News & Rumors: 22. Dezember 2015,

Apple: Sorge um britische Gesetzgebung

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Apple hat sich in einem Schreiben an die britische Regierung gewandt, konkret an das Gesetzgebungs-Komitee, das einen Gesetzesvorschlag des britischen Unterhauses berät und drastische Einschnitte in die Privatsphäre bedeuten könnte.

In dem Schreiben Apples bittet man die Komitee-Mitglieder das Gesetz im Kern noch einmal zu überdenken. Der iPhone-Hersteller ist der Auffassung, dass es zur Schwächung der Sicherheit persönlicher Daten von Millionen von rechtschaffenen Bürgern führen werde. Alles nur, so Apple, damit man ebenfalls die Sicherheit von Daten weniger Querulanten schwächen kann. In einer Zeit von stetig zunehmender Cyber-Bedrohung sollten Firmen die Freiheit haben, Verschlüsselung einzusetzen, um ihre Kunden zu schützen.

Der „Investigatory Powers Bill“, ein Gesetz das Behörden mehr Befugnisse einräumt, sieht in seiner jetzigen Form auch vor, dass es zwingend einen Weg geben muss, verschlüsselte Daten auszuspähen, und sei es durch ein spezielles Hintertürchen für Regierungsbehörden. Apple sieht die Arbeitsweise von iMessage bedroht, weil man dann zum ersten Mal gezwungen wäre, die bislang unabhörbare Kommunikation zugänglich zu machen.

Das Einführen von Hintertüren diente nicht nur den Guten, argumentiert Apple. Wer den Schlüssel unter die Fußmatte legt, muss damit rechnen, dass auch die Bösen sich Zugang verschaffen. Dies empfindet Apple als verantwortungslos gegenüber den rechtschaffenen Bürgern.

„The creation of backdoors and intercept capabilities would weaken the protections built into Apple products and endanger all our customers. A key left under the doormat would not just be there for the good guys. The bad guys would find it too.“
Apple

Die Regierung hingegen argumentiert, dass das neue Gesetz lediglich vorhandene Möglichkeiten bekräftigt und ausweitet. Tatsächlich war die bisherige Gesetzgebung vornehmlich für Internetanbieter von Relevanz. Technologieunternehmen wie Apple, Google oder Microsoft fürchten jedoch, dass durch das neue Gesetz Firmen gezwungen werden können, ihre eigenen Systeme zu hacken und zwar weltweit. Denn der IPB sieht vor, dass Hacks im Rahmen von Untersuchungen legitimiert werden, in vermeintlich an kriminellen Aktionen beteiligte Systeme. Die Hersteller dieser System müssten den Regierungsorganen dabei zuarbeiten.

Vertrauensverlust beim Kunden

Apple fürchtet im Speziellen – und bringt dies in seinem Brief an das Komitee zum Ausdruck – den Vertrauensverlust bei seinen Kunden. Ein Kunde in Deutschland wäre erschrocken, wenn er wüsste, dass ein Unternehmen mit Sitz aus Irland (Apple Ireland) von britischen Behörden dazu gezwungen werden könnte, sein iPhone oder iPad zu hacken.

Internationale Konflikte vorprogrammiert

Darüber hinaus betont Apple, dass ein Szenario wie dieses unweigerlich zu internationalen Spannungen führen wird. Weil Apple sich nicht nur an britische Gesetze halten muss, sondern auch an diejenigen anderer Länder. Wenn die geforderten Maßnahmen aus Großbritannien den Gesetzen anderer Länder zuwiderlaufen, müssen die Technologiekonzerne mit Sanktionen aus diesen Ländern rechnen.

Internetanbieter warnen ebenfalls

Damit noch nicht genug. Denn das Gesetz sieht die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung vor, auf mindestens ein Jahr. Diese stelle ein enormes Sicherheitsrisiko für alle Kunden dar, so die Vertreter der Internetanbieter im UK, zudem würden dadurch massive Kosten entstehen.

Matthew Hare, CEO von Gigaclear, rechnet gegenüber dem Guardian vor: Bei einer durchschnittlichen Gigabitleitung würden im Jahr 15 TB Daten fließen, von denen nur ein Bruchteil wirklich Kommunikationsdaten sind. Die ungefilterte Speicherung solcher Massen von Daten führt zu massiven Kosten, so Hare.



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