iAd Archives - Macnotes.de https://macnotes.de/thema/iad/ iPhone, iPod, iPad, Mac - das unabhängige Magazin rund um Apple Sat, 13 Jun 2015 16:00:23 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 https://macnotes.de/images/2021/02/image-150x150.jpg iAd Archives - Macnotes.de https://macnotes.de/thema/iad/ 32 32 Flipboard: Wir waren 5 Jahre früher da – ja, und? https://macnotes.de/2015/06/13/flipboard-5-jahre-frueher-als-apple-news-kommentar/ Sat, 13 Jun 2015 03:38:56 +0000 http://www.macnotes.de/?p=195151 Auf der WWWDC-2015-Keynote hat Susan Prescott, Vizepräsidentin des Bereichs Produkt-Marketing, das neue Apple News vorgestellt. Jeder Beobachter hat zuerst gedacht, dass der Service wie Flipboard „ausschaut“ – nun wird die Zusammenarbeit des Herstellers mit Apple zunehmend schwieriger gesehen. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass Apple News deutlich interessanter für Publisher ist als Flipboard und außerdem […]

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Auf der WWWDC-2015-Keynote hat Susan Prescott, Vizepräsidentin des Bereichs Produkt-Marketing, das neue Apple News vorgestellt. Jeder Beobachter hat zuerst gedacht, dass der Service wie Flipboard „ausschaut“ – nun wird die Zusammenarbeit des Herstellers mit Apple zunehmend schwieriger gesehen. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass Apple News deutlich interessanter für Publisher ist als Flipboard und außerdem das WWW von heute in eine Zeit führt, die an die 1990er erinnert, als AOL und CompuServe in Deutschland noch von Bedeutung waren.

In einem Interview mit BBCs Tech Tent hat der Geschäftsführer Flipboards, Mike McCue, ebenfalls auf die Ähnlichkeiten von Apple News mit seinem eigenen Service Flipboard hingewiesen und betont, dass man 5 Jahre früher am Markt gewesen sei.

Das würde, so McCue, die Zusammenarbeit mit Apple, die durchaus besteht, in der Art, dass man eine App für iPhone und iPad anbietet, ab sofort etwas komplizierter gestalten.

„We’re clearly onto something at Flipboard. What Apple was showing is something that we actually shipped five years ago.“
Mike McCue

Apple News keine 1:1-Kopie

Während oberflächlich das Prinzip und die Optik von Apple News derjenigen von Flipboard ähneln, ist Apple News keine direkte Kopie von Flipboard – es gibt viele Fakten, die dies belegen. Nicht zuletzt führt Apple ein eigenes „Apple News“-Format ein, das mehr wie bei einem iBook auf einem „proprietären“ Level agiert. Das führt die Nutzer weg vom „eigentlichen“ Internet, von dem manche fürchten, dass es auf diese Weise von Google, Apple und Facebook mit seinen eigenen Formaten untergraben würde.

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Anbieter können schon jetzt ihre RSS-Feeds einreichen, doch Apple wird wohl nur einen groben Schnitt machen, um zu erkennen, welche Art von Medien in den allermeisten Fällen genutzt werden, um diese zuallererst in sein „Apple News“-Format zu integrieren und Verlegern dann entsprechende Werkzeuge an die Hand zu geben. Einerseits ist eine Software wie iBooks Author denkbar, doch als Rails-Entwickler würde ich in jedem Fall eine Art API erwarten, über die man Inhalte im JSON-Format an Apple News senden kann.

Der größte Unterschied

Freilich gibt es noch einen weiteren Unterschied zwischen Flipboard und Apple News. Der Service aus Cupertino kontrolliert die Monetarisierung über Werbung in Form von iAds. Flipboard hingegen bietet selbst fünf Jahre nach dem Start nur ausgewählten großen und eventuell größeren Publishern eine generische Form von Werbung an. Die übrigen dürfen lediglich ihre RSS-Feeds einreichen und bieten ihre Inhalte gratis an, bzw. erhöhen so ihre Reichweite über den beliebten Service, verdienen aber kaum daran. Als Anhaltspunkt: Flipboard hat im Mai 2015 rund 4100 Besucher zu Macnotes weitergeleitet.

