News & Rumors: 29. September 2011,

Test: FIFA 12 PS3

FIFA 12 – Packshot PS3
FIFA 12 - Packshot PS3

FIFA 12 auf der PS3 stellt sich unserem Test. Electronic Arts hat am heutigen Tag seine neue Fußballsimulation FIFA 12 veröffentlicht. Wir haben die Gelegenheit gehabt, schon in den letzten Tagen einen Blick drauf zu werfen, und es hat sich in unserem Review der Eindruck der ersten Tests mit der Demo bekräftigt – dieses Jahr werden die Spiele in der Defensive gewonnen.

Was haben wir alle gelacht, als die PC-Demo zu FIFA 12 die neue Impact Engine zur Schau stellte und zwar auf besonders peinliche Art und Weise. Zum Glück – muss man sagen – sind wir Konsolenspieler davon verschont geblieben. Doch wenn wir ehrlich sind, dann ist so ein wenig von dem neuen Dummy-Gehabe der Spielerfiguren auch in unseren Versionen noch vorhanden. Dann nämlich, wenn Spieler zum Jubel ansetzen, wie ein Magnet am eigenen Kollegen kleben bleiben und sehr unorthodox zu Boden gehen. Diese Eindrücke sind noch recht frisch, weil ich das Gamepad gerade erst weggelegt habe. Diese Eindrücke sind aber eher zweitrangig, und treten im eigentlichen Spielgeschehen nicht auf. Viel häufiger kommt das Feature nämlich gut zur Geltung. Bewegungsabläufe, vor allem wenn sie in- oder gegeneinander laufen, enden realistischer als noch in der Vorgängerversion. Man wird umgestoßen, und fällt nicht wie ein Sack zu Boden, sondern wird entsprechend der Stoßrichtung fallen. Und wenn einmal die Knie zweier Spieler gegeneinander schlagen, dann kommt man aus dem Tritt, ganz so, wie man es eigentlich erwartet.

Ich gebe zu, ich habe das Konkurrenzprodukt PES 2012 von Konami ebenfalls gespielt und muss sagen, dass mir der Soundtrack, den die Japaner für ihre Fußballsimulation gewählt haben, in weiten Teilen besser gefällt. Nur kann man eben nicht alles haben, und ansonsten war ich aber eher genervt von der Usabilty, den vielen Eingaben, die ich machen kann/muss, ehe ich ins Spiel einsteigen kann und der Tatsache, dass ich nicht mal eine “fiktive” deutsche Liga spielen kann – auf Namen kommt es doch gar nicht so sehr an. Aber das ist ja schon seit einiger Zeit so.

Ich lauf den Ball ab

FIFA 12 ist in diesem Jahr etwas anders ausgerichtet, als im Vorjahr. Im Unterschied zum Vorgänger legt FIFA 12 mehr Wert auf die Defensive, wie schon der Kollege Stahmann in seinen Betrachtungen zur FIFA-Demo festgehalten hat. Doch was bedeutet das? Es bedeutet in jedem Fall, dass mir persönlich FIFA 12 noch ein wenig mehr Spaß macht als letztes Jahr. Ich bin nämlich kein Ballartist und versuche eher gesittet Spielzüge auszugucken und dann Räume auszunutzen. Das klappt besonders dann gut, wenn die Abwehrleistung der gesamten Mannschaft stimmt. Dann braucht man sich weniger Sorgen machen, dass man sich hinten einen fängt, wenn man schon vorne keinen rein macht.

