Kommentar: 27. Dezember 2014,

31C3: Keynote mit verschenktem Potenzial

31C3
31C3 - Alecempire auf der Keynote

Eine Keynote für ein Event dient als Aufgalopp. Die Keynote zum 31sten Chaos Communication Congress in Hamburg wirkte leider alles Andere als das. Das lag weniger an den teils wichtigen Inhalten als an ihrer Präsentation durch alecempire.

Ob er Arnold Schwarzenegger heißt, Angela Merkel oder eben alecempire von Atari Teenage Riot ist mir persönlich egal – wenn man nicht frei reden kann, muss man nicht dazu gezwungen werden. Es gibt großartige Redner und weniger großartige. Die Ausdrucksform von alecempire ist die Musik und nicht die Rede, wie man heute in Hamburg feststellen konnte.

Mit dem Blick auf dem Papier

Trotzdem sollte man ihm das nicht zu sehr anzulasten. Er hat sein Bestes gegeben. Die Entscheidung der Verantwortlichen, den engagierten und kreativen Musiker als Keynote-Speaker auszuwählen, war in meinen Augen ein Fehler. Er hat viel Wichtiges sagen wollen und deshalb all das zu Papier gebracht. Dass er aber im Vortragen nicht geübt ist, hat zu dem Ergebnis geführt. Seine Inhalte konnte er trotz einer Stunde Redezeit nicht vollständig vortragen, weil sein Blätterwald von Rede es in dieser Stunde nicht zuließ zum Ende zu kommen.

Es gab ein paar Witze und lustige Anspielungen, die die Situation auflockerten, doch selbst die wurden vorgelesen. Gerade die wichtigsten Argumente, die alecempire vortrug, tat er mit viel zu wenig Aufmerksamkeit dem Zuschauer gegenüber. Deshalb wurde die grundlegende Idee nicht genügend gewürdigt. Selbst Sätze wie „The right to privacy is very important“ musste er ablesen, oder tat es zumindest, denn ich glaube nicht, dass er es gemusst hätte, aber so sehr im Vorlesen verhangen war. Während seines Vortrags wich sein Blick kaum von seinem Sammelsurium von Seiten. Das ist schade. Er selbst würde es wohl beim nächsten mal besser machen. Deshalb nehme ich es ihm nicht übel, bin aber trotzdem enttäuscht.

Glashaus

Zynisch wurde es und erinnerte an das Glashaus, aus dem man nicht mit Steinen werfen sollte, als alecempire eine Anekdote seiner Plattenfirma mit der BPjM schildern wollte und sich dann darüber lustig machte, dass die schriftliche Begründung der Prüfstelle, einen Song auf den Index zu setzen, 40 Seiten lang gewesen sei. Seine Rede hat sicherlich kaum weniger Seiten gehabt.

Wer sich die Veranstaltung ansehen mag, der findet das Video mittlerweile als Aufzeichnung online.

Better luck next time.

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