Kommentar: 22. Juni 2015,

Nähkästchen #11: Es geht aufwärts, auf dem Papier

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Papier ist geduldig, heißt es. Wir haben bald den Juli 2015 erreicht. Dann ist ein Jahr Macnotes unter dem neuen Besitzer rum. In dieser Zeit ist Einiges passiert und zumindest auf dem Papier geht es aufwärts, was für mich persönlich Motivation genug ist, und Anerkennung meiner Arbeit.

Bald ist ein Jahr unter dem neuen Besitzer von Macnotes vorbei. In dieser Zeit wurden mir mehr Spielräume gegeben, meine eigenen Ideen zu realisieren. Leider mussten wegen des eingeschränkten Budgets anderswo Abstriche gemacht werden, weshalb manches eben lange dauert und noch auf sich warten lässt. Doch „auf dem Papier“ geht es aufwärts, wie man als Außenstehender zum Beispiel über die Auswertung diverser SEO-Tools in Erfahrung bringen kann.

3GStore #check

Doch fangen wir einmal vorne an. Über die Nähkästchen habe ich versucht Einblicke hinter die Kulissen von Macnotes zu geben und werde das auch in Zukunft tun. Angekündigt hatte ich es schon 2014 und im Februar 2015 konnte ich immerhin einen Haken hinter die Altlasten des 3GStore setzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich alle unnötigen Links zu diesem Onlineshop entfernt, der unter dem Vorbesitzer ein Partner von Macnotes war, und immer mal wieder dazu geführt hat, dass Leser sich ärgerten, weil hier und dort zu viel auf diesen Sponsor hingewiesen wurde. Man muss sagen, dass die Redaktion vor allem in den Anfängen dieser Kooperation mit dem Online-Shop insofern profitiert hat, als man uns Zugang zu Apples iPhones bot, als in Deutschland noch längst nicht alle Interessenten ein solches Smartphone kaufen konnten.

2006 #check

In diesem Monat erst habe ich einen weiteren Haken hinter das Jahr 2006 setzen können – was heißt das? Nun, es heißt, dass ich von Hand alle Artikel, die auf Macnotes im Jahr 2006 erschienen sind, überprüft, korrigiert und in der Regel überarbeitet habe, teils sogar sehr umfangreich überarbeiten musste. Interviews wie das mit Alexander Franz Köllner habe ich mithilfe neuer Shortcodes, die ich zu WordPress hinzugefügt habe, zu optisch nachvollziehbaren Gesprächsinhalten umformatiert, damit der Dialog-Charakter besser herauskommt. So eine Funktion hatte ich bereits unter alter Führung eingeführt, aber nun sind etwaige Interviews aus dem Jahr 2006 in diesem Format vorhanden. Artikel haben Bilder erhalten, die keine hatten, Videos wurden, falls noch vorhanden, korrekt implementiert, zwecks Mikroformaten und Responsive-Design. Galerie-Bilder wurden mit entsprechenden Bezeichnungen versehen, alle über die gleiche Schnittstelle noch einmal neu hochgeladen, weil es wie in einem Nähkästchen erwähnt, zum Teil Kraut und Rüben auf dem FTP gab. Andere Artikel wurden gelöscht, weil sie vielleicht nur 3, 4 Sätze enthielten oder manchmal sogar nur einen, und ein Video. In Zeiten, in denen Google Qualität großschreibt, ist so etwas nicht unwichtig. Oft, wenn ein solcher Artikel nicht mehr vorhanden ist, werden Nutzer direkt auf eine entsprechende Webseite mit Hinweisen geleitet, die erklären, warum wir das tun. Schlagwörter wurden vereinheitlicht und deutlich reduziert – alleine im ersten Jahr seit der Übernahme habe ich auf Macnotes mehr als 3000 Schlagwörter entfernen können. Außerdem habe ich zusätzliche Beschreibungstexte bei 95% der Texte aus 2006 hinzugefügt, die Google und anderen Suchmaschinen als Richtschnur dienen, worum es in den Artikeln geht. Links wurden überprüft, zum Teil mit solchen aus dem Internet-Archiv ausgetauscht, weil es sie heute nicht mehr gibt, und dabei interessante Entdeckungen gemacht, uvm.

