News & Rumors: 20. September 2011,

Goodgame Mafia – Im Test: Browsergame überzeugt kurzzeitig

Aus deutschen Landen stammt das Browsergame Goodgame Mafia von den gleichnamigen Goodgame Studios. In diesem Online-Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines Mafioso und arbeitet sich vom Kleinkriminellen bis hin zum Paten hoch, so der Plan. Wir hatten die Gelegenheit mit einem Testaccount am Spiel teilzunehmen, um alle Möglichkeiten auszuloten. Alles Weitere erfahrt Ihr in diesem Review.

Bevor man
ins Spiel starten kann, muss man sich natürlich erstmal einen gefährlichen Gangsteravatar
erstellen. Dieses „Profilbild“ ist gewissermaßen eure Spielfigur. Aus einer
Reihe von verschiedenen Frisuren, Narben, Mündern, usw. erstellt ihr euch euren
Wunschmafioso. Der kann sowohl männlich, als auch weiblich sein. Es gibt durchaus
hunderte unterschiedlicher Erscheinungen, sei es nun ein Gentlemen im Anzug,
oder eine Straßenschlägerin – der Fantasie des Spielers werden kaum Grenzen
gesetzt.

Charakter-Individualisierung im Browsergame Goodgame Mafia

Das Aussehen
dieses Avatars lässt sich übrigens jederzeit komplett verändern und anpassen,
und gegen einen Goldbarren, eine der In-Game-Währungen, auch speichern.

Auf dem Weg
zum Paten

Am Anfang
ist der Spieler nur ein ganz kleines „Licht“ in der Mafia. Mit Level 1 startet
man ins Spiel und besitzt praktisch nichts. Möglichst schnell hocharbeiten lautet
die Devise. Dazu muss der Spieler Aufträge annehmen, die mit Erfahrungspunkten,
Geld und manchmal auch Items belohnt werden. Wirklich etwas anstellen, außer
den Auftrag anzunehmen, kann man nicht. Je nach Beauftragung muss der Spieler
ein paar Minuten warten und hat die Mission dann praktisch automatisch erfüllt.
Zwar kämpft man am Ende jeder Aufgabe gegen einen fiktiven Gegner, aber hier
kann man ebenfalls keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Es gewinnt der
Charakter mit den höheren Werten.

Von dem
ergaunerten Geld kann man seine Spielfigur verbessern. Entweder man investiert
in bessere Ausrüstung, wie neue Waffen, Fahrzeuge etc., oder kauft Statuspunkte
für seinen Mafioso. Diese wirken sich auf die Kampfkraft und Lebenspunkte des virtuellen
Verbrechers aus. Durch die gewonnenen Erfahrungspunkte steigt man irgendwann im
Level auf, verbessert seinen Status und kann neue, stärkere Ausrüstung auf dem
Schwarzmarkt kaufen. Dort wird man übrigens auch ausrangierte und überflüssige
Items los.

Spieler gegen
Spieler, Familie gegen Familie

Um in der
Rangliste von Goodgame Mafia aufzusteigen führt kein Weg daran vorbei mit
anderen Spielern zu kämpfen. Für jeden Sieg erlangt man Ehre. Je mehr Ehre man
hat, desto höher steigt man im Highscore auf. Beim Gefecht gegen andere Spieler
ist es wichtig, dass man die bestmögliche Ausrüstung angelegt hat, ansonsten
wird man von seinen Widersachern in Windeseile zerlegt. Das Kampfsystem ist in
den PvP-Kämpfen dasselbe wie bei den Aufträgen. Die Kontrahenten beharken sich
abwechselnd mit ihren Waffen, Angriffe werden geblockt, Lebenspunkte abgezogen.
Es gewinnt in der Regel der Spieler mit den höheren Werten, teilweise jedoch
der mit dem meisten Glück. Denn manche Angriffe können kritisch treffen, und
verursachen deutlich mehr Schaden als die Standartattacke.

