Kommentar: 5. März 2015,

Nähkästchen #6: Garstiges

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Im sechsten Nähkästchen möchte ich versuchen möglichst schonend und anonym ein paar Dinge anzusprechen, die im Laufe der Jahre bei Macnotes für einigen Unmut gesorgt haben. Dies reicht von Autoren, die ihre „Firmen“-E-Mail-Adresse zweckentfremden, bis hin zu solchen, die sich Testmuster bestellen, verscherbeln und Macnotes bei den Firmen in Misskredit bringen.

Spam-E-Mails

Besonders betroffen bin ich in einem Fall, weil ich die Person näher kenne: Sie hat für mich schon bei anderen Internet-Projekten mitgearbeitet und leider Gottes die Macnotes-E-Mail-Adresse als eine Art Mülleimer benutzt.

Wenn ein Autor sich bei Macnotes bewirbt, muss er zunächst für eine Weile seine eigene E-Mail-Adresse nutzen, bzw. wir kommunizieren mit den Pressekontakten und leiten die Aufträge einfach weiter. Wir richten dann, wenn er sich bewährt hat, eine Weiterleitung auf die eigene E-Mail-Adresse ein, sodass man ihn über eine Adresse des Typs @macnotes.de erreichen kann. Im letzten Schritt, quasi als Ritterschlag, erfolgt das Einrichten eines Postfachs mit Login und Passwort.

Weil nun besagte Person ein Postfach hatte und prinzipiell als vertrauenswürdig galt/gilt, ist es umso erstaunlicher, welche E-Mails uns als Redaktion erreichen, nachdem er nicht mehr für das Magazin arbeitet. Damit mögliche Kontakte ihn oder uns noch erreichen, haben wir es natürlich so eingerichtet, dass wir die E-Mails erhalten. Diverse Newsletter für Online-Shops sind noch die humanste Post, die uns an diese Adresse geschickt wird. Jüngst erreichte uns eine E-Mail, mit der Möglichkeit zur Teilnahme an einer Umfrage, bei der man 2,60 Euro verdienen kann, wenn man 30 Minuten seiner Zeit opfert. Das liegt deutlich unter dem Mindestlohn! Wenn es dann in Post von Erotik-Portalen abdriftet, reicht es nicht mehr aus, die Stirn in Falten zu legen.
Es ist in jedem Fall enttäuschend zu sehen, dass eine Person, mit der man über Jahre zusammengearbeitet hat, eine „Firmen“-E-Mail-Adresse für lauter unsinnige Zwecke genutzt hat.

Rezensions-Muster für Lau

Vor rund 3 oder 4 Jahren, als Macnotes noch der Fliks GmbH gehörte, begab es sich außerdem, dass ein Autor sich als Schmarotzer entpuppte. Er nutzte seine E-Mail-Adresse und den Einfluss von Macnotes aus, um sich Rezensionsmuster zu bestellen, zum Beispiel von Lautsprecher- oder Kamera-Herstellern, um diese dann auf eBay zu verscherbeln. Weder wusste Macnotes etwas davon, noch konnte das Magazin adäquat reagieren, weil es nicht wusste, dass es durch diesen Autor nach und nach in Misskredit geriet. Denn versprochen hatte er den Herstellern einen umfangreichen Testbericht. Geschrieben hat er keine Zeile. Jedenfalls nicht zu den konkreten Produkten. Erst als Logitech sich eines Tages an uns wandte, wurden wir darauf aufmerksam und konnten nicht mehr tun, als zuzugeben, dass wir davon nichts wussten.

Fliks kündigte dem Mitarbeiter, und soweit wir wissen, wollte Logitech seinerzeit rechtlich gegen die Person vorgehen.

Ich schreibe… doch nicht

Wer weiß, was ein Perpetuum Mobile ist? Wer es nicht weiß, klickt entweder den Link, oder versucht es mit dem Vergleich von Sisyphos-Arbeit, die sich immer wiederholt und kein Ende nimmt. Denn schon unter Fliks wurde ich zum Chefredakteur bei Macnotes und damit auch verantwortlich für die Akquise von neuen Mitarbeitern. Was ich dabei für – Entschuldigung – Vollpfosten erlebt habe, entbehrt jeder Logik.

