News & Rumors: 8. April 2015,

Apple Watch Reviews im Überblick

Apple Watch
Apple Watch in Edelstahl

Offenbar endete heute eine Art Embargo, denn auf einen Schlag wurden sowohl in Deutschland als auch anderswo dutzende Testberichte zur Apple Watch veröffentlicht. Die Meinungen sind durchweg positiv, oft wird das Bedienkonzept thematisiert, an das man sich gewöhnen muss und in erster Linie der Preis als Hürde bei der Kaufentscheidung genannt.

Preis der Apple Watch

Nicht jeder versucht im Stil der BILD-Zeitung wie CHIP Online mit Schlagzeilen zu punkten, dass Apple seine Smartwatch „verramscht“, weil Mitarbeitern in den ersten 90 Tagen ein Rabatt von 50% auf den Kaufpreis gewährt wird. Dieser Rabatt ist zeitlich begrenzt und viele Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern Rabatte, auch auf Textilien oder Lebensmittel.
Als Microsoft sein Windows Phone oder Apple sein allererstes iPhone an zehntausende Mitarbeiter sogar verschenkte ist das Abendland nicht untergegangen. Trotzdem ist natürlich der Kaufpreis ein gewichtiges Argument, nur eben der geistige Horizont des anonymen CHIP-Redakteurs nicht dazu in der Lage, das in den richtigen Kontext zu setzen. Die Grinsekatze Sven Stein aus der BILD-Redaktion formuliert richtigerweise in seinem Test:

„Wer die Apple-Uhr will, fährt mit der Watch Sport (ab 399 bzw. 449 Euro) günstiger und hat die gleichen technischen Möglichkeiten wie bei den teureren Modellen.“
Sven Stein

Wir müssen ergänzen: aber auch die deutlich weniger wertigen Materialien. Die Unterseite der Apple Watch ist aus Keramik, diejenige der Apple Watch Sport nur aus einem Verbundstoff, das Gehäuse nur aus Alu und das Schutzglas kein Saphirglas.

Apple Watch

 Apple Watch SportApple WatchApple Watch Edition
MaterialAluminiumEdelstahlGold
BodenKompositKeramikKeramik
GlasIon X-GlasSaphirglasSaphirglas
Gewicht (Gehäuse)25g/30g40g/50g55g/69g
ArmbandKunststoffKunststoff, Leder, EdelstahlKunststoff, Leder
Preisab 399 Euroab 649 Euroab 11.000 Euro
Die drei Apple-Watch-Modelle im Schnellvergleich. Bei dem günstigeren Sport-Modell kommen durchweg günstigere Materialien zum Einsatz.

Die Auflistung der Armbänder bezieht sich lediglich auf die direkt käuflichen Kombinationen. Grundsätzlich lassen sich separat zusätzliche Armbänder erwerben, so dass zum Beispiel die Apple Watch Sport ebenfalls mit einem Lederarmband ausgestattet werden könnte.

Positive Reviews der Apple Watch

Geoffrey A. Fowler vom Wall Street Journal stellt in seinem Test der Apple Watch fest, dass die Smartwatch endlich Sinn ergibt. Denn die clevere Armbanduhr verbannt das iPhone endlich an seinen richtigen Platz, in die Tasche.

„The Smartwatch Finally Makes Sense“.
Geoffrey A. Fowler

Besonders hat Fowler imponiert, dass die Apple Watch ihm hilft, Zeit zu sparen. Er würde täglich 4,3 Stunden damit verbringen, auf das Display seines iPhones zu blicken, um Benachrichtigungen und Termine zu überprüfen. Die Apple Watch würde das iPhone nicht ersetzen, bietet aber den richtigen Bildschirm für eine Menge wichtiger Dinge.

Joshua Topolsky von Bloomberg ist der Meinung, dass Apple die weltbeste Smartwatch produziert hat; Topolsky hat sicher nicht alle anderen, am Markt verfügbaren Smartwatches einem Test unterzogen, damit dieses Urteil weniger subjektiv wirkt. Nutzer werden sie haben wollen, so der Bloomberg-Redakteur, aber trotzdem nicht unbedingt benötigen.

Nilay Patel von The Verge ist der Meinung, dass Apple in der Lage sein kann, die Apple Watch trotz der Konkurrenz durch Android Wear und anderen zu einem echten Mainstream-Produkt zu machen. Er geht sogar soweit zu sagen, dass die Smartwatch selbst ohne Sensoren für Fitness und Gesundheit wegen Apple Pay und anderer Funktionen in der Lage wäre mit am Markt erhältlichen Smartwatches zu konkurrieren.

Design der Apple Watch

Fowler vom WSJ gibt an, dass er mit seiner Kollegin Joanna Stern übereinstimmt, dass die Apple Watch für Männer und Frauen gleichermaßen kleidsam ist. Das Design der Apple Watch ist und bleibt natürlich Geschmacksache. Doch zuletzt erhielt Apple dafür den Red Dot Design Award in der Kategorie „Best of the Best“.

