News & Rumors: 10. Juni 2015,

Apple Music vorgestellt

Apple Music
Apple Music auf dem iPhone 6

Apple hat auf der WWDC-2015-Keynote seinen eigenen Musik-Streaming-Service Apple Music vorgestellt, der ab dem 30. Juni 2015 „weltweit“ verfügbar sein wird.

Es hat gedauert, doch das Warten hat offenbar seinen Grund gehabt. Viele aktuelle Musik-Streaming-Dienste wie Spotify oder Deezer, sind in ausgewählten Märkten verfügbar. Apple hat auf der WWDC 2015 seinen Start von Apple Music hingegen „weltweit“ ausgerufen. Das ist zwar ein Euphemismus, weil der Service trotzdem erst nur dort funktionieren wird, wo bislang auch der iTunes Store aktiv ist, doch es vergrößert Apples Position beim Musik-Streaming im Weltmarkt noch ehe der Service begonnen hat.
Entsprechend können sich ab dem 30. Juni Nutzer in mehr als 100 Ländern auf den Start von Apple Music freuen. Als Endgeräte kann man neben iTunes-fähigen PCs und Macs außerdem iPhones, iPads und iPod touch nutzen und die Set-Top-Box Apple TV. Ab Herbst wird Apple darüber hinaus eine Version von Apple Music für Android Phones bereitstellen und damit seine potenzielle Kundenbasis noch einmal mehr als verdoppeln.

Spotify beeindruckt?

Zum Vergleich: Spotify als der größte Konkurrent mit den meisten Nutzern ist seit 2006 am Markt und aktuell in 64 Ländern verfügbar. Der Service soll bislang keine schwarzen Zahlen geschrieben haben. Als Apple während der Keynote die Spotify-Konkurrenz vorstellte, hatte dessen CEO, Daniel Ek, auf Twitter kurz „Oh, ok“ geschrieben, den Tweet jedoch später wieder gelöscht. Diese Aussage wurde von vielen als Indiz der Verunsicherung gewertet oder zumindest deutete es darauf hin, dass Ek überrascht war.

Schon zuvor hat Doug Morris von Sony Music das neue Angebot enthusiastisch als Wendepunkt für die gesamte Musik-Industrie beschrieben, der helfen wird, das Business anzukurbeln. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Apple damit das weltweit größte Angebot an Musik für Streaming-Kunden bieten wird.

Apple Music

Der Katalog Apples umfasst mehr als 30 Millionen Inhalte. Diese gesellen sich zu der eigenen Musik, die man bereits mit iTunes verwaltet, und eventuell von CDs digitalisiert und dem eigenen Musik-Katalog hinzugefügt hat. Apple bietet den Zugang zum Streaming über einzelne Songs, Interpreten, Alben, die eigenen oder „kuratierte“ Playlists. Menschen (und Algorithmen) helfen dabei den eigenen Bereich namens „For You“ immer intelligenter zu machen, je öfter man Musik hört, immer besser zu den eigenen Vorlieben passen soll. Dort sollen Nutzer auf neue Alben, Neuerscheinungen und Wiedergabelisten hingewiesen werden, die zu den eigenen Vorlieben passen.

Siri hat Apple ebenfalls in Apple Music eingebunden. Fragt man den Sprachassistenten, welcher der beste Songs im Januar 1984 war, wird er diesen entsprechend zum Abspielen anbieten. Man kann sich so auch die besten Songs eines Künstlers, einer Band oder aus Genres angeben lassen.

Apple Music Radio

Zusätzlich zu seinem Streaming-Angebot wird Apple mit Beats 1, den ersten eigenen Radiosender in Betrieb nehmen, der sich einzig der Musik und Musikkultur widmet. Dazu hatte Apple im Vorfeld bekannte DJs engagiert, die nun von überall auf der Welt zu Betas 1 beitragen werden. Aus Los Angeles sendet Zane Low, Ebro Darden aus New York und Julie Adenuga aus London. Apple verspricht zusätzlich zu der Musik auch exklusive Interviews und stetig wechselnde Gastmoderatoren.

Darüber hinaus gibt es weiterhin kuratierte Radiosender, wie Nutzer aus den USA sie von iTunes Radio kennen, das dann innerhalb von Apple Music aufgeht. Dabei werden diese „Sender“ von Radio-DJs betreut, die für Apple arbeiten. Man kann mit seiner Mitgliedschaft so viele Lieder überspringen, wie man möchte. Apple verspricht eine Bandbreite von Genres von Indie Rock bis zu klassischer Musik und Folk bis Funk.

Apple Music Connect

Eine weitere Funktion von Apple Music ist das „Connect“-Feature. Künstler bekommen ihre eigenen Kanäle und können dort Fotos, Texte oder Videos veröffentlichen und mit den Fans in Kontakt treten. Auch Song-Neuveröffentlichungen können Künstler direkt auf diese Art mit ihren Fans unternehmen. Die haben einerseits die Möglichkeit unter jedem Eintrag ihrer Idole zu kommentieren und diese zu „liken“ innerhalb des Music-Netzwerks, oder aber via Twitter, Facebook, E-Mail oder die Nachrichten-App mit anderen zu teilen.

Preise und Verfügbarkeit

Wie eingangs erwähnt, wird Apple Music ab dem 30. Juni zur Verfügung gestellt, wohl als Teil von iOS 8.4. Zu haben ist es dann auf allen kompatiblen iPhones, iPad und iPod touch, sowie Macs und PCs mit iTunes. Im Herbst wird eine Version für Apple TV bereitgestellt, sowie für Android Phones.

Monatlich zahlt man 9,99 Euro oder 14,99 Euro für einen Familien-Account, bei dem bis zu 6 Familienmitglieder auf das Angebot zugreifen können. Zumindest vermuten wir das, da Apple nur US-Dollar-Preise angegeben hat und die zum jetzigen Zeitpunkt häufig in Euro umrechnet.

Apple Music im Vergleich zur Konkurrenz

AnbieterApple MusicDeezerGoogleJukeNapsterRarardioSpotifyTidalXbox Music
Adresseapple.dedeezer.complay.google.commyjuke.comnapster.comrara.comrdio.comspotify.detidal.comxbox.com
Musikkatalog30+35+30+30+30+22+32+30+25+X
Preisab 9,99 Euro9,99 Euro (Premium+)9,99 Euro9,99 Euroab 7,95 Euro (nur Browser)ab 4,99 Euro (Web)ab 4,99 (Web)9,99 Euro (Premium)ab 9,99 Euro9,99 Euro
Datenrate256 Kbit/s320 Kbit/sn/an/aab 64 Kbit/sn/aab 64 KBit/sab 96 KBit/sab 96 KBit/sn/a
In der Tabelle gibt es Vergleichsdaten von Musik-Streaming-Angeboten, teils Radios, teils echte Streaming-Anbieter. Apple bietet grundsätzlich beides an, hat aber nicht das größte Angebot und die Qualität ist wohl erst dann zu testen, wenn der Service online geht, da Apple ein eigenes Format nutzt. Vielleicht ändert sich die Bitrate in der Zukunft, wenn Apple seine Infrastruktur ausbaut.

Die Zahl der Songs im Musikkatalog wird jeweils in Millionen Stück angegeben, außer bei Xbox Music, weil es dort in der Beschreibung heißt der Service würde "Millionen Songs" anbieten und unklar bleibt, wie viele.
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