Kommentar: 24. Juli 2015,

Emil pinkelt Hillary an den Karren: Wenn E-Mail zum Symbol wird

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Hillary Clinton wollte mit offenen Karten spielen, veröffentlichte deshalb einen Großteil ihrer E-Mail-Kommunikation öffentlich. Das fällt nun auf sie zurück und also pinkelt Emil, wie man E-Mail im Volksmund nennt, Hillary an den Karren im Präsidentschaftswahlkampf. Das ist jedoch nur ein Symbol dafür, dass wir es mit einem Generationenkonflikt zu tun haben.

Jeb Bush wollte „cool“ sein, und Allen die Welt erklären. Als Republikaner wollte er zeigen, dass er es drauf hat. E-Mails von ihm enthielten datenschutz-relevante Inhalte und sogar Viren. Was hat es ihm gebracht? Viel Häme. Denn sein Vergleich, die Apple Watch über Obamas Gesundheitsreform zu stellen konnte die Scharte nicht auswetzen, die seine E-Mail-Fauxpas angerichtet hatten. Letzten Umfragen zufolge hat Bush kaum halb so viel Zustimmung unter den eigenen republikanischen Anhängern wie der Immobilien-Mogul Donald Trump, der mit rassistischen Äußerungen gegenüber Mexikanern auf Stimmenfang im US-Vorwahlkampf geht.

Doch die Vorgeschichte soll nur dazu dienen, um Hillary Clintons Misere anzudeuten. Ob Jeb Bush Viren unters Volk bringt, ist egal. Ob er persönliche Daten von Personen preisgab, interessiert viele ebenfalls nicht. Doch Hillary Rodham Clinton war diejenige, die im hohen Alter einen auf Jugendlich machen wollte. Zumindest aber wollte sie offen und ehrlich präsentieren, wie volksnah sie in E-Mail-Kommunikation in ihrer Zeit als Staatssekretärin mit dem Wähler oder der Wählerin umging. Dass zu viel Öffentlichkeit aber nicht immer hilfreich ist, hätten beide Präsidentschaftskandidaten eigentlich wissen sollen. Doch gegen Clinton wird nun sogar von Rechts wegen ermittelt.

E-Mail ist ein Medium

Laut New York Times haben zwei Inspektoren das US-Justizministerium angewiesen Untersuchungen gegen Hillary Clinton einzuleiten. Denn diese hatte seinerzeit ihren privaten E-Mail-Account genutzt, um auf Post zu antworten, die ihr an die Regierungsadresse gesendet wurde und so „möglicherweise“ sogar geheime Daten über ihren Privat-Account geleitet hat, der nicht dem Regierungsstandard nach gesichert war. Ob tatsächlich irgendwelche Geheimnisse ausgeplaudert wurden, muss nun die Untersuchung feststellen.

Clinton argumentierte auch, dass auf diese Weise die Korrespondenz über diesen Account nicht auf gesetzliche Anordnung hin hätte offengelegt werden müssen. Diese Strategie könnte sich nun rächen.

Generationskonflikt?

Sowohl der Fall Jeb Bush (62), als auch der Fall Hillary Clinton (67) zeigt, dass ein deutlicher Generationen-Konflikt besteht. Denn Personen, die Staatsoberhaupt werden wollen, handeln sich Shitstorms nicht erst ein, wenn sie schon kurz vor der Zielgeraden sind. Ein Peter Altmaier (CDU, 57) in Deutschland kann als lebender Beweis gelten, dass es durchaus Ausnahmen von der Regel gibt. Doch wer nicht versteht, dass E-Mail ein Medium ist und genügend Medienkompetenz aufwenden kann, um mögliche Fallstricke des Mediums zu ergründen, der gehört offenbar einer Generation an, bei der dieses Medium keine Rolle spielte. Dass sie es nun so in den Vordergrund rücken, wirkt angesichts der Fehler bei der Präsentation mehr als naiv.

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