zusätzlich einen DynDNS-Namen festlegen. Ich habe mich für den kostenlosen Service von Synology entschieden.

Dateiübertragungen funktionierten im Test problemlos, einzig die Geschwindigkeit über WLAN hätte doch etwas schneller sein können. Die lag in meinem Fall, in der Nähe der FritzBox 7170 bei guten 5 Mb/s. Bei direkter Verbindung des Mac an die FritzBox per LAN-Kabel waren es immerhin zwischen 6 und 12 Mb/s. Beides soll laut Forenberichten ebenfalls schneller funktionieren und ist teils auch der schon älteren FritzBox anzulasten; die Internetverbindung wird in meinem Netzwerk per LAN an eine Airport Express weitergegeben.

Fernzugriff auf Dateien

Neben der reinen Funktion als ausgelagertes Dateisystem bietet die DiskStation DS213+ weitere Einsatzbereiche. Als FTP- und WebDAV-Server ermöglicht das Gerät den Zugriff von außerhalb auf die Daten. Mit der kostenlosen iPhone-App “Documents” war es möglich, die Verbindung per WebDAV aufzubauen, am Mac funktionierte dieser Fernzugriff ebenfalls. Wer wenig Erfahrung mit Netzwerken hat, kann die eingebaute “Cloud-Funktion” nutzen. Diese richtet alle notwendigen Einstellungen selbst ein. Der Zugriff geschieht über die App “DS Cloud”, die es sowohl für iOS als auch Android gibt. Daten werden synchron gehalten und die Speicherung von bis zu 32 alten Versionen soll eine leichte Wiederherstellung ermöglichen.

Backup-Lösungen

Die Synology DiskStation bietet einen Service namens “Time Backup”, mit dessen Hilfe Schnappschüsse des Systems erstellt werden können, mit der Möglichkeit, die Zeitabstände selbst festzulegen. Per Zeitleiste können bestimmte Dateien oder Zustände des Systems wiederhergestellt werden. Zusätzlich unterstützt der Server die “Time Machine”-Funktion von OS X und eine Schnellspeicherfunktion für USB-Sticks und SD-Karten per Knopf, direkt am Gehäuse selbst.

Webserver

Wer sich auskennt und seine Website selbst hosten möchte, bekommt mit der DiskStation die Möglichkeit dazu. Alle nötigen Tools wie z.B. Asterisk, WordPress oder phpMyAdmin sind direkt über die DiskStation-Oberfläche installierbar, als Laie habe ich hiervon jedoch die Finger gelassen.

Multimedia

Sämtliche Medien wie Fotos, Musik und Filme können auf einfache Weise für Geräte im Haus freigegeben werden. Die Installation der Medienserver ist ein Kinderspiel und sobald die gespeicherten Inhalte indiziert sind, kann darauf per Webbrowser, DLNA-zertifiziertem Gerät oder iOS- und Android-App zugegriffen werden. Für alle Medienserver werden zugehörige Programme im iTunes- und Google-Play-Store kostenlos angeboten. Die Apps sind optisch nicht ganz “Apple-like”, erfüllen aber ihren Zweck.

Daneben lässt sich ein iTunes-Server auf der DiskStation DS213+ einrichten, der unter “Freigaben” in iTunes erscheint. Musik konnte im Test problemlos von dort abgespielt werden, allerdings sind (wie schon im Test der DS211j) die Cover der Alben nicht angezeigt worden.

Die Multimediafähigkeiten des NAS sind eine praktische Sache für Haushalte mit mehreren Geräten.

Einzelheiten im 2. Teil

Nach dem allgemeinen Überblick werde ich auf ein paar Funktionen der DiskStation in Teil 2 des Tests etwas genauer eingehen. Insbesondere die “Cloud Station”, der Zugriff per WebDAV und die verschiedenen Medienfunktionen sind einen zweiten Blick wert. Ein abschließendes Fazit wird den Test kommende Woche abrunden.

