MACNOTES

Veröffentlicht am  27.05.14, 3:16 Uhr von  Alexander Trust

Test: TibiaME für Windows 8 und RT

TibiaME TibiaME - App-Icon

TibiaME ist eines der ältesten MMORPG für mobile Plattformen. Über den Windows Store findet es nun auch den Weg auf Tablets mit Windows 8 oder Windows RT und eine Version für Windows Phone gibt es ebenfalls. Wir haben im Review zu TibiaMe überprüft, ob das Spiel noch zeitgemäß ist.

Keine Frage, TibiaME hat eine eingefleischte Fangemeinde. Seit 2003 wurde das Spiel stetig weiterentwickelt und vor allem inhaltlich erweitert. Technisch merkt man, dass man es nicht mit einem AAA-Game zu tun hat. Tatsächlich steckt viel Liebe in TibiaME, allerdings hat das MMORPG auch seine Ecken und Kanten.

Viel vom Spieler verlangt

Die allererste Begegnung mit TibiaME dürfte unbedarfte Tablet-Nutzer eher abschrecken. Denn der Bildschirm wird schwarz und man bekommt über einen Ladebalken und knappe Hinweise mitgeteilt, dass Updates heruntergeladen würden.
Nachdem ich mir dann einen Charakter erstellt hatte und mich mit einem der Spieleserver verband, folgte die Präsentation der Vorgeschichte. Die ist durchaus detailliert, allerdings sehr “puristisch” präsentiert worden. Auf einem eingefärbten Hintergrund sieht man fast winzige Kachel-Grafiken mit wohl 256×256 Pixel, die helfen sollen den Text darunter zu bebildern. Wie in einem Buch blättert man Seite für Seite weiter und liest, und liest, und liest… Den Text zur Vorgeschichte wirklich durchgelesen haben sich wohl nur Fans und äußerst geduldige Menschen. Denn bis dahin gab es keine einzigen Soundeffekte und vom Spieler zu erwarten, er würde so viel eigenes Interesse mitbringen, um das alles zu lesen, noch dazu in Englisch, deutet darauf hin, dass TibiaMe eine ganz klar umrissene Zielgruppe hat: versierte Computer-Spieler und Retro-Fans. Denn die lieben derlei 2D-RPG mit Sprites als Grafiken und wenig Effekten. Diese Rolle füllt TibiaME prototypisch aus und wird also der sehr kleinen Zielgruppe gerecht.

Die Bedienung über den Touchscreen auf unserem Testgerät, dem Surface 2 von Microsoft, zeigte sich erstaunlich leichtgängig. Man kann seine Figur auf zwei Arten steuern, und wenn man eine Tastatur anschließt streng genommen sogar auf drei. Denn neben dem direkten Antippen von Punkten auf dem Bildschirm, zu denen die Spielfigur dann hinläuft, gibt es auch ein virtuelles D-PAD auf dem Display, mit dem man die Figur bewegt. Alternativ kann man klassische Tasten auf einem Bluetooth-Keyboard oder Microsofts Anstecktastatur nutzen.

Nicht für Einsteiger

Doch auch wer sich nicht mit dem Genre und Gepflogenheiten auskennt, oder das Spiel eventuell schon vorher kannte, der wird von den Entwicklern zu Beginn allein gelassen. Im Inventar sind nicht alle Symbole so gewählt, dass sie selbsterklärend sind und so legt man vielleicht einen Gesundheitstrank am Boden ab, obwohl man ihn eigentlich nutzen wollte, um die eigene Gesundheit zu stärken.

