Kommentar: 8. Dezember 2014,

Nähkästchen #1: Mitarbeitersituation, Altlasten 3GStore und Co.

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Gerne möchte ich an dieser Stelle ein neues Format aus der Taufe heben, das ich Nähkästchen nenne, und in dem ich mehr oder weniger über Interna plaudern möchte, um unsere Leser wieder mehr ins Boot zu holen. Dabei geht es nicht um schmutzige Wäsche, sondern vor allem um Dinge, die schon damals besser hätten kommuniziert werden können. Den Anfang macht ein Blick auf etwaige Altlasten.

Zum 1. Juli 2014 hat Macnotes abermals den Besitzer gewechselt. Schon zuvor gab es jedoch für eine ganze Weile keine festen Mitarbeiter mehr. Alle, die seit einiger Zeit für Macnotes aktiv waren, sind bzw. waren freiberuflich tätig. Ich für meinen Teil mag diese Flexibilität und im Online-Journalismus ist das keine Seltenheit.

Dennoch hört man manchmal von Kritikern, die nur ab und zu mal auf Macnotes lesen und gerade einen Tag erwischen, an dem vielleicht weniger Nachrichten veröffentlicht wurden, es sei wenig los. Euch sei gesagt: Wir planen langfristig. Das Budget gibt es aber derzeit nicht her. Ausnahmen gibt es bislang nur in Form des Kollegen Stefan Keller, der ab und zu mal etwas schreibt, oder, gab es zu den Livetickern mit Max. In beiden Fällen entschied ich mich in meiner Funktion als „Chefredakteur auf dem Papier“ dazu, dass ich beide quasi als Sub-Unternehmer beauftrage und entsprechend aus meiner eigenen Kasse bezahle. Die Alternative wäre, mich vierzuteilen und das möchte ich niemandem zumuten.

Ich schreibe auch deshalb über die Mitarbeitersituation, weil wir seit dem 1.7. einige Initiativbewerbungen erhalten haben, denen wir absagen mussten. Mittelfristig soll Macnotes aber keine One-Man-Show bleiben, sondern wieder so aufgestellt werden wie früher. Doch bis es soweit ist, müssen wir mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stellen, schauen, dass wir Einiges an Vertrauen zurückgewinnen, das im Laufe der letzten Jahre womöglich verloren ging.

Altlasten: 3GStore und Co.

Mit Unterbrechungen arbeite ich schon einige Jahre bei Macnotes. Ich habe erlebt, als es hieß, wir sollten eigene interne Projekte anschieben helfen. Wie sollten wir das tun? Nun, die Frage ist recht einfach zu beantworten. Wie kann eine Webseite das tun? Einerseits kann sie ihre Reichweite nutzen, um eine Marke bekannt zu machen, andererseits kann sie, wenn es sich anbietet, Beiträge der anderen Webseiten verlinken.

Zu den internen Projekten, in denen der Vorbesitzer involviert war, gehörte neben dem 3GStore das App-Verzeichnis 3GApps. Tatsächlich waren beide Produkte entstanden, weil es Bedarf dafür gab. Apple hat seinen App Store erst sehr spät ins Netz geholt und es gab wohl genügend Leute, die gerne ein iPhone haben wollte, um es außerhalb des T-Mobile-Netzes nutzen zu können.

3GApps

Trotzdem gab es in beiden Fällen Kritik von Seiten der Leser, die zum Teil einleuchtet. Bei 3GApps beispielsweise hieß es, die Redaktion solle Apps mit Namen zu den entsprechenden Seiten bei 3GApps verlinken. Weil es seinerzeit die von Google geführte Debatte für nofollow-Links nicht in dem Maße gab wie heute, machte sich der frühere Betreiber darüber keine Gedanken. Wir uns aber heute. Denn die von Hand eingefügten Links baue ich heute wieder ab. Da die Ressourcen, mit denen Macnotes heute haushält, begrenzt sind, nimmt das einige Zeit in Anspruch.

