Kommentar: 10. Oktober 2015,

Nähkästchen #15: Rabattangebote und Besucherzahlen

Macnotes
Macnotes unter neuer Führung

Zugegeben, das letzte Nähkästchen ist schon eine Weile her (Ende Juli), doch die Rubrik mit Informationen um Macnotes und die Arbeit für das Magazin noch lange nicht am Ende. In Episode #15 möchte ich zwei Dinge ansprechen: 1) die positive Entwicklung der Besucherzahlen und 2) die negativen Auswüchse bei Rabattangeboten.

Fangen wir mit den Rabattangeboten an. Letzte Woche kommunizierte ich mit einem Anbieter eine Rabattplattform, deren Angebote wir auf Macnotes manchmal bewerben. Die Angebote, die ich für die Veröffentlichung auswähle, sind vor allem auf unsere Zielgruppe zugeschnitten und beschäftigen sich also mit Web-Entwicklung oder iOS– und OS-X-Programmierung. Ab und zu gab es von unserer Seite auch Hinweise auf Drohnen oder lohnenswertes iPhone-Zubehör. Wir könnten theoretisch jeden Tag neue Angebote auf unsere Leser loslassen. Doch ich glaube nicht, dass dass uns oder unseren Lesern nützt. Denn Angebote gibt es wie Sand am Meer. Man ist gelangweilt, vielleicht sogar schon genervt von zu vielen Schnäppchen. Zudem sind wir kein Schnäppchenportal, sondern ein Informationsangebot.

Probleme mit Rabattangeboten

Nun begab es sich, dass die Plattform „Feedback“ haben wollte – es gibt diese Momente, da nehme ich mir die Zeit und gebe „ernsthaftes“ Feedback. Das habe ich während meines Studiums an der RWTH in Aachen gelernt, in Seminaren zur Qualitätssicherung (QA), in denen wir Feedback geprobt haben, für Apps wie beispielsweise die der Deutschen Bahn. Entsprechend war mir bewusst, dass der Gegenüber sicher antworten würde, aber vielleicht nicht immer ganz zufrieden sein wird. Denn echtes Feedback ist manchmal kritisch. Es entstand ein Mailwechsel, in dem sich der Marketing-Mitarbeiter immer mehr in die Nesseln setzte.

Nutzer sind nicht dumm

In dessen Verlauf stellte er mir ein neues „Bundle“ vor und ich sagte ihm – natürlich nicht mit diesen Worten – ob er mich auf den Arm nehmen wolle, und mit mir unsere Leser. Denn das neue Big Mac Bundle auf der Plattform ist „identisch“ mit einem, das wir auf Macnotes schon vor ein, zwei Wochen von einer anderen Angebotsplattform beworben hätten. Ja, das sei richtig, aber er beschwichtigte im Grunde nur. Ich merkte an, dass es uns unmöglich sei, nun „abermals“ einen Artikel zu veröffentlichen, in dem wir schreiben: Schaut her, hier gibt es ein ganz tolles (neues) Bundle mit Software, weil dem nicht so ist. Tragikomisch ist, dass wegen der „hohen Nachfrage“ das gleiche Bundle bei der anderen Plattform „verlängert“ wurde und gleich zweimal angeboten wird. Ich versuchte zu erklären, dass man vor allem mit „besonderen“ Angeboten, die individuell seien, sich von der Konkurrenz abheben könne und dass weder unsere Leser noch Nutzer im Allgemeinen „dumm“ seien und auf solche Strategien hereinfielen. Der Anbieter, so mein Feedback, würde sich keine Freu(n)de damit machen, wenn Nutzer feststellen, dass sie hier zweimal das gleiche aufgetischt bekämen.