Spieler gegen Spieler im Browsergame Goodgame Mafia

Wie in vielen
Online-Games können sich Spieler auch in diesem Browsergame zu so genannten
Familien zusammenschließen, die den Gilden ähneln. In diesen Familien
profitiert man von Boni, wie mehr Geld und Erfahrungsgewinn und kann sich mit
rivalisierenden Mafia-Clans um die Vorherrschaft im Stadtbezirk streiten.

Rascher Erfolg
im Spiel für bares Geld

Wer in
Goodgame Mafia recht bald ganz oben mitspielen möchte, wird nicht darum herum
kommen, echtes Geld in das Spiel zu stecken. Gegen reale Euros kann man Gold im
Spiel kaufen. Mit diesem Gold kann der Spieler Wartezeiten überspringen, und so
massenhaft Aufträge, und somit auch Levelaufstiege, in kurzer Zeit absolvieren.
Genauso ist es beim Kampf gegen andere Spieler: Normalerweise müsste man nach
jedem Angriff 10 Minuten warten, bis man wieder kämpfen kann. Gegen eine Gebühr
von Gold kann man die Wartezeit auch hier wieder überspringen und schnell
hintereinander viel Ehre gewinnen, um im  Highscore aufzusteigen. Spieler, die nicht
bereit sind echtes Geld zu investieren, haben, so war mein persönlicher
Eindruck, absolut gar keine Chance mitzuhalten und werden gnadenlos abgehängt.

Bei so einer
Situation bleibt der Spaß natürlich auf der Strecke, unter anderem auch weil man
zu einer Art Spieler zweiter Klasse wird, wenn man nicht Bares ausgeben will. Man
könnte dies eventuell dadurch verhindern, indem man mehrere „Ökosphären“ im
Spiel schafft, die z. B. Gelegenheitsspieler von „Vielspielern“, oder solchen
Gamern separiert, die Geld ins Spiel investieren. Viele Spielinhalte stehen
einem einfach nicht in dem Maß zur Verfügung, wie es bei zahlenden Spielern der
Fall ist. In diesem, wie auch einigen anderen Browsergames, ist das allerdings ausgeprägter,
als es beispielsweise bei richtigen MMORPGs der Fall ist. Dort kann man
ebenfalls gegen Geld Items und andere Dinge kaufen, allerdings hat man auch
ohne finanzielle Eigenleistung ein deutlich anderes Spielerlebnis.

Technisch in
Ordnung, aber nichts Besonderes

Grafisch ist
das Browsergame ganz in Ordnung, allzu viel sollte man bei Flash-Spielen, die
nur im Internetbrowser stattfinden, nicht erwarten. Das Spiel präsentiert sich
im Comiclook, Alles ist bunt, und keineswegs ernst, wie man es von einem
Mafiaspiel erwarten könnte. Animation gibt es kaum, nur in den Kämpfen sieht
man mal ein paar Messer oder Kugeln fliegen und bis auf ein paar wenige
Soundeffekte, wie etwa Schuss- und Schlaggeräusche, und einer Melodie bei
Abschluss einer Aufgabe, gibt es im Spiel praktisch keinen Sound.

Die Steuerung
findet komplett über die Maus statt, in den Spielmenüs findet man sich schnell
zurecht. Man kann also direkt in Goodgame Mafia einsteigen, ohne erst groß
irgendwelche Steuerungselemente verinnerlichen zu müssen.

Fazit

Goodgame
Mafia ist ein Spiel, mit dem man sich mal kurzzeitig beschäftigen kann. Eine
wirkliche Motivation, oder die Lust weiterzuspielen hat sich – zumindest bei
mir – nicht eingestellt. Zwar ist das Spiel an sich nett gemacht, mit ein paar
originellen Ideen, aber für mehr als zwischendurch taugt es nicht. Ohne Einsatz
von echtem Geld hat man als Spieler keine echte Chance im oberen Bereich der
Rangliste mitzumischen. Nicht sofort, und der Abstand zu den erfahrenen
Spielern wird über die Zeit natürlich größer.



Goodgame Mafia – Im Test: Browsergame überzeugt kurzzeitig
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