Apple News hingegen wird den Verlegern, und seien sie auch noch so klein, nach einer ersten Betaphase, die vielleicht schon mit der Beta von iOS 9 abgeschlossen sein könnte, die Möglichkeit bieten, ähnlich dem Geschäftsmodell des App Stores, ihre Inhalte zu monetarisieren.

Es mag traurig sein für das World Wide Web und Puristen, doch wenn genügend Nutzer auf Apple News setzen, dann entsteht dort zumindest für „Nachrichten“ ein Netz neben dem Netz. Gelingt dies, dann werden wir 2015 eine Zeitreise antreten, in die 90er Jahre. Denn zu dieser Zeit waren CompuServe und AOL in Deutschland besonders beliebt. Das waren damals Netze neben dem eigentlich Netz, wenn man von Mailboxen absieht.
Ich selbst habe seinerzeit als „Scout“ für AOL in Hamburg „gearbeitet“ und Themenkanäle betreut, was mir „kostenloses“ Internet via AOL ermöglichte. Kostenlos deshalb in Anführung, weil man seinerzeit doppelt zur Kasse gebeten wurde und neben den Verbindungsgebühren auch solche für einen Internet-Anbieter zahlen sollte, von denen AOL und CompuServe die bekannteren waren. Während man also die AOL-Gebühren sparte, gab es trotzdem Ziffern auf der Telefonrechnung.

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Apple News: Wer finanziert das Ganze? https://macnotes.de/2015/06/08/apple-news-finanzierung/ Mon, 08 Jun 2015 20:43:24 +0000 http://www.macnotes.de/?p=194972 Wir könnten über iOS 9, OS X 10.11, Apple Music oder andere Neuigkeiten zuerst berichten, doch wenn wir mal gegen den Strom schwimmen, fällt zunächst die neue „Apple News“-App ins Auge. Die Frage, die man sich stellt, und die Apple bis hierhin nicht beantwortet hat, lautet, wer finanziert das Ganze? Die Antwort dazu findet man […]

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Wir könnten über iOS 9, OS X 10.11, Apple Music oder andere Neuigkeiten zuerst berichten, doch wenn wir mal gegen den Strom schwimmen, fällt zunächst die neue „Apple News“-App ins Auge. Die Frage, die man sich stellt, und die Apple bis hierhin nicht beantwortet hat, lautet, wer finanziert das Ganze? Die Antwort dazu findet man

Apple hat eine interessante „News“-App vorgestellt, die sehr an Flipboard erinnert. Nutzer können darin eine Reihe von Nachrichtenquellen auswählen, und/oder entsprechende Themengebiete und erhalten so Nachrichten in einem neuen Format aufbereitet. Auf der Bühne der Keynote zur WWDC 2015 wurde den Zuhörern mitgeteilt, dass beispielsweise die New York Times „jeden Tag“ 33 Artikel zur Verfügung stellen wird.

Monetarisierung, aber wie?

Apple erlaubt jedoch die Anpassung, und so können wohl andere Quellen hinzugefügt werden, wie es bei Flipboard ähnlich funktioniert. Das heißt, selbst Inhalte von Blogs wie Macnotes können der neuen News-App hinzugefügt werden.

Während der Präsentation der neuen App durch Susan Prescott, Vizepräsidentin des Bereichs Produkt-Marketing, sahen die Zuschauer zu keiner Zeit irgendeine Form von Werbung, sondern ausschließlich Inhalte, auch in Form von Fotostrecken oder am Beispiel von ESPN sogar Videos. Selbst als später Craig Federighi wieder auf die Bühne kam, wurde nicht näher darauf eingegangen, wie der Service finanziert wird. Federighi gab zum Beispiel an, dass die New York Times 33 Artikel täglich für Apple News bereitstellt.
Für eine „Institution“ wie die NYT ist das zusätzliche Werbung oder eine Verbreitung der Reichweite, doch für Inhalte-Anbieter, die ums Überleben kämpfen, stellt sich die Frage, ob es überhaupt etwas als Gegenleistung gibt?

