News & Rumors: 8. April 2015,

Apple Watch vs. Moto 360

Apple Watch
Apple Watch in Edelstahl

Die Moto 360 Android-Smartwatch aus dem Hause Motorola war lange Zeit die einzige Smartwatch, von der Beobachter und Fans gleichermaßen das Gefühl hatten, das sie ein hübsches Design liefert, jenseits von rechteckigen Displays anderer Android-Armbanduhren. Dies ist Grund genug, sie mit der Apple Watch zu vergleichen, die zuletzt beim Red Dot Design Award in der Kategorie „Best of the Best“ gewinnen konnte.

Neben der Sony Smartwatch 3 und der LG G Watch wollen wir nun die Moto 360 mit der Apple Watch etwas ausführlicher vergleichen.

Veröffentlicht wurde die Moto 360 in Deutschland Anfang Oktober 2014, als Motorola gerade noch zu Google gehörte, aber zum Monatsende hin vom chinesischen Technologie-Konzern Lenovo aufgekauft worden war. In den USA kam sie bereits im September auf den Markt. Bekannt war der Verkauf allerdings bereits seit Anfang letzten Jahres. Man würde die Verantwortung für die Android-Smartwatch also in jedem Fall Google und nicht Lenovo zuschreiben.

Moto 360

Der Name der Moto 360 ist Programm: das Smartwatch-Gehäuse ist vollständig rund. Das Display allerdings wird am unteren Ende ein wenig abgeschnitten. Der Hersteller hat an dieser Stelle einige Dinge unterbringen müssen, wie den Umgebungslichtsensor. Es streiten sich die Geister, ob der vermeintlich schwarze Balken am unteren Displayrand nun ein totales No-Go ist, oder aber ein notwendiges Übel, das man auf diese Weise prima ins Design eingebunden hat.

Die Moto 360 war eine der ersten Android-Wear-Smartwatches, die aus den Wearables in jedem Fall eine Art schickes Mode-Accessoire machen wollten. So wundert es nicht, dass die Moto 360 unheimlich viele Individualisierungsoptionen anbietet. In einem „Moto Maker“ können interessierte Kunden sich unter verschiedenen Gehäusefarben (Light Metal, Dark Metal, Light Gold) für das Edelstahlgehäuse entscheiden. Für letzteres zahlt man 30 Euro Aufpreis. Auch kann man zwischen verschiedenen Leder- und Edelstahl-Armbändern wählen. Für die Edelstahlarmbänder kommen bei Motorola ebenfalls 30 Euro Aufpreis hinzu, sodass man zwischen 249 und 309 Euro „beim Hersteller“ dafür ausgeben darf. Im Internethandel gibt es die Smartwatch zum Teil deutlich günstiger.
Man darf darüber hinaus sogar ein eigenes Zifferblatt-Design vorauswählen, das man später aber über eine entsprechende Companion-App jederzeit selbst verändern kann.

Das kreisrunde Display wirkt allerdings auf manche Leute äußerst wuchtig und anders als bei der Apple Watch hat man nur eine Gehäusegröße zur Auswahl. Es misst immerhin 46 mm im Durchmesser. Die Apple Watch bietet zwei Varianten mit 42 und 38 mm. Doch es gibt UhrenträgerInnen, die gerne etwas am Handgelenk tragen und schon jetzt mit eher großen Uhren auskommen.

Konnektivität: GPS, Bluetooth und Co.

Einen GPS-Sensor sucht man bei der Moto 360 vergeblich. Doch damit ist die Smartwatch in guter Gesellschaft – immerhin bieten winzige Sensoren beim jetzigen Stand der Technik eher schlechte Daten und verbrauchen zudem zusätzliche Energie, die aktuell mehr schaden als nutzen. Wie die LG G Watch oder die Apple Watch und andere, muss deshalb die Moto 360 GPS-Daten via Bluetooth-Verbindung mit einem verbundenen Smartphone austauschen, wenn man beispielsweise beim Joggen die Position des Läufers neben der bloßen Schrittzahl zusätzlich aufzeichnen und auswerten wollte.