Links #check

In Bezug auf „unnatürliche“ Links gilt heute eine ganz andere Agenda: Wenn jemand auf Macnotes werben möchte, gerne. Wenn jemand die Reichweite von Macnotes nutzen möchte, prima. Deshalb gibt es bei uns Sponsored Posts. Die Links darin sind mit „nofollow“ entwertet. Leider erlebe ich recht häufig, dass selbst vermeintlich seriöse Kunden, die millionenschwere Unternehmen leiten, dennoch nicht Willens sind, von dieser Form der fairen Werbung Gebrauch zu machen. Was leider viele Marketing-Mitarbeiter, die uns aus diesem Grund anschreiben, nicht nachvollziehen können ist, dass ihre Forderung im Jahr 2015 unseriös ist. Deshalb sind wir froh, dass es trotzdem Kunden gibt, die auf eine seriöse Form von Online-Werbung setzen und Macnotes auf diese Weise unterstützen.

In jedem Fall habe ich, quasi als erste Amtshandlung, nach dem Verkauf von Macnotes im Juli 2014, erst einmal alle Macnotes-Artikel grob nach möglichen Themen durchforstet, bei denen mir bekannt war, dass auf Plattformen Links gehandelt werden und habe sie entfernt. Bei der Durchsicht der Artikel aus 2006 sind mir ebenfalls Links untergekommen, die ich so nicht vermutet hätte, weil man einfach nicht sensibilisiert war für Felder, in denen Linkkauf betrieben wurde. Nur kann ich das heute, 2015, nicht mehr rekonstruieren und es mögen manche Links auch erst später hinzugekommen sein, als Macnotes 2008 das erste mal den Besitzer wechselte, weshalb ich nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen möchte, und behaupten, der hat das zu verantworten.

YouTube 2.0, IVW 2, Twitter-API

Mit der Überarbeitung der Artikel wäre ich deutlich weiter, doch einerseits ist da das Tagesgeschäft, das sowieso leidet, und zudem gab es seit der Übernahme im Juli 2014 einige Fälle, in denen wir manchmal handeln mussten. Twitter beispielsweise hat in dieser Zeit seine API geändert, bzw. die alte Version abgeschaltet. Eine Twitter-Funktion hatten wir (Stefan und ich) kurzfristig aktualisiert, dann aber aufgrund eines schnelleren Seitenaufbaus gänzlich gestrichen; die Arbeit ist nie umsonst, weil man immer was lernt.

Mit YouTube verhielt es sich genauso. Ein API-Update hat unsere Schnittstelle zerschossen und wir mussten Zeit investieren. Man muss aber sagen, dass wir Glück im Unglück hatten. Denn die neue Version ist deutlich flotter, weil sie auf Zend verzichten kann, da YouTube seine neue API äußerst benutzerfreundlich gestaltet hat. Warum wir die API überhaupt nutzen? Wegen der Mikroformate (vgl. nächster Paragraph).

Ja und dann ist da noch die Sache mit der Werbung. Der Großteil der Werbung auf Macnotes wird zentral über IQdigital vermarktet, ein anderer Teil über Plista. Nun sind wir deshalb gebunden, unsere Statistiken mittels AGOF und IVW auszuwerten. Vieles hat sich, Google sei Dank, zum Besseren verändert. Klar ist Google oft böse, doch beispielsweise haben viele Vermarkter ihre Adcodes mittlerweile so gestaltet, dass sie asynchron ausgeliefert werden, das heißt sie behindern den Seitenaufbau nicht mehr, sondern werden erst geladen, wenn die Webseite bereits fertig geladen hat. Ja und alleine an dieser Front mussten wir gleich mehrere Male in diesem einen Jahr Hand anlegen, damit alles zur Zufriedenheit läuft.

Neues Design und Mikroformate

Stammlesern ist womöglich das neue Design aufgefallen, in dem zwei neue Navigationsmöglichkeiten integriert sind, die Brotkrumen oberhalb und eine Art Vor-Zürück-Navi unterhalb der Artikel. Beides ist nicht zwingend notwendig, wird aber von vielen Nutzern als positiv empfunden und hilft gleichzeitig den Robotern der Suchmaschinen die Struktur der Webseite besser zu verdeutlichen.