Nutzer werden an der Nase herumgeführt

Aber es kam noch besser: Denn ich betonte weiterhin, dass es einige Produkte gibt, die wir zwar bewerben würden, wenn sie denn nicht nur nach Nordamerika geliefert würden, neben iPhone-Zubehör auch Drohnen. Ich machte sogar den Vorschlag, der Anbieter solle Kooperationen mit Portalen wie Borderlinx suchen, um technische Lösungen für 1-Click-Bestellungen aus dem Ausland einzurichten.
Prompt erhielt ich einen Hinweis mit einem Angebot für eine Mini-Drohne. Die twitterte ich an dem Morgen noch, doch weil es zwischen 3 und 4 Uhr in der Früh war, und das Angebot in zwei Stunden ausliefe, sah ich mich nicht in der Lage, einen Artikel zu veröffentlichen – das macht keinen Sinn. Das kommunizierte ich ebenfalls. Während der Tweet bereits veröffentlicht war, erhielt ich abermals Antwort, und zwar eine, die mir genauso wenig gefallen hat. Keine Sorge, wurde ich beruhigt, das „steht da nur so“. In zwei Stunden würde der Counter zurückgesetzt und finge von vorne an. Das Angebot würde noch ein, zwei Monate auf der Plattform angeboten. An diesem Punkt antwortete ich dem US-Marketing-Mitarbeiter nicht mehr, sondern legte mich schlafen, mit einer gewissen Wut im Bauch. Denn ich bin selbst ebenfalls „Nutzer“ und durchschaue die Psychologie hinter solchen Angebots-Szenarien: Hinweise wie „nur
noch zwei Stunden“ oder „nur noch eine Woche“ erhältlich, sorgen dafür, dass beim potenziellen Käufer Begehrlichkeiten geweckt werden. Wenn aber der Countdown dann erneuert wird, dann ist das in meinen Augen ganz klar Verarsche. Wenn ein Angebot, das wir mit dem Hinweis darauf, es würde dann und dann ablaufen, selbst nach der Frist immer noch verkauft wird, dann können wir zwar noch daran mitverdienen, aber so eine Praxis führt in meinen Augen auf lange Sicht eher zu Verdruss bei den Nutzern. Ich weiß, dass dies dort draußen sehr viele Anbieter so machen, das ist jedoch kein Rechtfertigungsgrund für das Vorgehen.

Entwicklung der Besucherzahlen von Macnotes

Die Besucherzahlen von Macnotes sind kein Geheimnis, seit Jahren nicht. Denn dieses Projekt ist bei der IVW gelistet. Werbetreibende können sich dort die Zahlen, monatlich aktualisiert, ansehen. Doch wer tut das schon? Im Sommer sind wir eine Talsohle durchschritten. Wer das Nähkästchen regelmäßig gelesen hat, weiß, dass ich mit wir seit der Übernahme von Macnotes im letzten Jahr vor allem mich selbst meine. Ab und zu greift der Kollege Keller noch zur Tastatur und langfristig ist aber mein Ziel, wieder eine größere Redaktion zu etablieren.

In jedem Fall ist der September für Macnotes äußerst erfreulich gewesen. IVW weist die Zahlen für den Monat bereits aus. Doch bei der IVW werden nur Besucher aus Deutschland gezählt. Wir haben also zumindest jeden Monat noch ein bisschen mehr Nutzer als dort zu lesen ist.
Wir konnten gegenüber dem Vormonat August ein Drittel zulegen. Wir hatten sogar zwei Tage im September mit knapp unter und knapp über 10 000 Seitenabrufen. Der Oktober scheint weiterhin freundlich. Wir hoffen natürlich, dass wir mit Macnotes langfristig wieder Größenordnungen von „damals“ erreichen können. Damals bedeutet bis zu einer Million Seitenabrufen monatlich.
Wie mir in anderen Nähkästchen wichtig war, zu betonen, müssen wir dafür aber Vertrauen wieder aufbauen, was unter dem Vorbesitzer mit Schleichwerbung für Projekte wie dem 3GStore verloren gegangen war. Darüber hinaus hat aber Macnotes vorher eine Menge bewegt und von den Marketing-Fähigkeiten des Vorbesitzers profitiert, der in der Online-Marketing-Szene noch heute als Werbefigur genutzt wird.

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 1 Kommentar(e) bisher

  •  Wolfgang D. (11. Oktober 2015)

    Ich lese die Nähkastchen immer gerne. Weil gerade dieses ein Kernproblem im Web anspricht.

    Die Werbefritzen sind ein extrem uneinsichtiges Volk, mit der Meinung, dass die Zielgruppe notfalls mit Beschiss zu seinem Glück gezwungen werden muss. Sie wollen ja auch künftig ihren veganen Latte im In-Cafe schlürfen können und nicht arbeitslos werden.

    Was mich zur Art der Werbung auf Webseiten kommen lässt. Sowohl Layer-Ads als auch Zappel-Gifs, und lärmende Videos sind wohl nach Meinung der Werbewirtschaft verkaufsfördernd. Mitsamt dem Tracking über mehrere Webseiten, damit man stets denselben, ich sag’s mal direkt, Dreck wiederholt angeboten bekommt – den man vorher schon nicht sehen wollte.

    Jetzt kommt die Riesenüberraschung: liebe Werbetreibende, dem ist nicht so. Auch die alte Regel, „viel, hilft viel“ gilt hier nicht.

    Aber das wird unsere Werbefachkräfte sicher nicht zu einer Strategieänderung bewegen…


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