Bluetooth 4.0 hat die Moto 360 mit der Apple Watch gemeinsam, aber auf eine WLAN-Verbindung verzichtete man bei der Smartwatch für viele Monate. Erst ein Software-Update von Android Wear hat das Feature glücklicherweise hinzugefügt, allerdings war es eher Glücksache, dass die Moto 360 dies unterstützte. Die Apple Watch kann in Wi-Fi-Netzwerken des Standards 802.11 b/g/n funken, wenn es sein muss und ist damit zu Hause oder in Gebäuden, in denen man an das WLAN angeschlossen ist, in der Lage Anrufe auch dann anzunehmen, wenn das Smartphone außer Bluetooth-Reichweite ist. Immer vorausgesetzt, das Smartphone ist zumindest im selben WLAN angemeldet.

Die Moto 360 bietet darüber hinaus einen Schrittzähler und einen optischen Herzfrequenzmesser, wie die Apple Watch ebenso. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Komponenten in der Apple Watch deutlich genauer agieren und nicht zu Ergebnissen führen, die ihre Träger dazu bringen, diese Funktion abzuschalten.

Display

Beim Display setzt Motorola auf ein IPS-LCD mit 320 x 290 Pixel Auflösung. Damit ist es im Feld der Konkurrenz nicht allzu weit vorne. Das Panel wird geschützt von Gorilla Glass 3. Bei Apple kommen unterschiedliche Gläser zum Einsatz, je nachdem, für welches Modell man sich entscheidet.
Von der eher geringen Auflösung abgesehen bietet das IPS-Panel selbst unter Sonneneinstrahlung einen hohen Kontrast, weshalb zum Beispiel Apple diese Display-Technologie in vielen seiner Produkte einsetzt. Bei der Apple Watch allerdings nutzt man zum ersten Mal OLED. Tests müssen erst noch zeigen, wie gut das Display der Apple-Smartwatch sich im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

Motorola flunkert beim Akku

Wegen eines relativ großen Displays und einer vergleichsweise kleinen Batterie mit 320 mAh Kapazität kommt die Moto 360 mit einer Akkuladung knapp einen Tag aus. Motorola geht nicht ins Detail, sondern erwähnt in einer Fußnote lediglich, dass diese Angabe sich auf eine „durchschnittliche“ Nutzung bezieht.
Das jedenfalls ist die Herstellerangabe. Beim Auseinanderbau der Smartwatch fand iFixit jedoch heraus, dass die Batterie tatsächlich nur 300 mAh Kapazität hat.

Fakt ist, und das gebietet eigentlich der gesunde Menschenverstand: Je öfter das Display genutzt wird, desto schneller muss man die Smartwatch wieder aufladen. Wer wenig bis gar keine aktive Nutzung über die Uhr ausführt, sondern hauptsächlich Benachrichtigungen empfängt und die Zeit abliest, der kann am Ende eines langen Tages bei der Moto 360 immer noch 30% Akku übrig haben. Wer allerdings den sogenannten „Ambient“-Modus einschaltet, der standardmäßig abgeschaltet ist, der sorgt dafür, dass das Display zwar jederzeit schnell ablesbar bleibt, aber verbraucht womöglich so viele Strom, dass er mit der Uhr nicht über den Tag kommt.

Bei der Apple Watch hat der Hersteller aus Cupertino deutlich erklärt, dass man beim kleineren 38mm-Modell 18 Stunden damit auskommt, selbst wenn man 30 Stunden Fitnesstraining damit absolviert und in dieser Zeit Musik via Bluetooth an angeschlossene Kopfhörer überträgt, sowie weitere 45 Minuten lang Apps nutzt und mehrere Dutzend Mal das Display aktiviert, um beispielsweise Benachrichtigungen oder die Uhrzeit abzulesen. „Vielleicht“ bietet die Apple Watch am Ende sogar eine leicht besser Akkulaufzeit als die Moto 360. Das 42-mm-Modell soll nämlich sogar noch etwas länger aushalten als die 38-mm-Variante.

Geladen wird die Moto 360 kabellos. Neben einer Ladestation von Motorola, gibt es Zubehör, das man dafür erwerben kann und wegen der verwendeten Technologie kann man theoretisch sogar eine Reihe von kabellosen Ladestationen von Smartphones verwenden. Auch Apple nutzt bei seiner Smartwatch eine andere Art zum Aufladen, die aber an ein Kabel gebunden ist, das via Magnetismus an die Uhr gekoppelt wird. Wenn man das Kabel in einer Dockingstation unterbringt, hat man ungefähr dasselbe Gefühl des kabellosen Ladens wie bei der Moto 360. Die Aufladezeit gibt Apple mit 2,5 Stunden für 100% an und 1,5 Stunden für 80%. Damit dürfte sie gleichauf liegen mit der Moto 360.

