Kommentar: 2. Juni 2015,

Nähkästchen #9: von Bildern, FTP und Galerien

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Seit der Übernahme von Macnotes durch einen Investor im Juni 2014 bin ich neben der redaktionellen Arbeit, wie bereits in früheren Ausgaben des Nähkästchen angedeutet, mit diversen Aufgaben zugange, um Altlasten abzubauen und „Ordnung“ zu schaffen. Dazu fällt mir spontan ein, weil ich gerade damit zugange bin, dass Macnotes ein Wust von Galerie-Lösungen genutzt hat und mehrere Male Potenziale verschenkte.

Nicht alles war schlecht früher, nicht alles ist gut heute. Drum erhebe ich mich nicht auf ein hohes Ross, sondern diskutiere im Nähkästchen hoffentlich vor allem „fair“. Bei den Aufräumarbeiten rund um Macnotes ist mir just ein strukturelles Problem aufgefallen, was Macnotes einerseits seit den Anfängen begleitet, andererseits oftmals vernachlässigt wurde als es dann aber Thema war: Bilder und Galerien.

Ich FTP, Du auch

Unter den Gründervätern von Macnotes gab es einige, die technisch versierter waren als später einige der Autoren, die für dieses Magazin mal in die Tasten gehauen haben. Doch schon 2006 konnte oder wollte man sich nicht zu einer gemeinsamen Lösung entscheiden, wie man Bilder in Artikel einbindet. Viele der Mitglieder von Macnotes damals hatten, weil sie damit umgehen konnten, einen eigenen FTP-Zugang zum Server. Statt den Upload von Mediendateien über WordPress zu vollziehen, wurde dieser dann „ohne Datenbank“ und Verwaltung einfach auf den Server hochgeladen. Dabei haben viele Köche ganz unterschiedliche Konventionen genutzt. Manche nannten ihre Dateien „x.jpg“ und „x_klein.jpg“, andere nutzen keinen Unterstrich, sondern einen Bindestrich, wieder andere schrieben „thumb“ bei Miniatur-Vorschaubildern an den Dateinamen, die nächsten „thumbnail“. Es war also schon zur damaligen Zeit schwierig, gerade ohne Datenbank, Dateien immer wieder zu benutzen. Deshalb finden sich mitunter 10 unterschiedliche Kopien eines Logos oder Screenshots auf dem Server.

Ich bin erst später bei Macnotes eingestiegen und hatte ganz zu Beginn überhaupt keinen Zugriff auf den Server, weshalb ich von dem Problem damals noch nicht wusste – das ist heute anders und ich mag einen chaotischen Schreibtisch haben, weiß aber Ordnung zu schätzen, wenn sie Arbeitsabläufe beschleunigt.

Gib dem Kind einen Namen

Doch selbst wenn ich heute, da ich die tausenden Artikel von Macnotes „früher“ (und heute) überarbeite, hunderte Grafiken lösche oder neu hochlade, damit sie in der Datenbank indexiert sind, ist das natürlich kein Allheilmittel, wenn man sich nicht trotzdem an gewisse Konventionen hält. Deshalb habe ich zwecks Auffindbarkeit schon damals, als ich 2009 zu Macnotes kam, Dateien einen sprechenden Namen gegeben und sie nicht „IMG725.jpg“ genannt, aber auch die Metadaten für Titel und Beschreibung hinzugefügt. Wenn ich so heute nach einem Artikelbild suche oder einer Illustration, die innerhalb eines Artikels genutzt werden soll, finde ich sie schneller. Ich konnte mir damals den Mund fusselig reden, es gab viele Autoren, die es trotzdem nicht getan haben. So etwas rächt sich heute. Denn selbst wenn Google seine Bildersuche umgebaut hat, so finden doch Bilder von Macnotes auch Einzug in den Knowledge Graph, worauf ich persönlich „ein klein bisschen stolz“ bin, weil es doch zeigt, dass man einerseits mit anderen zusammen mitgeholfen hat eine vertrauenswürdige Quelle im Internet aufzubauen, andererseits ich persönlich dazu beigetragen habe, indem ich diese Meta-Infos zu den Bildern hinzugefügt habe.

