Test: Need for Speed Undercover auf iPhone sorgt für Randale auf den Straßen

Alexander Trust, den 15. Mai 2009
Need for Speed Undercover iPhone
Need for Speed Undercover iPhone

Rennspielfreunde waren durch die letzten Ableger von Electronic Arts‘ Rennserie Need for Speed (NfS) nicht immer freudig erregt. Den Altlasten zum Trotz tritt man mit Undercover jetzt auf Apples iPhone an. Rockmusik, eine Menge Tuningoptionen und unheimlich viel zu tun – das ist NfS Undercover. Packen wir’s an.

EA hat Undercover bereits auf Konsolen und PCs veröffentlicht. Dort hagelte es durchwachsene Kritiken. Vor allem die PC-Variante hatte zudem mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Und auf dem iPhone? Ist nun alles anders!

Grafisch (k)ein Feuerwerk

Auf dem PC hat man bei Undercover Microsoft DirectX API bis an seine Grenzen beansprucht. Dem Spiel hat das nicht unbedingt gut getan, weil man vor lauter Blendeffekten als Spieler kaum mehr die Straße erkennen konnte. Den Ressourcen entsprechend holt man aus Apples Handheld ebenfalls alles heraus, ohne dabei zu weit zu gehen. Die Rennen fahren sich super flüssig und wir sind erfreut, wozu das Spielgerät in unserer Hand alles in der Lage ist.

Warum es noch keinen Kinofilm zu Need for Speed gibt, ist angesichts des Erfolges von The Fast and the Furious ein Rätsel. Dafür hat man bei NfS Undercover ein paar Videoszenen integriert, die man mit bezahlten Darstellern extra für Undercover gedreht hat. Auch diese ingame Videos sind qualitativ hochwertiger Natur.

Tuningmöglichkeiten

Ebenfalls mehr als hochwertig sind die Optionen zum Tuning des eigenen Autos. Wir sind, wer wir sind und müssen mit unserem Budget haushalten. Doch für jedes gewonnene Rennen gibt es Geld, für jeden Schubser und für gelungene Driftaktionen ebenfalls. Als Lohn können wir uns nicht nur die Garage mit schicken Sportwagen zustellen, sondern dürfen sie nach Lust und Laune verändern. Das betrifft sowohl das Chassis, als auch eine Auswahl an Felgen – wir können unseren Wagen sogar neu lackieren lassen (vgl. Screenshot). Zusätzlich zu den optischen Verschlimmbesserungen, dürfen wir die Straßenlage, die Topgeschwindigkeit, die Beschleunigung und unseren Nitro-Vorrat verbessern bzw. aufstocken. Die drei zuerst genannten Eigenschaften können wir in mehreren Stufen aufmotzen und das bei jedem gekauften Sportwagen aufs Neue.

Nicht klassisch

Was wir bei NfS Undercover nicht erwarten dürfen, ist ein klassisches Rennspiel. Wir haben nicht die Wahl des Formats, sondern müssen immer wieder neue Aufgaben erfüllen, die uns gestellt werden. Je weiter wir voranschreiten, desto tiefer tauchen wir in die Geschichte ein, die um das Spiel herum mittels Videos vorgetragen wird. Wir dürfen natürlich zwischendurch schlicht Erster werden. Doch besonders zu Beginn geht es darum, einen auf „Dicke Hose“ zu markieren. Bereits im zweiten Rennen müssen wir im vorgegebenen Zeitrahmen 5 Polizeiautos aus dem Verkehr ziehen, ohne dabei selbst geschnappt zu werden. Im darauf folgenden Level müssen wir dann einen Konkurrenten so weit auf Distanz halten, dass wir ihn abhängen.

Bewegungsreiches Lenken

Den Gegner hinter sich lassen kann man, in dem man vor allem das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt. Bei dieser Umsetzung von Undercover geschieht das allerdings automatisch. D. h. das iPhone gibt immer Gas. Wenn wir bremsen wollen, tippen wir irgendwo mit einem Finger auf den Bildschirm. Wischen wir stattdessen mit einem Finger nach oben, benutzen wir den Vorrat an Nitro und gehen buchstäblich ab wie eine Rakete. Es gibt daneben noch weitere Gesten, die zur Steuerung verwendet werden können, die man aber in einem anfänglichen Tutorial oder in Zwischenbildschirmen angezeigt bekommt.

Gelenkt wird in Undercover auf dem iPhone mit dem Bewegungssensor. Das klappt prinzipiell ziemlich gut. Allerdings muss man sich an das Fahrverhalten der Autos und an die Sensitivität des iPhones gewöhnen, damit man nicht ständig ins Driften gelangt. Letzteres nämlich löst man aus, indem man ruckartig von links nach rechts kippt oder umgekehrt. In einer scharfen Kurve würde man gerne mal das iPhone rumreißen, doch wer driftet verliert. Zumindest der Abstand zu den Verfolgern wird dadurch geschmälert. Das anschließende Punkte- und Geldkonto freut sich jedoch über gelungene Drifts.

Nicht mal eben

Electronic Arts‘ Rennspiel wird man nicht „mal eben“ durchspielen können. Das ist schon deswegen nicht möglich, weil der Titel unheimlich viele Rennen (Herausforderungen) für den Spieler bereithält. In Form einer Umgebungskarte, die unterteilt ist in drei maßgebliche Einheiten, kann der Spieler die einzelnen Missionen erreichen. Derer gibt es insgesamt 24 Stück. Und am Ende? – Wissen wir, warum wir uns als Undercover-Agent die Finger schmutzig gemacht haben.

Fazit

Electronic Arts ist mit Need for Speed Undercover ein Toptitel für das iPhone gelungen. Die Wartezeit hat sich also gelohnt. Denn angekündigt war das Spiel schon für 2008. Spieler, die ein klassisches Rennspiel suchen, bei dem sie sich frei entscheiden und frei herumfahren können, werden von Undercover ein wenig enttäuscht. Die Sache liegt hier nämlich ganz klar auf der Hand. Rennen reiht sich an Rennen, um linear die Hintergrundgeschichte aufzuarbeiten. Die Steuerung ist wahnsinnig gut gelungen, doch auch hier gilt – Geschmäcker sind verschieden. Es soll Leute geben, die vom Bewegungssensor (nicht nur beim iPhone) hoffnungslos überfordert werden. Übung macht den Meister. Aber mit so einer Warnung im Gepäck, kann man sich spontan entscheiden, den Titel nicht zu kaufen, selbst wenn ich hiermit eine glasklare Kaufempfehlung ausspreche. Wer nämlich wissen möchte, wie sich ein Rennspiel auf Apples Handheld anfühlen kann, der wird bei Undercover nicht enttäuscht werden.

Eines ist aber ebenfalls glasklar. EAs Spiele bewegen sich oftmals am oberen Ende der Preisspirale, so auch Undercover. Es kostet derzeit 7,99 Euro. Die Spirale wird sich zudem wohl mit Apples neuem OS und Die Sims 3 sogar noch weiter nach oben drehen.


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Testergebnis

URS: 8 von 10
8

Positives

  • Steuerung sehr gut gelungen
  • guter Soundtrack
  • unter dem Strich ein gelungenes NfS

Negatives

  • kein freies Fahren, nur lineares Gameplay

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