Technische Spezifikationen

Die Moto 360 nutzt den TI OMAP 3 Prozessor, einen ARM Cortex 8, der in der Regel flüssiges Navigieren und Arbeiten erlaubt. Die Android-Wear-Smartwatch bietet 4 GB internen Speicher und 512 MB RAM. Letzteren bietet die Apple Watch ebenso, allerdings doppelt so viel Speicher (8 GB), von dem jedoch maximal 2 GB für Musik genutzt werden können.
Was Apples S1-Prozessor zu leisten im Stande sein wird, ist bislang Ergebnis von Spekulationen. Es heißt der Prozessor vermag auf dem Niveau eines iPod touch 5G zu rechnen.

Apple Watch vs. Moto 360

 Apple WatchMoto 360
ArmbandKunststoff, Leder, EdelstahlLeder, Edelstahl
Display1,5 Zoll (272x340 Pixel, 290 ppi) oder 1,65 Zoll (312x390 Pixel, 303 ppi)1,56 Zoll (320x290 Pixel, 205 ppi)
RAM512 MB512 MB
Speicher8 GB4 GB
Gewichtab 25 Gramm (Gehäuse)49 Gramm (inkl. Lederarmband)
WasserdichtIPX7IP67
Akku205 mAh (38mm)300 mAh
Akkudauerbis zu 18 Stunden (38mm) oder mehr als 18 Stunden (42mm)rund einen Tag
BetriebssystemiOSAndroid Wear
Preisab 399 Euroab 249 Euro (Hersteller)

Fazit

Für Android-Nutzer, die mehr Wert auf Design legen und sich nicht an einem großen Display stören, ist die Moto 360 eine mögliche Wahl zum Kauf. Aktive Personen wie Sportler sollten allerdings eher Abstand davon nehmen, weil für das große Display ein vergleichsweise kleiner Akku integriert ist und dieser bei zu viel Aktivität schnell dazu führt, dass man nicht mehr durch den Tag kommt.
Die Apple Watch spricht hingegen eher iPhone-Besitzer an und natürlich gibt es eine ideologische Streitfrage, ob man ein rundes oder rechteckiges Uhrgehäuse bevorzugt.

Artikel bewerten

Ähnliche Beiträge

Apple speichert Metadaten von iMessage Apple speichert manche Metadaten von iMessage-Nachrichten bis zu 30 Tage und gibt die Serverlogs „in machen Fällen“ an Behörden weiter, berichtet The ...
App Store: Suchwerbung ab dem 5. Oktober Im App Store wird es künftig Suchwerbung geben. Interessierte können ihre Kampagnen jetzt schon erstellen; ab dem 5. Oktober werden sie dann live gehe...
Im Oktober kommt das iPhone 7 in weitere Länder Seit dem 16. September kann man das iPhone 7 in unseren Breiten kaufen. Am 23. September startete die zweite Welle. Im Oktober kommt Welle Nummer drei...
Keine News mehr verpassen! Unsere App für iOS und Android mit praktischer Push-Funktion.






App(s) und Produkte zum Artikel

Zuletzt kommentiert



 2 Kommentar(e) bisher

  •  M:W (28. April 2015)

    „Es ist davon auszugehen“
    top recherchiert liebes macnotes Team.
    Die Moto 360 besitzt übrigens WLAN, was sich mittlerweile auch nutzen lässt.
    Eine Korrektur wäre angebracht

  •  Alexander Trust (28. April 2015)

    1) Warum schreibst du eigentlich von einem Team, wenn der Name eines Autors dransteht?

    2) Es war bislang immer so bei Android-Geräten. Der niedrigere Preis dieser führt unweigerlich dazu, dass sie günstigere Komponenten verbauen. Es gibt dutzende Tests, die zeigen, dass die Gyroskope in Android-Smartphones für die Katz sind. Ich bin nicht der Weihnachtsmann, der daran glaubt, dass sie das bei Android Wear von jetzt auf gleich ändert.

    3) Und warum verkennst du die Realität? Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gab es kein WLAN. Erst ein Android-Wear-Update hat das hinzugefügt. Die Uhr wurde zur Einführung nicht so verkauft. Und wir wir geschrieben haben, ist es reine Glücksache, dass die Moto 360 seitdem Wi-Fi kann, weil einige Hersteller zu blöd waren, ne Antenne einzubauen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>