Topolsky von Bloomberg sieht Licht und Schatten beim Design der Apple Watch. Die Formen seien klar und glatt, und würden in einem futuristischen Kontext durchaus sehr gut zur Geltung kommen. Allerdings sei die Apple Watch als Schmuckstück (Apple Watch Edition) ungeeignet.

„The hardware of the watch is beautiful in a surgical way. The little cube of metal and glass wouldn’t seem out of place in a futuristic lab or sci-fi movie. It is very much an Apple product: clean, sleek, remarkably solid. But as a piece of jewelry, it’s similar to other digital watches“.
Joshua Topolsky

Bedienung der Apple Watch

Das Bedienkonzept der Apple Watch ist, nicht zuletzt wegen der digitalen Krone und Force Touch etwas komplexer als das herkömmliche Touchscreen-Modell. Laut Sven Stein (BILD) erschließen sich die verschiedenen Möglichkeiten der Bedienung „nicht intuitiv, sind aber schnell erlernt.“ Geoffrey A. Fowler schließt sich dieser Meinung an, findet jedoch Gefallen an der Bedienung, sobald man sie einmal verstanden hat, weil man einige Dinge mit der Smartwatch deutlich schneller erledigen kann als mit dem Smartphone.

„You can grok all of this in an hour or two, but you’ll definitely want someone to show it to you. Once I learned the basics, I found a surprising number of things I could do faster or better on my wrist than by pulling out my phone“.
Geoffrey A. Fowler

Topolsky von Bloomberg ist ebenfalls der Meinung, dass man eine Zeit benötigt, um sich an die Bedienung zu gewöhnen und vor allem zu entscheiden, wann man den Reflex ablegen möchte, auf das Smartphone zu gucken, und stattdessen lieber auf die Apple Watch.

Akkulaufzeit der Apple Watch

Fowler schreibt von einer Batterielaufzeit, die über einen Tag reicht. Sven Stein erwähnt ebenfalls, dass er trotz intensiver Nutzung 22 Stunden damit auskam. Danach schaltete die Apple Watch in einen Extrem-Stromsparmodus und zeigte fortan nur noch die Uhrzeit an. Es handelte sich dabei jeweils um die 42mm-Variante, von der im Vorfeld bereits bekannt wurde, dass sie länger halten soll als „nur“ die 18 Stunden, von denen Apple bei der 38mm-Variante ausgeht.

Funktionalität ohne Smartphone

Die Nutzung der Apple Watch ohne iPhone ist möglich, aber nicht wirklich komfortabel. Da die Uhr keine eigene Mobilfunkverbindung aufbauen kann, ist sie auf diejenige des Smartphones angewiesen. Für „Point of Interest“-Suchen unterwegs, oder das Navigieren mit Karten-Apps ist das Smartphone notwendig. Die Apple Watch kann aber beispielsweise Apple Pay Zahlungen ohne das Smartphone autorisieren oder zum Musik-Hören und Fitness-Training genutzt werden, ohne dass das Smartphone in der Nähe sein muss.

Gerade die Musik-App der Apple Watch ist aber noch nicht mit genügend Feinschliff versehen worden. Podcasts lassen sich laut Patel (The Verge) bislang noch nicht synchronisieren, Song- und Alben-Titel werden mitunter abgeschnitten. Da muss Apple offenbar noch nachbessern. Genauso wie bei manchen Rucklern, zum Beispiel bei der Karten-App oder um Wartezeit zu überbrücken, wie bei der Uber- oder Twitter-App. Doch ein Software-Update ist bereits angekündigt, darüber hinaus wird sich die Performance immer dann verbessern, wenn Hersteller native Apple-Watch-Apps anbieten werden.

Wertverlust bei der Apple Watch?

Ebenfalls von Geoffrey A. Fowler stammt das Argument, dass Apples Smartwatch unweigerlich an Wert verlieren wird. Diese Meinung hat Fowler nicht exklusiv – sie stammt vor allem aus einem konservativen Lager von Personen, die ein Argument für die Apple Watch nicht gelten lassen wollen, das vermeintlich von Hand gefertigte Uhren von vornehmlich Schweizer Uhrmachern aber zugeschrieben wird. Der Grund? Man vertraut dem Werbeversprechen der traditionellen Hersteller und hat sich an die Idee gewöhnt, dass ein Stück Metall von Omega, TAG Heuer, Tissot, Breitling u. a. als „zeitloses“ Erbstück gilt.

Wer jedoch Apple-Produkte kennt und deren Preisentwicklung, der weiß, dass Computer, Smartphones und Tablets aus dem Hause Apple häufig sehr preisstabil sind. Zudem gibt es bei Geräten, die alt genug sind sogar eine Wertsteigerung. Zu erinnern sei hier an Geräte aus der Anfangszeit von Apple, die mittlerweile teuer auf Auktionen versteigert werden. Wertsteigernd ist ebenfalls die Seltenheit eines Produkts. Bei teuren Schweizer Uhren wird dies über den Kaufpreis von Anfang an sichergestellt. Bei der Apple Watch Edition (günstigst für 11 000 Euro) kann man das gleiche Argument anführen.

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