Apple News startet zunächst nur in den USA, Großbritannien und Australien. Vielleicht war der Besuch Tim Cooks bei der BILD-Zeitung im Februar also nicht bloß naive Publicity bei der reichweitenstärksten Tageszeitung Deutschlands, sondern vielleicht hat ja Tim Cook schon zu diesem Zeitpunkt die Betreiber der VG Media überzeugen wollen, gratis Inhalte für Apple News bereitstellen zu wollen.

Eigene Webseite anmelden

Apple selbst möchte den Anbietern noch 2015 Tools an die Hand geben, um ihre Inhalte für Apple News vorzubereiten. Schon jetzt kann man als Inhalte-Anbieter unter www.icloud.com/newspublisher/ sein Interesse bekunden. Wer dies tut, kann jedoch vorerst nur den RSS-Feed der eigenen Webseite hinzufügen und muss auf die entsprechenden Tools noch warten.

Werbung als Finanzierung

Doch weil Apple so freundlich war, bereits jetzt die Anmeldung für den Service freizugeben, kann man die AGB des Service durchforsten. Nutzer, die ihren eigenen RSS-Feed an Apple News senden, stimmen zu, dass Apple selbst Werbung schalten „könnte“ – man selbst erhält jedoch keinerlei Entschädigung. Das heißt Apple bietet seinen Nutzern einen Service, an dem es inhaltlich überhaupt nicht partizipiert, aber lässt sich die Hintertür offen, damit Geld zu verdienen, ohne diejenigen daran zu beteiligen, die die Inhalte liefern.

„By clicking „Agree“, You (…) agree that Apple or its affiliates (…) are authorized to use your RSS (…) feed in its product, „News“, including using, publicly displaying, storing, reproducing, or publishing Your RSS content or placing advertisements in News that are associated with, or targeted toward, your RSS content. You understand that notwithstanding anything to the contrary herein, neither party shall have any payment obligation to the other in connection with Apple’s use of RSS Feeds under this agreement.“
Apple

In der Überschrift habe ich „fast“ in Klammern gesetzt, denn in den AGB heißt es ferner, dass Apple die Inhalte des bereitgestellten RSS-Feeds nicht ändern wird. Das erlaubt für die Publisher zumindest Affiliate-Links zu integrieren.

„Apple will use the RSS feeds as provided by You, and will not edit or modify the text, content, or links supplied by You except to modify titles, partial text, or cover images in their display in News, as determined by Apple in its sole discretion.“
Apple

Insofern verfolgt Apple ein anderes Modell als beispielsweise der französische Publisher der Apps Appy Geek und Appy Gamer, der seit 2011 den Content von Macnotes verbreitet und aber unsere Affiliate-Links entfernt und womöglich nach dem Bit.ly-Prinzip durch eigene ersetzt. Dafür erhalten wir von Appy Geek bzw. News Republic eine Entschädigung, bzw. einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die durch die App mit unseren Inhalten erzielt werden. Wie wir nach der Übernahme von Macnotes im Juni 2014 feststellen mussten, sind die Verträge von News Republic „individuell“.

Tatsächlich gibt Apple aber an anderer Stelle dann doch Auskunft darüber, wie man als News Publisher Geld verdienen kann. Und so wirkt das Zitat oben etwas widersprüchlich, nur ist die Erlaubnis zum Hinzufügen von Werbung wohl nicht einseitig gedacht. Anbieter werden laut Apple in der Lage sein, ihre Inhalte via iAds zu monetarisieren. 100% der Erlöse behält man, wenn man die Werbung selbst integriert, 70%, wenn man iAds die Zielgruppengerechte Werbung verwalten lässt.

Die deutsche Presseabteilung Apples, der wir eine Anfrage geschickt hatten, wies uns dazu auf die Unterseite zu News Publisher auf den Seiten des Apple Developer Centers hin, auf der es heißt:

„Monetization is made simple with iAd, Apple’s advertising platform. Earn 100% of the revenue from ads you sell, and 70% when iAd sells ads for you. iAd provides campaign management, targeting and reporting capabilities that help drive your business.“
Apple

Von Apples PR-Abteilung haben wir leider keine Antwort erhalten können, wann der Service auch in Deutschland startet. Dies wurde seitens Apple noch nicht kommuniziert.

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