Doch neben der Debatte um nofollow-Links gibt es noch die der Ergonomie auf Seiten der Macnotes-Nutzer. Sie litt. Warum? Nun, statt mit einem Klick zu einer App im App Store weitergeleitet zu werden, wurde man zunächst auf 3GApps umgeleitet und musste dort abermals klicken. Latent hat die Redaktion auf die Kritik der Leser in diesem Fall reagiert, weil immer weniger und weniger Apps „auswärts“ verlinkt wurden, sondern wir wieder auf direkte Affiliate-Links zurückgriffen. Als dann Apple selbst mit den App Store Inhalten im Internet vertreten war, wurde die Idee von 3GApps außerdem nicht mehr weiter verfolgt. Heute werden wir, bzw. wird der neue Betreiber angeschrieben von App-Entwicklern, denen ihre Apps von damals peinlich sind und weil sie zwar im App Store nicht mehr vorhanden sind, aber noch auf 3GApps, werden wir hin und wieder gebeten, die Einträge zu löschen.

Hätte man es anders machen können? Ich denke schon. Man hätte die Projekte trennen können und stattdessen mit echter Werbung das App-Verzeichnis bewerben sollen. Natürlich hätte ein Interview oder eine Meldung auf Macnotes nicht geschadet. Doch wer als Betreiber in der Lage ist, Spenden für Online-Marketing-Partys einzusammeln, der hätte sicherlich durch ebendiese Kontakte auf lokaler Ebene in befreundeten Magazinen oder sogar in anderen Medien für das Projekt werben können.

3GStore

Mit dem 3GStore verhielt es sich etwas anders. Er war für den ehemaligen Macnotes-Betreiber eine Erfolgsstory. Denn dieser erkannte früh den Bedarf und am Ende gab es sogar zwei Ladengeschäfte in Bochum und Berlin unter der Marke 3GStore. Die Webseite wurde später verkauft.

Doch gerade beim 3GStore war die Kritik einiger Macnotes-Leser sehr direkt. Teilweise so direkt, dass die Redakteure nicht anders konnten, als die negativen Kommentare stehenden Fußes zu löschen. Tatsächlich fand man sich als freier Mitarbeiter dann in einem Konflikt wieder, den Weisungen zu folgen und aber die Kritik aushalten zu müssen. Man kann die Meinung der Leser nachvollziehen, die fanden, dass iPhones zu teuer abgegeben wurden. Doch ich muss sagen, als Early-Adopter zahlt man gerne mehr. Zudem hat der 3GStore sich rechnen müssen. Mitarbeiter in den Ladengeschäften wollten bezahlt werden und die Margen waren sicherlich nicht exorbitant, gemessen an dem Aufwand, den man für die Pacht der Geschäftsräume, Garantieleistungen, Support, etc. pp. bereitstellte. Zum Selbstkostenpreis weitergeben konnte man die aus dem Ausland importierten Geräte jedenfalls nicht. Händler, die versuchten in diesem Bereich die Verkaufspreise zu senken, mussten schnell die Segel streichen.

Auch im Fall des 3GStore gilt: Wir arbeiten daran, die Links auszubauen, weil aber neben mir kaum jemand mitarbeiten kann, dauert es vielleicht etwas länger und fällt für neue Leser sowieso nicht mehr ins Gewicht, da es seit dem Verkauf des 3GStore schon jahrelang keine Hinweise mehr auf Macnotes gab.

Galerie, Galerie

Ebenfalls zu dem Haufen Arbeit, der wegen über 30.000 Dokumenten von Macnotes und den Seiten, die darin aufgegangen sind, auf mich wartet, gehören die Artikelbilder und Galerien. Schon zu Zeiten des Vorbesitzers gab es alleine zweimal einen Wechsel bei der verwendeten Technologie für die Galerie. Beim ersten mal wurde ein Script geschrieben, um die Bilder der alten Galerie in der neuen weiter zu verwenden.

Doch beim nächsten Wechsel gab es keine Ressourcen mehr und zudem kann man Software, die nicht mehr aktualisiert wird, nicht unterstützen und obendrauf mussten wir feststellen, dass manche verwendeten Galerie-Plugins am Ende sogar die Ladezeiten der Webseite unnötig verlängern. Gerade aber die Ladezeit ist für Google und unsere Leser ein entscheidendes Kriterium. Vor dem Hintergrund all dieser Arbeit sollte man Macnotes eigentlich besser mit dem Kölner Dom vergleichen, der nie fertig wird, weil es immer was zu reparieren gibt.

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