Erst ein Bruchteil unserer Testberichte verfügt jetzt über Mikroformate, weil erst ich diese zu Macnotes gebracht habe und sie deshalb erst Stück für Stück mit der Überarbeitung der Artikel Einzug halten werden. Zwar arbeite ich schon länger für Macnotes, doch nicht immer war ich in der Lage die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wenn es um die Technik ging. Mikroformate bieten wir nicht nur bei Reviews, sondern auch unsere YouTube- oder HTML5-Video-Einbettungen verfügen über solche. Wir haben überdies noch an anderen Stellen Mikroformate eingebaut und werden das in der Zukunft noch ausbauen, aber Gutding will Weile haben.

Jugendschutz

Explizit erwähnen möchte ich, dass ich schon vorher auf meinen eigenen Webseiten mich mit dem Thema Jugendschutz auseinandergesetzt habe, weil es zum Beispiel beim Thema Videospiele sehr virulent war. Es gibt seit rund anderthalb, zwei Jahren eine relativ praktikable Lösung für den Jugendschutz auf Webseiten. Macnotes verwendet diese mittlerweile ebenfalls. Offizielle Filterprogramme, die von Organisationen empfohlen werden, finden einen entsprechenden Hinweis im Quellcode, der den Inhalt kennzeichnet und beispielsweise bei Artikeln, in denen ein Trailer zu einem Videospiel enthalten sein sollte, das nur eine USK-16- oder USK-18-Freigabe hat, entsprechend anspringen würde.

Warum das Alles?

Was ich bis hierhin erläutert habe, ist nur ein Teil dessen, was wir in Jahr 1 geschafft haben. Doch warum machen wir das überhaupt? Ich möchte sagen, weil es für den erfolgreichen Betrieb von Webseiten durchaus notwendig ist. Ich erlebe als Abonnent von Googles Webmaster-Foren sehr viele Fälle von Webseiten-Betreibern, die sich nicht auskennen, aber erhoffen mit 0 Aufwand nach dem Topf voll Gold greifen zu können. Wir machen weder das eine, noch wollen wir das andere. Es geht mir persönlich darum, langfristig eine Plattform zu etablieren, in der Leser Antworten kriegen, wir gleichzeitig Themen bearbeiten können, die uns Spaß machen, und nicht nur der Quote wegen behandelt werden. Dafür ist der sogenannte Longtail sehr wichtig. Denn selbst wenn an manchen Tagen nur wenig neue Beiträge veröffentlicht werden, konnten wir in den letzten Wochen und Monaten endlich einen Punkt erreichen, an dem ich sagen kann, dass mein Plan aufzugehen scheint – ich muss es so vorsichtig formulieren, denn bei Google weiß man nie. Nur je besser der sogenannte Longtail von Macnotes funktioniert, desto mehr Kapazitäten können wir aufbauen, um irgendwann, in absehbarer Zukunft, wieder viel mehr zu berichten und ganz andere Formate auszuprobieren (Podcasts, Newsletter, Videobeiträge). Auch der Ausbau der Redaktion ist langfristig hoffentlich nicht bloß Wunschdenken.
Denn man und „ihr“ dürft nicht vergessen, bei all dem „wir“ und „uns“, dass ich hier formuliert habe, bin ich in Jahr 1 zu 85% auf mich allein gestellt gewesen und daran wird sich im kommenden Jahr sicher nichts ändern. „Wir“ haben also tatsächlich schon sehr viel in dieser Zeit geschafft.

Zum Beleg dafür, dass sich hier etwas in die richtige Richtung bewegt, möchte ich den eingangs erwähnten Blick auf die SEO-Tools nutzen und nachfolgenden Screenshot von Searchmetrics präsentieren, der die Entwicklung von Macnotes seit Dezember 2014 festhält. Denn wenn man diese Werte mit denjenigen der Konkurrenz von Macerkopf (6-9 Mitarbeiter), Apfelpage (8 Redakteure) oder iFun (6 Personen) vergleicht, dann kommt Macnotes mit hauptsächlich einer Person am Werk sehr gut dabei weg.

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