News & Rumors: 25. July 2011,

Test: Call of Juarez: The Cartel – moderne Western-Action für Xbox 360

Call of Juarez: The Cartel
Call of Juarez: The Cartel

Die Western-Shooter-Reihe Call Of Juarez wird von Ubisoft ins einundzwanzigste Jahrhundert transportier! Wie der moderne Wilde Westen aussieht, erfahrt ihr in unserem Review von unserm Probespielen auf der Xbox 360.

Die Reihe Call Of Juarez bezog sich bisher immer auf den Wilden Westen ganz im Stil von Red Dead Redemption. Beim dritten Teil “The Cartel” dachten sich die Entwickler von Techland, es wäre vielleicht einge interessante Idee, das Spielgeschehen im modernen Los Angeles stattfinden zu lassen. Natürlich ist auch ein Nachfahre des berüchtigten McCall-Clans wieder mit dabei.

Selber Ort, andere Zeit

Der sogenannte Fluch von Juarez, einem alten Aztekenschatz, ließ schon bei den Vorgängern im alten Westen an der mexikanischen Grenze die Menschen korrupt und kriminell werden; in einer Großstadt wie LA gibt es Probleme mit Drogendealern, bestechlichen Gesetzeshütern und brutalen Banditen. Ubisoft machte sich alle Mühe, den aktuellen Ableger in Sachen Gameplay ähnlich zu gestalten und bloß alles in ein moderneres Gewand zu kleiden. Das gelingt leider nur selten. Das Gameplay ist zwar weitestgehend gleich und folgt dem Genre eines Ego-Shooters, jedoch fehlt einem die Wild-West-Atmosphäre recht schnell. Im Vorgänger “Bound In Blood” war grafisch und atmosphärisch alles stimmig, während wir uns bei “The Cartel” eher an einen GTA-Abklatsch erinnert fühlen; jedoch ohne Open Map und Nebenaufgaben und einer weitaus schlechteren Spielwelt.

Ich hatte mir cooles Großstadtfeeling erhofft, mit einem modernen Cowboy namens McCall: Stattdessen erwarteten mich Schlauchlevel, die immer gleich aufgebaut sind und eine kaum begehbare Stadt. Zwar ist dieses Mal erneut eine mexikanische Bande Krimineller euer Feind, und ihr seid wie bei “Bound In Blood” nicht auf euch allein gestellt, jedoch merkt man schon beim ersten Anspielen einen deutlichen Abstieg vom Vorgänger.

Keiner reitet allein, sollte er aber

Waren es zuvor die beiden Brüder Ray und Thomas McCall, sind es nun LAPD-Cop Ben McCall und seine Mitstreiter wider Willen, Eddie Guerra und Kim Evans, jeweils Agenten der DEA und des FBI. Jeder verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten und Waffen und ihr könnt am Anfang des Spiels wählen, wer euch am besten gefällt. Was zunächst spannend klingt, ist in der Realität eher schwach: Anders, als in “Bound Of Blood” könnt ihr nicht je nach Mission den Charakter auswählen, sondern trefft eure Wahl einmalig pro Kampagne, sodass ihr nicht in den Genuss verschiedener Arten von Schützen kommt. Ihr könnt lediglich die Story mit jedem Charakter durchspielen, wobei diese je nach Person variiert. Ist zwar schön und gut, eine Story aus mehreren Blickwinkeln zu erleben, allerdings geht beim Charakterwechsel euer bisheriger Spielstand verloren und wenn ihr in der Geschichte mit einem anderen Charakter anknüpfen wollt, gehen euch wichtige Informationen aus dessen Storyverlauf durch die Lappen. Das finde ich persönlich überhaupt nicht gelungen!