Ergonomie bleibt Plattform treu

Gleiches gilt im Übrigen für das Ausrüsten der eigenen Figur mit Gegenständen. Ich habe zunächst ein Schwert weggeworfen, anstatt es anzulegen. Da ich durchaus andere RPG wie Zenonia auf Tablets wie dem iPad gespielt habe, bin ich sicherlich auch etwas verwöhnt. Auf einem Tablet hätte ich erwartet, dass das Inventar, wenn es schon dauerhaft im rechten Bildbereich sichtbar ist, auch ein Drag-and-Drop erlaubt. Das ist nicht der Fall. Die einzelnen Felder sind lediglich anklickbar. Im Zweifelsfall erscheint eine Aktionsleiste mit weiteren Symbolen. Diese sind, wie erwähnt, nicht selbsterklärend und man könnte vielleicht beim Überfahren mit der Maus, die auf dem Tablet ja eigentlich nicht als Eingabegerät gedacht ist, in Erfahrung bringen, was der Button eigentlich für eine Aufgabe hat. An dieser Stelle merkt man genau, dass TibiaME vom PC kommt und dort zu Hause ist. Die Nutzung auf einem Tablet ist “okay”, doch es gibt deutlich “intuitivere” Spiele.

Eintönige Kämpfe

Den Faktor Geduld spielt nicht nur beim Durchlesen von Gesprächen eine Rolle, sondern auch bei etwaigen Kämpfen mit Widersachern. Die laufen nämlich einfach so in der Gegend herum und wenn der Widersacher es nicht möchte und genügend Hindernisse im Weg sind, kann man vor ihm auch nicht mehr fliehen. Dann muss man den Kampfhandlungen zusehen, die deutlich weniger spannend sind als der Ticker beim Bundesliga Manager Professional. Man drischt am Anfang mit seiner Waffe auf den Gegner ein – kann höchstens im Spielverlauf auch Zauber und andere Waffen einsammeln – und sieht entsprechend nur eine Mini-Animation und eine Zahl am Rand der eigenen oder feindlichen Spielfigur aufscheinen, die anzeigt, wie viel Lebensenergie der eigene oder gegnerische Angriff gerade gekostet hat. Angesichts der Tatsache, dass es sehr viele 2D-RPG auf mobilen Plattformen wie iOS, Android oder Windows Phone gibt, tut man sich schwer, Vorzüge von TibiaME zu sehen. Kämpfe sind in Spielen wie Final Fantasy deutlich schöner präsentiert und erhalten zudem über den rundenbasierten Charakter eine strategische Tiefe, die TibiaME komplett fehlt. Wenn man umgekehrt nach bloßen Hack-and-Slash-RPG schaut, dann gibt es auch für diese Sorte Alternative wie Dungeon Hunter von Gameloft, Zenonia von Gamevil oder – ebenfalls von Gameloft – wenn man auf den Faktor MMO Wert legt, sogar einen World-of-Warcraft-Klon namens Order and Chaos Online. Den allerdings gibt es bislang nicht für die Windows*-Plattform, sondern lediglich für iOS oder Android.

[is-gallery ids="71097,71096,71095,71094"]

Sehr viel Spiel

Wenn man sich nicht daran stört, dass die Präsentation des Games nicht annähernd zu der umfangreichen Geschichte und der immensen Spielzeit des MMORPG passt, und die Bedienung nicht optimal an Tablets angepasst wurde, dann bekommt man sehr viel Spiel für gar kein Geld. Denn TibiaME ist gratis.

Selbstredend gibt es aber die Möglichkeit sich Premiumzeit zu erkaufen oder Platin. Das geschieht jedoch nicht im Spiel selbst, sondern über die Webseite zum Spiel. Dort kann man unter Angabe seines Charakternamens und der Weltnummer, in der man sich mit dem Char befindet, die gekaufte Leistung übertragen.

Fazit

TibiaME ist ein MMORPG. Nur weder im Bereich MMO noch im Bereich RPG kann es wirklich punkten. Einzig die umfangreiche Storyline ist, wenn man sich darauf einlässt, ein Grund, sich dem Spiel zu widmen. Dies werden wohl nur wenige Spieler tun, die dann aber richtig. Denn obwohl TibiaME schon 2003 eingerichtet wurde, hat es heute noch aktive Spieler.

Während die Community also hervorzuheben ist, muss man tatsächlich formulieren, dass es genügend Konkurrenz gibt, die in puncto Präsentation deutlich besser wegkommt. Die Ecken und Kanten von TibiaME muss man mögen, sonst wird man mit dem Spiel nicht warm. Damit das jeder für sich herausfinden kann, ist das Spiel zum Glück kostenlos.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de