News & Rumors: 15. June 2011,

Test: Alpha Polaris – Eiskaltes Adventure aus Finnland für Windows

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Turmoil Games – noch nie gehört? Durchaus verständlich. Turmoil Games ist ein kleines, 2008 gegründetes Studio aus dem Norden Finnlands. Und so liegt es wohl nahe, dass ihr erstes Vollpreisspiel, Alpha Polaris, in den eisigen Weiten Grönlands spielt. Wir haben uns in die schneebedeckte Einöde begeben um zu schauen, ob das Abenteuer hält, was die Entwickler versprechen.

Eisstation Zebra

[amazon title=”Alpha Polaris” article=”B004OBRNUQ”]Vier Menschen hocken in einer einsamen Ölforschungsstation mitten auf dem grönländischen Gletschereis. Und einer davon sind Sie. In der Rolle des Rune Knudsen, eines 28-jährigen Norwegers, sind wir hier jedoch nur zu Gast. Unsere eigentliche Aufgabe ist die Erforschung der hiesigen Eisbärenpopulation. Deshalb ist auch eine unserer ersten Aufgaben die Betäubung und Untersuchung eines Eisbären, der sich in der Nähe der Station aufhält. Kaum ist das erledigt, werden wir in unserer Arbeit unterbrochen. Al, der Chef der Station, hat in einer Gletscherspalte ein paar alte Knochen und einen Lederfetzen mit kryptischen Symbolen entdeckt. Die Untersuchung der Artefakte entführt uns auf eine Reise in die mythologische Welt der Inuit. Dabei häufen sich merkwürdige Phänomene und die Geschichte nimmt horrorartige Züge an. Allerdings hält sich der Grusel in Grenzen und kann nicht mal kleine Kinder erschrecken. Erwachsene werden dafür immerhin mit einer Liebesnacht entschädigt.

Insgesamt steht das Storygerüst gerade für ein Adventure auf ziemlich wackeligen Beinen und kann nicht wirklich mitreißen. Es wäre sicherlich mehr drin gewesen, zumal die Geschichte der Inuit reich an Legend und Mythen ist. Adventure-typisch treiben wir die Geschichte durch unser eigenes Handeln voran. In Gesprächen mit den Kollegen erfahren wir mehr zu den Geschehnissen um uns herum und sammeln Hinweise für die anstehenden Rätsel. In einigen Unterhaltungen lässt uns Alpha Polaris die Wahl zwischen verschiedenen Vorgehensweisen. So können wir unfreundlich oder freundlich antworten, unserem Gegenüber Glauben schenken oder unserer eigenen These folgen. Spürbare Auswirkungen auf den Verlauf der Story hat dies aber nicht.

Rune steuern wir in gewohnter Adventuremanier durch die Forschungsstation. Dabei zeigen verschiedene Symbole am Mauszeiger die jeweiligen Interaktionsmöglichkeiten an. Ein Auge dient zum Betrachten von Gegenständen und Figuren, eine Sprechblase für Gespräche mit anderen Charakteren und eine Hand für die Interaktion mit der Umwelt. Soweit halten sich die Entwickler an etablierte Genrestandards. Lediglich bei einigen Rätseln kommt eine Texteingabe hinzu, bei der wir das gesuchte Lösungswort selber eingeben müssen. Ansonsten hält man sich bei den restlichen Rätseln ebenfalls an die im Abenteuergenre gewohnten Kombinationsrätsel, bei denen wir die zuvor eingesammelten Gegenstände an den dafür vorgesehenen Orten zum Einsatz bringen. Insgesamt stellen die Aufgaben keine wirkliche Herausforderung dar. Sollten wir doch einmal nicht weiterwissen hilft zum einen die Hotspotanzeige und zum anderen ein Linksklick auf die eigene Figur, die Rune dazu veranlasst Hinweise darauf zugeben, was als nächstes zu tun ist.

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Das Ding aus einer anderen Welt

Grafisch fällt Alpha Polaris etwas zwiespältig aus. Die vorgerenderten Hintergründe bieten das nötige Maß an Details, wirken aber aufgrund spärlicher Animation starr und steril. Um die Figuren ist es schlimmer bestellt. Detailarm und hölzern animiert, sind die Charaktere teilweise sogar hässlich. Da verwundert es nicht, dass in den Gesprächen handgemalte Porträts zum Einsatz kommen, statt der gewohnten Nahansichten der Figuren. Apropos Dialoge. Die sind immerhin komplett vertont und die Sprecher passen zu den Charakteren. Leider sitzt nicht jede Betonung richtig. Dafür hält sich die Musik dezent im Hintergrund und passt zur jeweiligen Situation.

Einen großen Makel hat Alpha Polaris jedoch. Es ist kurz. Verdammt kurz. Selbst Anfänger sollten nicht länger als fünf Stunden bis zum Abspann brauchen. Das ist gerade für ein Adventure viel zu wenig.

Fazit

[wertung rating=”4″ artikel=”Alpha Polaris”]Alpha Polaris ist kein schlechtes Spiel. Aber leider auch kein gutes. Von den Versprechen hält Turmoil Games leider nicht alle. Die “cineastische” und “spannende” Geschichte kratzt nur an der Oberfläche und geht nicht genug in die Tiefe. Auf die “über 40 Schauplätze” komme ich nur, wenn ich die Nahansichten von Schlüsselbrettern und Computerbildschirmen dazu zähle. Am meisten enttäuscht mich jedoch die kurze Spielzeit. Nach vier Stunden war das Abenteuer für mich vorbei und ließ mich ziemlich enttäuscht zurück. Und so kann ich Alpha Polaris nur wirklich beinharten Genrefans mit einer Affinität für die eisigen Regionen nördlich des Polarkreises empfehlen.



Test: Alpha Polaris – Eiskaltes Adventure aus Finnland für Windows
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