Mit der linken vorderen Schultertaste, so habe ich nach dem ersten Start im Tutorial erfahren, weise ich meine Mitspieler an, sich einem Gegenspieler zu nähern, ihn zu bedrängen, ja ihm eventuell sogar den Ball abzulaufen. Wenn ich selbst mit meiner Figur noch dazu komme oder im Raum zwischen Angreifer und Mitspieler die Passwege zustelle, dann beißt sich vielleicht sogar Lionel Messi die Zähne am bayerischen Beton aus. Ich selbst kann natürlich ebenfalls mit Sidesteps entweder im Schritttempo, oder mich an die Geschwindigkeit des Kontrahenten anpassend, versuchen dem Gegenspieler das Leben schwer zu machen. Das klappt erstaunlich gut. Und ist mal einer vorbei, kann ich immer noch das Bein rausstellen und ihn mit Glück irritieren. Das angesprochene Tutorial wird von EA Sports angeboten, weil tatsächlich einige neue Möglichkeiten für die Defensive eingebaut wurden. Spieler verhalten sich grundsätzlich cleverer und versuchen auch von sich aus Gegenspieler zu stören. Die Blutgrätsche gehört fast schon der Vergangenheit an, weil man prima an der Seitenlinie mal den Ball abgelaufen bekommt – dafür gibt es ein großes Plus von mir.

Präsentation und Datenbestand

Das große Plus, im letzten Jahr, in den Jahren davor, eigentlich seit Beginn der Spieleserie ist in diesem Jahr natürlich ebenfalls vorhanden. Damit meine ich nicht die Moderatoren aus dem Off, denn die sind sicherlich in keiner Fußballsimulation, ganz gleich von welchem Hersteller, jemals annähernd “gut” gewesen. In FIFA 12 darf man sich seit letztem Jahr von Manni Breuckmann und Frank Buschmann besäuseln lassen. Ersterer lässt sich zu Sprüchen wie “Verzogen der Ball, wie ein verzogenes Kind…” hinreißen. Ob solche oberflächlichen Weisheiten in ein Videospiel gehören oder eine Schöpfungshöhe erreichen, bleibt dahingestellt. Wer länger mit FIFA 12 zu tun hat, der wird die beiden Sprecher eh irgendwann nicht mehr wahrnehmen.

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Doch mit dem großen Plus meine ich auch nicht die Lizenzen, die sicherlich ein “Scherflein” zur Atmosphäre und Authentizität beitragen können, und damit den Gamern auf subtile Weise zu gefallen wissen. Nein ich rede von der Präsentation auf und neben dem Spielfeld. Die Enblendungen, der Jubel, die Stadionsprecher in der Landessprache – EA hat hier seit einiger Zeit schon die Nase vorn. Konami konnte zumindest in dieser Angelegenheit in diesem Jahr nur bedingt Boden gutmachen, wenngleich sich die Japanar redlich mühen. Wie auch bei anderen Sportspielen ist aber das Spielfeld dasjenige, das am meisten Aufmerksamkeit bekommt. Das ist beim Eishocken, beim Basketball, American Football ja speziell beim Boxen oder dem MMA nicht anders (gewesen). Je weiter man sich vom Spielgeschehen entfernt, desto weniger detailliert sind die Dinge, oder virtuellen Personen, die sich dort aufhalten, gestaltet.

Fazit

Unser Test muss nicht ausufernd ausfallen. Auf die wichtigsten Neuerungen mit der Impact Engine, die in der ersten PC-Demo noch für Lacher sorgte, und die neuen Stärken in der Defensive bin ich eingegangen. FIFA 12 ist vor allem für Vertreter der kontrollierten Offensive das Spiel der Wahl. Laut dem Kollegen Stahmann unterscheiden sich die beiden Konkurrenzprodukte FIFA 12 und PES 2012 nämlich vor allem in dieser Spielphilosophie, die unterschiedlich interpretiert wird und eben je anders zur Ausführung kommt. Persönlich würde ich auch behaupten, dass vor allem die “deutschen” Kicker in FIFA 12 wesentlich besser ausschauen – immerhin hat der Entwickler spezielle 3D-Aufnahmen mit der Deutschen Nationalmannschaft unternommen – und auch Franck Ribéry macht im EA-Sports-Produkt die bessere Figur. Doch es gibt umgekehrt sicherlich virtuelle Abbilder von realen Kickern, die in PES 2012 besser ausschauen. Ich selbst greife zu FIFA, aber es gibt genauso Gründe, warum jemand sich für das taktisch umfangreichere Pro Evo entscheiden dürfte.



Test: FIFA 12 PS3
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Wertung

8.5/10
viele Möglichkeiten
gute Präsentation
verbesserte Defensive

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