* = Affiliate.

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 4 Kommentar(e) bisher

  •  Korrupt sagte am 9. Juni 2013:

    Hihi, cool. Ich bin etwas neidisch, denn hier tut die 211er noch ihren Dienst, die ich seinerzeit hier besprochen hab. Nach wie vor im Mixed Environment – mehrere Linuxkisten, ein Macbook, das auch die Time Machine aufs NAS sichert und eine Windopekiste. Die zwei Platten sind so der Flaschenhals bei mir geworden, wobei das alte Modell mit USB2.0 aber auch einfach nicht die Erweiterbarkeit mit eben der geschwindigkeit hat, die man letzten Endes will. Insofern, USB3 und eSATA scheint mir hier eine sehr sinnvolle Aufrüstung zu sein, wobei sich meine Erfahrungen mit eSATA-Anschlüssen ein wenig in Grenzen halten.
    Was vielleicht in dem Kontext interessiert: die alte DS rennt aktuell auch mit dem aktuellsten Synology-OS. Sprich, Updatefähigkeit wirklich angenehm lang bisher mit einigen spannenden, neuen Features. Und nebenbei einigen “Downlioad Station”-Featuires, die die Kiste, wenn mans braucht, auch zu einer trefflichen, stromsparenden Filehoster/Torrent-Kiste machen.
    GFernzugriff/Dynamisches DNS gibts von Synology auch inzwischen einen eigenen kostenfreuien Dienst, man kann also auch einen kleineren Webserver oder den Home-FTP laufen lassen, wenn man den Upstream dafür hat. Die Fritzbox kann die DS dabei automatisch konfigurieren, was Portforwarding etc. angeht. Sauber.
    Was die neuen Kisten wohl auch von haus aus mithaben und ich huier IIRC nicht wirklich nutzen kann, ist die DVBT-Stick-Anschlussmöglichkeit, mit der das TZeil gleich auch noch ein programmierbarer DVBT-Recorder werden soll. Da will ich aber die Hand nicht für ins Feuerlegen, aber das ist natürlich auch nochmal ziemlich nett.

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    •  at sagte am 10. Juni 2013:

      Schön von dir zu lesen, Richie. Ich hab übrigens auch eine DS212+ daheim und erlebe noch einen anderen Flaschenhals. Die Dinger haben deutlich zu wenig RAM, um als echter Webserver zu dienen, geschweige denn für den Fernzugriff gescheit so lokale Website-Projekte für die Kolaboration einzurichten, um sie außerhalb des Internets mal zu testen. Gerade wenn man bestehende Projekte hat und große Datenbanken integrieren will, kann man “alle” bisherigen NAS-Lösungen mehr oder weniger vergessen. Leider. Da ist ein Linux-Rechner im besonders kleinen Gehäuse am Ende für versierte Nutzer die bessere Wahl, schätze ich.

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  •  Roland Arndt sagte am 9. Juni 2013:

    Meine nächste Anschaffung…

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  •  parsley sagte am 9. Juni 2013:

    Hier rennt die 212+ inzwischen parallel mit meinen beiden alten 108j. Bei den 108j ist eine 7170 noch ok, aber mit einer 212+ bzw 213+ rate ich dir entweder die 7170 gegen eine neuere mit Gigabit switch auszutauschen, oder für das LAN einen Gigabit switch daneben zu legen und alle LAN Geräte da dran zu hängen. Denn 100Mbit/s geteilt durch 8bit sind eben 12,5MB/s und 54Mbit/s WLAN eben nur 6,75MB/s. Daher bist du mit der alten 7170 mit den Werten einfach am Ende. Die 213+ kann aber definitiv wesentlich mehr!!! (Die theoretischen 125MB/s vom Gigabit LAN werden es aber wohl nicht sein, weil es da vermutlich andere Flaschenhälse gibt…)

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