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Diese Drei-Klassen-Idee ist in erster Linie für den Online-Koop-Modus gedacht. Hier könnt ihr auf öffentlichem oder privatem Server Mitspieler suchen, die die anderen beiden Figuren übernehmen. Ein schwacher Trost, da ich mir einen Splitscreenmodus gewünscht hätte, jedoch sind Online-Mitspieler immer noch besser als die CPU-Helfer. Diese folgen euch nicht nur auf Schritt und Tritt statt taktisch zu agieren, sondern machen kaum Gebrauch von ihren individuellen Fähigkeiten. Die KI-Mitstreiter sind fast immer nur mit schlichten Pistolen ausgerüstet. Noch schlimmer ist allerdings die KI eurer Gegner. Diese laufen oft sinnlos in der Gegend herum, oder verschanzen sich ewig in einer Ecke, ohne zu schießen, hindern uns aber dadurch trotzdem am Weiterkommen. Generell ist das Spiel erschreckend “verbugt”, von eingefrorenen CPUs bis hin zu kleinen Grafikfehlern.

Gangsta’s Paradise?

Ein wenig Abwechslung bietet “The Cartel” immerhin: Durch Anrufe von Bekannten erhaltet ihr kleine Nebenaufgaben, die sich meist auf das Finden irgendwelcher Dinge in den Leveln beziehen, euch aber im Spiel weniger weit bringen. Ansonsten variieren die Level hin und wieder zwischen Schießereien, Schlägereien oder Verfolgungsjagden im Auto. Das klingt abwechslungsreicher als es dann im Endeffekt ist, da gerade die Schlachten auf der Straße aus dem Fahrzeug heraus eher eintönig sind. Bei den Abschnitten, die ihr zu Fuß bestreitet, wechselt ihr meist nur zwischen dem Hereinplatzen in feindliches Territorium, dem Erschießen sämtlicher Gangmitglieder im Areal, und hin und wieder macht ihr Gebrauch vom Konzentrationsmodus, den man schon von den Vorgängern her kennt: ein kurzer Slow-Motion-Abschnitt, in dem ihr in Zeitlupe eure Gegner abknallt. Diese kommen allerdings ein wenig zu inflationär vor. Außerdem nerven nach einer Weile die gerade mal zwei Sprüche, die jeder Charakter dazu zu sagen hat. Das Tüpfelchen auf dem I ist in diesem Fall die deutsche Synchronisation, sie ist schlichtweg furchtbar. Die Untertitel dazu passen ebenfalls nicht, und als Krönung geben die Personen manchmal Dinge an völlig unpassenden Stellen von sich. Ihr lauft durch ein verlassenes Dorf in der Pampa und eines eurer Teammitglieder ruft plötzlich “Vorsicht! Deckung!” ohne jeden Grund. Immerhin macht es Spaß, hin und wieder einen Raketenwerfer in die Hand nehmen zu dürfen, Türstehern in Stripclubs die “Visage polieren” zu dürfen und “nicht immer” ein gesetzestreuer Polizist zu sein. Wichtiger Bestandteil des Spiels, und notwendig für schnelleres Aufleveln, ist das “konfiszieren” von Mobiltelefonen und Portmonees – man muss ja schließlich von irgendwas leben!

Fazit

[wertung rating=”3.5″ artikel=”Call Of Juarez: The Cartel”] Traurig aber wahr: Call Of Juarez: The Cartel entspricht gar nicht dem, was ich mir erhofft hatte. Das Gameplay ist in Ordnung, weil nicht neu und für einen bis zwei Tage machen die Schießereien noch irgendwie Laune. In Sachen Setting hatte ich mir viel mehr versprochen, denn ich denke, man hätte durchaus den Wild-West-Charme der Vorgänger in die heutige Zeit übertragen können. Dass es so viele Unreinheiten im Spiel gibt, enttäuscht mich ebenfalls, genauso wie die eher fade Gangster-Story, die der Konkurenz nicht das Wasser reichen kann. Der Multiplayer ist für Onlinegamer okay und empfehlenswerter als der Singleplayer-Modus, ein Offline-Koop hätte aber nicht geschadet. Immerhin kann man einen zeitweise ein wenig korrupten Bullen spielen und ein paar der Sets sind ja ganz nett: Der erste Level ist beispielsweise eine riesige Mariuhana-Plantage.



Test: Call of Juarez: The Cartel – moderne Western-Action für Xbox 360
3.5 (70%) 8 Bewertungen

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