Kommentar: 16. März 2015,

Kommentar: Indie-Entwickler tragen Verantwortung

Mac App Store
Mac App Store - Symbol

2012 veröffentlicht John Miskimins die Videoüberwachungssoftware Home Watch. Zwei Jahre später erfolgt ein Update, das einen Rückschritt darstellt. Seit Februar 2015 funktioniert die Software in den letzten beiden Beta-Versionen von OS X Yosemite nicht mehr. An diesem Beispiel möchte ich auf die Verantwortung von Indie-Entwicklern hinweisen.

Wenn der eigene Mac eine Kamera hat, kann man ihn selbst bei abgedunkeltem Bildschirm als System zur Videoüberwachung nutzen, wenn er sowieso läuft und seine Arbeit verrichtet. Es gibt genügend Software, die das ermöglicht. Eine App heißt Home Watch, kostet 4,99 Euro und stammt von einem Indie-Entwickler, der sein Geschäft offenbar nur als eine Art besseres Hobby auffasst.

Home Watch ermöglicht das Speichern von Kamerafotos in einem vorgegebenen Intervall oder bei Bewegungsaktivität vor der Linse. Alternativ speichert Home Watch Videos. Hat man z. B. Dropbox oder Google Drive auf seinem Mac installiert, speichert man die Bilder einfach in den Pfaden ab und hat sie gleichzeitig in der Cloud. So kann man unterwegs nachsehen, ob nicht zufällig ein Einbrecher dort war. So weit, so gut.

Home Watch 2 ein Rückschritt

Mit der Veröffentlichung von Home Watch 2, zwei Jahre nach der ersten Version, speichert die App den Pfad zum Speichern der Bilder nicht mehr, bzw. überschreibt ihn immer mit dem Standard-Pfad. Das ist zudem nicht intuitiv und kann dazu führen, dass man anfangs nicht genau hinsieht und dann feststellt, dass die Bilder gar nicht in der Cloud gespeichert wurden. Ich habe den Entwickler darüber informiert und nach einer Weile ebenfalls eine negative Bewertung im App Store in seiner Muttersprache hinterlassen, die auf den Umstand hinweist. Passiert ist – nichts. Und das, obwohl man so etwas relativ leicht anpassen kann.

Videoüberwachung seit Beta 2 ohne Funktion

Kann man das als Schönheitsproblem werten, ist der Umstand, dass die Software seit Februar 2015, seit der Veröffentlichung von OS X 10.10.3 Beta 2 nicht mehr funktioniert, ein ernsthaftes Problem. Immerhin wird die Software genau mit dem Argument verkauft, dass man mit ihr Heimüberwachung betreiben kann. Aus irgendeinem Grund stürzt sie seit dem vorletzten Beta-Update immer ab. Dass sich bei einer Beta von OS X noch Dinge ändern können, ist mir bewusst. Doch ich informierte den Entwickler über das Kontaktformular frühzeitig.
Er bedankte sich für den Hinweis und schrieb, er würde sich der Sache annehmen, wenn das Problem zur Veröffentlichung von OS X 10.10.3 immer noch Bestand haben sollte und dann möglichst rasch versuchen ein Update herauszubringen. Angenommen, das Problem besteht in ein paar Monaten immer noch – wenn John Miskimins „dann“ erst anfängt nach der Ursache zu forschen und das Update zudem erst noch den Reviewprozess bei Apple durchlaufen muss, stehen seine Kunden womöglich Wochen oder sogar Monate ohne ihre Lösung zur Heimüberwachung da. Es kann sein, dass der Fehler nicht fortbesteht, dann wäre das aber Glücksache.

Wenn jemand eine Lösung wie Home Watch explizit zu dem Zweck der Heimüberwachung anbietet, muss er den Aspekt der Sicherheit sehr ernst nehmen. Tut er das nicht, dann handelt er in meinen Augen verantwortungslos. Allerdings bin ich kein Entwickler und ist dies nur meine Meinung. Ich jedenfalls habe mich schon jetzt nach einer funktionsfähigen Alternative umgesehen.

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