Trotzdem möchte ich darüber ein paar Worte im Nähkästchen verlieren: Wenn nicht hier, wo dann? Ich habe in der Vergangenheit mehrfach Anzeigen geschaltet, um neue Autoren für Macnotes zu gewinnen. Auf die Einsendungen habe ich persönlich geantwortet und schon bei der E-Mail-Kommunikation gab es manche Überraschung.

Fehlerteufel

Einmal hat sich jemand beworben, für eine Stelle als „Autor“, der in seiner Bewerbung viel zu viele Fehler gemacht hat. Macnotes ist allerdings nicht dazu da, um die schulischen oder persönlichen Bildungsrückstände auszugleichen, allein schon, weil das Budget nicht langt, um eigene redaktionelle Arbeit mit Korrekturaufwand zu vergeuden, den jemand anderer erzeugt. Wir möchten den Autoren eher Wissen vermitteln, das sie für die Arbeit im Online-Journalismus wappnet. Dass sogar Heise das zu schätzen wusste, hat sich bei einem Praktikanten des Verlags gezeigt, der zuvor bei uns geschrieben hatte.
Als ich aber diesem Fehlerteufel schonend versuchte beizubringen, dass es wegen der Vielzahl der Mängel nicht reicht, und außerdem eine Korrektur mit Hinweisen beifügte, musste ich mir anhören, ich würde die Person „nötigen“ und jede weitere E-Mail-Kommunikation von uns würde als Klagegrund aufgefasst.

Karteileichen

Wenn wir die erste E-Mail-Kommunikation beendet haben, folgt in der Regel das direktere Kennenlernen via Skype. Dort habe ich schon Stunden und Tage mit potenziellen Autoren zugebracht, die am Ende ihren Dienst trotzdem nicht angetreten haben. Dass ich selbst in dieser Zeit hätte Geld verdienen können, weil ich bei Macnotes keineswegs festangestellt war, und immer nur pro Wort bezahlt wurde, macht aus dieser Tatsache ein Ärgernis. Es gibt dutzende Kontakte in Skype, die sich als Autoren für Macnotes beworben haben, die nie ein Wort für Macnotes geschrieben haben. Das macht mich ein wenig sauer, weil ich meine Zeit besser hätte verwenden können, als den Leuten das Vorgehen mit E-Mails, dem „internen“ Forum, das CMS und vieles mehr zu erklären. Manche wollten vielleicht einfach nur wissen, wie viel bei Macnotes gezahlt wird – und unter Fliks wurde verhältnismäßig ordentlich bezahlt, 3 Cent pro Wort. Da gibt es heute manche Mode- oder Technik-Blogger, die für 1 Cent pro Wort ausgequetscht werden und neben den X Worten zudem noch Recherche für den Artikel betreiben sollen.

Es gibt einige Autoren, die dann sogar Artikel geschrieben haben – ein oder zwei und dann gemerkt haben, dass es doch Arbeit bedeutet, sich an Vorgaben zu halten und eine gewisse Form einzuhalten und Macnotes sich nicht nur mit etwas zufrieden gibt, was einfach so dahin gerotzt wurde. Dazu ist Google viel zu allmächtig und der Konkurrenzdruck zu groß, als dass wir Artikel veröffentlichen könnten, die das Ziel aus den Augen verlieren.

Der Blender

Ein tragikomischer Witz zum Abschluss dieses Nähkästchens: Einer der potenziellen Autoren, für den ich locker mehrere Tage auf Skype geopfert habe, dem ich einen Foren-Account eingerichtet habe, dem ich das CMS erklärte und der aber „nie“ ein Wort für Macnotes geschrieben hat und sich ohne Grund einfach nicht mehr meldete, hat mich Monate später versucht auf Xing als Geschäftskontakt hinzuzufügen.



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