Galerie 1, 2, 3 und 404

Je größer eine Seite wird, desto wichtiger ist Struktur und Verwaltung. Denn die redaktionelle Arbeit wird durch solche unnötigen Aufgaben wie das „Suchen“ nach korrekten Bildern, das Entpacken von Pressebildern, mögliches Konvertieren und Hochladen nur ausgebremst. Diese „Zeitverschwendung“ könnte man minimieren, indem man frühzeitig auf ein System setzt, das Bilder verwalten hilft. „Früher“, als noch viel mehr Autoren für Macnotes schrieben, habe ich immer wieder Artikel von anderen korrigieren müssen, weil es als Chefredakteur natürlich ebenfalls zu meinen Aufgaben gehört; wir haben nie einen eigenen Lektor gehabt. Immer wieder gab es Diskussionen und „Erinnerungen“ meinerseits, dass das Bild zum Apple Store in New York oder dem neuen iMac doch schon längst auf dem Server sei. Warum der- oder diejenige es doppelt hochgeladen hatte, wusste jeder sofort. Doch den Umstand ändern konnte weder die eine noch die andere Seite. Natürlich gab es Personen, die das genauso gemacht haben und wir alle davon profitierten. Doch es gab eben immer wieder solche, die sich nicht einmal die Mühe machten, die interne Bildersuche zu bemühen, so oft man sie darauf hinwies. Mir sind, muss ich offen zugeben, irgendwann keine didaktischen Mittel mehr eingefallen.

Doch zurück zur Ordnung, Struktur und Verwaltung von Bildern auf Macnotes: Denn da kommt dann eine Galerie ins Spiel. Macnotes hatte anfangs eine, dann eine zweite und noch weitere. Der Wechsel von 1 nach 2 klappte, weil früher jemand ein Script programmiert hat, das dann dafür sorgte, dass alle „alten“ Bilder von der neuen Galerie gefunden wurden. Dann wurde Macnotes 2008 erstmals verkauft und irgendwann kam eine dritte Galerie zur Anwendung. Es folgte irgendwann eine vierte. Heute sind wir bei einer fünften Lösung. Die letzten beiden (4 und 5) sind sogar auf „meinem persönlichen Mist“ gewachsen, weil ich selbst schon vorher jahrelang mit WordPress arbeitete und viele Lösungen ausprobiert habe. Gleichzeitig interessierte ich mich für Webseitenoptimierung, wobei die Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Als ich feststellte, dass ein sehr beliebtes WordPress-Plugin (3) viel zu viel Javascript lud und dabei viel zu wenig Gegenleistung erbrachte, forcierte ich den Wechsel. Diese Lösungen (3 und 4) arbeiteten eine Weile parallel. Doch 2011 versuchte ich intern Mitarbeiter dazu zu bewegen, doch „bitte bitte“ die alte Lösung (3) nicht mehr zu verwenden und stattdessen auf die WordPress-eigene Lösung zu setzen, deren Bilder wir heute (5) einfach mit einem eigenen Script ausgeben, ohne auf eine zusätzliche Lösung zu vertrauen. Natürlich lief (3) parallel, damit die Bilder weiterhin angezeigt würden, doch vielleicht auch aus Gewohnheit, luden deshalb manche Autoren weiterhin darüber Bilder hoch.

Weil jedoch die vorhandene Galerie (3) nachweislich die Seitenladezeit negativ beeinflusste, schaltete ich sie eines Tages ab. Denn anders konnte man manch renitenten Mitarbeiter nicht davon abbringen, weiterhin Bilder mit Lösung 3 zu nutzen. Ich wollte also 2011 weg davon, weil sich schon damals zeigte, was dann 2014 und 2015 in den Veränderungen bei Googles Suchalgorithmus Programm wurde. Nun kann man sagen, ich war meiner Zeit voraus.
Doch als ich die Galerie 3 dann abschaltete, warb ich wirklich inständig dafür, doch „ein bisschen Zeit“ zu investieren, um alte Bilder neu hochzuladen, um sie in das neue System zu integrieren, damit sie an einer Stelle gesammelt vorhanden waren. Es waren, wenn überhaupt, ein paar hundert (es wären nur immer mehr geworden, hätte ich den Stecker nicht resolut gezogen). Die hätte man nach und nach, immer dann wenn man sie brauchte, neu hochladen können, dann wären es heute höchstens noch ein paar Dutzend.
Natürlich klappte das Werben meinerseits nicht, weshalb es seit 2011 Artikel mit 404-Fehlermeldungen für Bildaufrufe gab und noch gibt. Das tat und tut Macnotes nicht gut, aber ich arbeite, wie eingangs des Nähkästchens erwähnt, daran, diesen Umstand zu ändern.
Tragikomisch wurde es, als ein ehemaliger Mitarbeiter, den ich zu der Gruppe der beratungsresistenten hinzu zählen würde, sich für eine andere Stelle bewerben wollte. Weil gewisse Artikel aus der eigenen Feder jedoch 404-Bildaufrufe erzeugten, konnte oder wollte die Person ihn dann doch nicht verwenden (damals aber leider auch nicht überarbeiten).



Nähkästchen #9: von Bildern, FTP und Galerien
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