News & Rumors: 27. July 2011,

BBC Battlefield Academy – Test: Strategie in Runden, sogar per E-Mail

Im Original von Slitherine verlegt, tritt hierzulande dtp entertainment als Publisher für ein Spiel auf, das das Genre der Weltkriegs-Spiele neu erfindet und gleichsam den Typus der E-Mail-gesteuerten Multiplayer-Spiele aktualisiert – die Rede ist von BBC: Battlefield Academy. Auf unterschiedlichen Schlachtfeldern tritt man mit verschiedenen Einheiten gegen den Feind an, der mal den Alliierten, mal der Achse angehören kann. Wir haben uns die Zeit genommen unsere Eindrücke in einem Review festzuhalten.

In Battlefield Academy
gibt es keinen Wuselfaktor, wie in anderen WWII-Spielen, sondern lediglich ein
kleines, begrenztes und recht übersichtliches Schlachtfeld, das nur wenige
Einheiten beherbergt. Viele Verstecke und Deckungen ermöglichen es dennoch ein
spannendes Spielerlebnis mit wenigen Einheiten zu erreichen. So können bereits
einen Busch weiter gegnerische Truppen im Hinterhalt den eigenen Einheiten
auflauern, und diese binnen Sekunden beziehungsweise eines Zuges zerschlagen
oder kampfunfähig machen.

Die Übersichtlichkeit des Schlachtfelds und die Einfachheit
der Missionen gewährleisten ein geplantes Abarbeiten der Missionsziele ohne
dabei eine einzige Möglichkeit vorzugeben; im Gegenteil: mit einer geringen
Stückzahl von Einheiten, die zusätzlich zu den vorgegebenen Standardeinheiten
vor einer jeden Mission durch diverse Zusatztruppen ergänzt werden können, lässt
sich jeder Auftrag anders angehen.

BBC Battlefield Academy Review

Ästhetik hat keinen Platz im Krieg

Als Schlachtsimulator findet Battlefield Academy keinen Platz für Dinge wie schönes Aussehen und
guten Klang. Monoton hört man während des ganzen Spielprozesses einfache, sich
wiederholende Trommelklänge, die einem nach geraumer Zeit das Trommelfell
betäuben. Das Mündungsfeuer der Waffen klingt ebenfalls schon nach kurzer
Spielzeit immer wieder gleich und bietet kaum Abwechslung. Ein paar wenige
Grafikbugs lassen die Soldaten und Fahrzeuge beim Feuern gelegentlich in ihrer
Pose verharren und ermöglichen so den Gegnerbeschuss, ohne auch nur mit der
Wimper zu zucken, geschweige denn die Waffe auf diese zu richten.{BREAK}

Trotzdem bietet die Terraingestaltung einige kleine
Schmankerl wie beispielsweise mehr oder minder interaktive Objekte. Ob nun ein
Haus, das nach einem Seebeschuss nur noch in Ruinenform vorliegt, oder ein
grünes Stück Wiese, welches man mit einer Panzerschlacht in ein graues Ödland
verwandelt. Der Untergrund passt sich ganz den Gegebenheiten an.

Taktik ist der Schlüssel zum Sieg

Anders als in übrigen Spielen des Genres kommt es in der Academy nicht auf die Masse, sondern auf
die Art und Weise des Einheiteneinsatzes an. Von der Verschanzung in einem
Bunker, Gebüsch oder auf einem Hügel, über das blinde Fernbombardement mit
einem Mörser, bis hin zum Flugzeugangriff auf eine feindliche Stellung bietet Battlefield Academy unzählige taktische
Möglichkeiten das eigene Vorrücken zu sichern bzw. das der Opponenten zu
verlangsamen oder gar aufzuhalten. Ebenso mannigfaltig wie die
Taktikmöglichkeiten sind die Missionsarten, die entweder ein aggressives
Vorrücken und die Einnahme eines Zielpunktes verlangen, das Verteidigen eines
solchen oder aber das Vorrücken zu einem bereits eingenommenen Kontrollpunkt
durch besetztes Feindgebiet.

Einheiten schaltet man nicht über HP-Reduktion auf null aus,
sondern demoralisiert sie mit Beschuss, landet Volltreffer, zwingt sie zum
Rückzug oder zur Kapitulation. Einfacher Beschuss sorgt dabei für einen
Moralverlust und kann bei einem Treffer zusätzlich einen Soldaten eines Trupps
ausschalten. Sinkt die Moral der Kämpfer unter 50 so erstarren sie, ohne
Gebrauch von ihren Waffen zu machen, selbst wenn das bedeutet, dass sie sich
nicht gegen Feindbeschuss wehren. Unter einer Kampfmoral von zwanzig nehmen
Ihre Krieger die Beine in die Hand und suchen eilig das weite. Sinkt die Moral
gar unter null, so kapitulieren Ihre Truppen.

Das rundenbasierte Spielprinzip ermöglicht es immer die
Übersicht über seine Truppen zu haben, und räumt genug Zeit für geplante
Spielzüge ein. Es besteht also nie ein Grund zur Eile innerhalb einer einzigen
Runde. Mit viel strategischem Geschick lassen sich so, gut koordiniert, die
Truppen durch Nordafrika und Westeuropa kommandieren. Zu diesen zählen unter
anderem Panzerabwehr-Infanterie, Fallschirmjäger, Schützenfahrzeuge, Panzer,
Transporter, Artilleriefahrzeuge und viele mehr.

Selbst kleinere Missionen sind durch das Runden-Prinzip
nicht schnell gemeistert, sondern fordern einige Zeit zur Komplettierung. Eine
Einführungskampagne sorgt für einen schnellen Einstieg in die simple
Maussteuerung und garantiert einen guten Überblick des Konzepts. Vor jeder
Mission erhält man eine kurze historische Einordnung der Operation und wird
gleich in die Zusatzeinheitenauswahl weitergeleitet.

Fazit: Was lange braucht, macht oftmals Spaß!

Sind auch die Animationen nicht auf höchstem grafischen
Level angesiedelt und ist der Sound nicht unbedingt für eine Heimkinoanlage
geeignet, so bietet BBC: Battlefield
Academy
(Affiliate) doch enorme Abwechslung zu seinen Genrepartnern und
punktet vor allem mit seiner enormen Übersichtlichkeit, seinem Charme, der sich
über die situationsbezogenen Funksprüche der Truppen aufbaut, die einfache
Steuerung und natürlich mit seinen historischen Einsätzen.

Je länger man sich einspielt, umso mehr Spaß machen die
immer komplexer werdenden Missionen. Für Multiplayer-Fans ist ebenfalls
gesorgt. Mit einem altbekannten E-Mail-System lässt sich Battlefield Academy sogar via Mail schachähnlich mit verschiedenen
Teilnehmern auf der ganzen Welt über einen sehr langen Zeitraum spielen. Entsprechend
ist BBC: Battlefield Academy ein
Spiel für jeden Strategie-Liebhaber mit besonderer Zuneigung zur europäischen
Geschichte des 20. Jahrhunderts, der gerne etappenweise spielt und sich nicht
hetzen lassen möchte.



BBC Battlefield Academy – Test: Strategie in Runden, sogar per E-Mail
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