MACNOTES

Veröffentlicht am  17.12.13, 16:22 Uhr von  Alexander Trust

Im Test: Brinell drive SSD in Makassar Ebenholz

Brinell drive SSD Brinell drive SSD - in Verpackung

Schön und schnell, so könnte man die Festplatten der Reihe Brinell drive SSD beschreiben. Das tut in jedem Fall der Hersteller. Da uns ein Muster eines solchen Solid Disk Drives vorliegt, wollten wir uns natürlich vom Werbeversprechen überzeugen.

Eine schlichte Pappschachtel, vergleichbar mit derjenigen von Pralinen, konnte ich in einem etwas größeren finden (vgl. Unboxing-Video). Darin war das Brinell drive SSD in der Makassar Ebeneholz-Ausführung mit 500 GB Kapazität untergebracht.

Ebenfalls an eine Pralinenschachtel erinnerte das System mit 2 Lagen. Unter der ersten finden potenzielle Käufer die Bedienungsanleitung, ein schlichtes Lederetui, ein USB-3-Kabel und ein Mikrofaser-Tuch. Letzteres ist ganz klassisch in einem Pappfalter untergebracht, angelehnt an ein Design eines 1895 vertriebenen Reiningungstuchs für Zylinder. Mit dem Tuch soll man den Rahmen der SSD, der aus gebürstetem Metall besteht, von Flecken befreien, damit die edle Optik nicht gestört wird.

Unboxing

Während die Optik des Geräts sehr edel wirkt, soll USB 3.0 und die Verwendung hochwertiger Komponenten für ausreichend Geschwindigkeit sorgen. Denn in allen Brinell drive SSD kommen SSD-Speicher des Typs Samsung 840 EVO zum Einsatz. Die EVO-Reihe ist die zweite von Samsung, die mit TLC-Speicher auskommt.

Das Brinell drive SSD gibt es in unterschiedlichen “Farben”, bzw. Materialien und mit verschiedenen Volumen. Die SSD gibt es mit 120, 250 und eben 500 GB und zwar in dem hier getesteten Makassar Holz, oder mit Leder in Weiß, Braun oder Schwarz, Edelstahl und Carbon in Weiß oder Schwarz. Neben SSD bietet der Hersteller normale HDD an. Der Preis für die hier getestete 500 GB SSD liegt bei 509 Euro. Die Variante Makassar Holz ist die einzige, die ein bisschen mehr kostet als alle übrigen, die es für 499 Euro gäbe. Bei Amazon verkauft Brinell ebenfalls, und zwar teils deutlich günstiger, dort bekommt man SSD-Laufwerke mit 500 GB für 420 bis 430 Euro inkl. Versand.

USB

Ich selbst habe leider kein USB 3.0 – weder an meinem 2008er Mac Book noch an meinem 2011er iMac. An letzterem betreibe ich Geräte normalerweise mit Thunderbolt oder eben USB 2.0. Der Anschluss der SSD an meine Computer ist mit Micro-USB-Kabel dennoch möglich. Allerdings wird man mit USB 2.0 nie die volle Leistungsfähigkeit bei der Datenübertragung erzielen. Es stellt sich aber die Frage, warum Brinell auf weitere Schnittstellen verzichtet.

Das Modell, das ich geschickt bekam, war leider mit NTFS formatiert, weshalb der Anschluss an den Mac zwar geklappt hat, ich aber Daten zunächst nur lesen konnte. Auf der Homepage des Herstellers allerdings steht, es sei “vorformatiert für Windows und Mac Systeme”. Entweder hat man das Gerät also ungeprüft von einem vorherigen Tester an mich weitergeleitet, oder aber das Werbeversprechen stimmt nicht. Für Nutzer moderner Windows-Versionen ist NTFS sicher das Format der Wahl. Ich musste hingegen zunächst die Festplatte formatieren, damit ich sie einem Disk Speed Test unterziehen konnt. Nutzer, die auch am Mac NTFS nutzen, gehören meines Erachtens eher nicht zur Zielgruppe von Brinell.

Datendurchsatz?

Wenn man meint, dass durch den Einsatz einer Samsung SSD 840 EVO alles in Butter wäre, dann irrt man. Zwar kann ich den Datendurchsatz mittels USB 3.0 nicht testen, sehr wohl aber Werte für USB 2.0 angeben. Die liegen bei meinem Testgerät leider jenseits von Gut und Böse. Von den theoretisch über die Schnittstelle möglichen 35 MB/s liefert das Brinell drive SSD lediglich 7,4 MB/s beim Schreiben und 11 MB/s beim Lesen (vgl. Benchmark-Screenshot). Dabei habe ich neben dem Disk Speed Test von Black Magic noch das Kommandozeilen-Tool “dd” verwendet, das die gleichen Ergebnisse liefert. Zudem habe ich den eher hypothetischen Fall der Optimierung des Controllers für ein Dateisystem versucht auszuschließen, indem ich neben Mac OS Extended (Journaled) auch mal mit Fat 32 formatierte. Das Ergebnis ist, wenig überraschend, identisch. Selbst meine in die Jahre gekommene Iomega 2,5-Zoll HDD liefert über denselben USB-Anschluss 20,4 MB beim Schreiben und 32,2 MB beim Lesen. Entsprechend enttäuscht das Ergebnis sehr.

