Kommentar: 29. Mai 2015,

Nähkästchen #8: von Raketen und Phantomen

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Herzlich willkommen zur jüngsten Ausgabe des Nähkästchens, in dem wir Euch manchmal hinter die Kulissen blicken lassen oder zumindest so viel Zeug verraten, dass manche sich daran stoßen. In dieser Episode geht es um ein neues Affiliate-Netzwerk, das wir ablehnen, und ein Google-Update, das einen bescheidenen Namen bekommen hat, uns aber wohl gesonnen war.

Raketenhaftes Affiliate-Marketing

Ich bin eigentlich nicht in der Position, dass ich mich allzu weit aus dem Fenster lehnen könnte, doch nachdem mich mein Studium ein wenig desillusioniert hat, weil Akademiker nicht die besseren Menschen sind, bin ich mittlerweile wieder ein bisschen als Verfechter gewisser Werte aktiv. Besser ist, wenn man keine Werte verteidigt, weil man dann nicht alt wird, oder einem die Leute nicht vorwerfen können, dass man alt wird. Doch da wir alle alt werden, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob man sein Lebtag kämpft oder aber schweigt (und beobachtet). Beides kann Spaß machen.

Jüngst erreichte mich also eine Anfrage, einem weiteren Affiliate-Netzwerk beizutreten, die ich mehr als dankend auf zynische Weise ablehnte (und also für meine Werte eintrat). Nicht noch eines, dachte ich. Affiliate-Marketing ist ein höchst sensibles Feld, das viel Aufwand bedarf, damit es Früchte trägt. Doch ich bin sozialisiert worden mit dem Internet, ich habe Mailboxen zwar nicht mit der Muttermilch aufgesaugt, aber doch mitgemacht, und von diesem Darpa hat sowieso fast „kein Schwein“ etwas „wirklich“ mitbekommen, weil die Amerikaner das ja gar nicht wollten…
Ich kann getrost behaupten, dass ich die Anfänge des Internet in Deutschland nicht nur erlebt, sondern mitgemacht habe. Also ist es mir nicht verheimlicht geblieben, womit die Führungspersonen eines gewissen „Inkubators“ für Start-ups mit einer Rakete im Namen früher ihr Geld verdient haben. Sie haben nach der Posse mit unaufgeforderten Abbuchungen, die von Verbraucherschützern zurechtgeklagt werden mussten, irgendwann in StudiVZ investiert und sich als deren Heilsbringer aufgespielt, dann aber das sinkende Schiff verlassen und Kohle in Facebook gesteckt und sogar beim Aufbau in Deutschland geholfen. Das ist ein bisschen wie bei Goldman Sachs, nicht wahr? Vielleicht ist das ja Raketenkapitalismus.

Nun begab es sich, dass dieser Raketen-Inkubator mit den Klingeltonmenschen im Hintergrund ein neues Affiliate-Programm aus dem Boden stampft. Ich wurde gebeten, mit einer Webseite von mir beizutreten. Meine Antwort machte klar, dass es uns am Allerwertesten vorbei ginge, „was die Klingeltonbrüder veranstalten.“ Ich beschloss meine Replik mit dem Beisatz, dass ich „in den 90ern schon im Internet unterwegs war und deshalb weiß, worum es hier geht“, nicht ohne weiterhin der eigentlich unbeteiligten PR-Mitarbeiterin frohes Schaffen beim „Kapitalismusgeschwader“ zu wünschen und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass wir jede weitere unaufgeforderte E-Mail seitens der Raketenkapitalisten mit einer Bitte um Unterlassung beantworten würden.

Phantome mögen Macnotes

Doch genug von Raketen. Kommen wir in einer Zeit, in der der „lupenreine Demokrat“ Wladimir Putin den „Paten“ Seppl Blatter von der FIFA verteidigt, lieber zu Phantomen. Denn wenngleich mich das SEO-Geschwafel von Sistrix, Xovi und Co. nervt, weil die Betreiber dieser Dienstleister nur irgendwo aus dem angelsächsischen Sprachraum einen Namen für etwas aufgreifen, was sie selbst nicht vorhersehen konnten, hat doch das jüngste unangekündigte Google-Update Macnotes gutgetan. Unsere Sichtbarkeit hat zugenommen. Mehr Menschen finden über Google zu unserer Webseite und wir werden zumindest „ein bisschen“ für unsere Arbeit belohnt. Kann ich mich also bei einem Algorithmus bedanken. Prima.
Zumal schon der vorherige Algorithmus, der Wert auf „Mobilität“ legte, Macnotes gerne verarbeitet hat. Lustig ist, dass Macnotes quasi schon zur Gründung Wert auf eine Erreichbarkeit via Smartphone-Display legte und dieses Mantra nur für kurze Zeit aus technischen Gründen mal verschütt ging. Freilich hat sich die Art und Weise, wie wir uns „mobil“ präsentierten häufig geändert, doch wir optimieren nun sogar Bilder und Zugriffszeiten, dass die Bude wackelt.

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