Für USB 3.0 verspricht der Hersteller aus Karlsruhe 420 MB/s beim Lesen und 330 MB/s beim Schreiben im UAS-Modus. Dieses Versprechen kann ich aber nicht ganz glauben, wenn ich den Vergleich mit USB 2.0 sehe. Natürlich kann es sein, dass der Controller nicht für USB 2 optimiert wurde. Das wäre aber für diejenigen, die das Gerät trotzdem an ältere Rechner anschließen wollten, ein Grund es nicht zu kaufen. Allerdings hat der Kollege Frank Müller von neuerdings ebenfalls ein Modell getestet und kann die vom Hersteller versprochenen Werte durchaus erzeugen.

Fazit

Sieht man vom Umstand ab, dass ich mit USB 2.0 nicht annähernd Normalwerte beim Auslesen erreichen konnte, haben meine Recherchen im Internet ergeben, dass es möglicherweise einfach nur das Testmuster sein kann, das mir vorlag, das aus der Reihe tanzt. Selbst kann ich also keine Kaufempfehlung aussprechen, höchstens vielleicht, wenn der Hersteller ein Gerät zum Nachtest schickt, das eine ordentliche Datenrate liefert.

Der Marktpreis der SSD für 420 Euro mit 500 GB Kapazität ist bei der verbauten Samsung EVO 840 nicht zu teuer. Es gibt eine exquisite Optik für Liebhaber des Purismus. Denn obwohl das Holz ein Naturstoff ist, wirkt es in dem Edelstahl-Rahmen sehr autark. Das dürfte bei den anderen Materialien (Leder und Metalle) nicht anders sein. Es ist also Geschmacksache, ob man sich dafür entscheidet.

Update vom 19.12.2013: Der Hersteller hat selbst einen Test mit USB 2.0 und einer anderen SSD mit 500 GB durchgeführt und konnte 27,5 MB/s beim Schreiben sowie 35,7 MB/s beim Lesen feststellen. Ein Screenshot vom Speedtest wurde mit ebenfalls übermittelt. Man kann sich nur erklären, dass das Test-Gerät eventuell problematisch gewesen sei. Das Kabel, dass der Anbieter ebenfalls ansprach, kann ich ausschließen, insofern am gleichen Kabel eine andere Platte schnellere Ergebnisse lieferte. Man wird mir im neuen Jahr eine andere Festplatte zum Test zur Verfügung stellen, damit ich die Ergebnisse selbst verifizieren kann. Diese Werte jedenfalls machen die Platte natürlich für Nutzer älterer Geräte, die auf ein interessantes Äußeres setzen wollen, deutlich interessanter.

App(s) und Produkte zum Artikel

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 2 Kommentar(e) bisher

  •  Damian sagte am 26. Dezember 2013:

    Unsinniger Test. Wer kauft sich eine SSD Festplatte für 420 € und betreibt sie dann am USB 2 Controller?! Selbst wenn die SSD die Höchstrate über USB 2 erreichen würde, würde das keinen Sinn machen, denn jede andere HDD erreicht ebenfalls die Höchstrate. Wozu soll man sich also für USB 2 eine externe SSD kaufen?! Und was soll einem der Test nun sagen, wenn einer testet, der die Geschwindigkeit über USB 3 nicht messen kann?! Absolut nichts!!! In der Regel kann man beim Testen von Festplatten kaum etwas falsch machen. Aber dieser Test ist einfach nur unsinnig und vor allem nicht aussagekräftig. Sollte verboten werden!!!!

    Antworten 
    •  at sagte am 26. Dezember 2013:

      Externe Festplatten sind zum Datenaustausch gedacht, und nicht nur um auf deinem Schreibtisch zu verstauben. Wer außer Dir geht davon aus, dass alle Leute, zu denen so eine Festplatte getragen wird, auch USB 3 hat? Wenn der Chef einer Firma Daten drauf speichert, wird er sicher nicht tausende Euro ausgeben, nur um die Rechner seiner Mitarbeiter zu aktualisieren, damit auch die in den Genuss der Geschwindigkeit kommen. Aber mir scheint, dir fehlt das Abstraktionsvermögen für solche realen Situation.

      Antworten 

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de