News & Rumors: 29. September 2011,

War in the East: The German-Soviet War 1941-45 – Test: 2. Weltkrieg in Runden

War in the East: The German-Soviet War 1941-45, so nennt sich der neue Strategietitel der Entwicklerstudios Matrix Games und Slitherine. Hierbei handelt es sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel für den PC, das im 2. Weltkrieg spielt. Das Spiel wirbt mit Krieg in epischer Größe. Von Moskau bis Berlin! Wir haben getestet, ob dieses Versprechen eingelöst wird. Die Ergebnisse erfahrt Ihr in folgendem Review.

Wie der
Titel verrät, wird im Spiel der Konflikt zwischen Deutschland und Russland im 2ten
Weltkrieg nachgespielt. Es ist sowohl möglich als Kommandeur der Wehrmacht, als
auch als Befehlshaber der Roten Armee seine Truppen anzuführen. Die Spielwelt
erstreckt sich dabei von Berlin, über Finnland, Osteuropa bis hin nach Moskau,
tief in Russland. Der Spieler kann entweder einzelne Schlachten und Feldzüge
nachspielen, oder sogar den ganzen Ostfeldzug durchspielen, von Anfang bis
Ende.

Riesige
Welt, unglaubliche Komplexität

Die
Spielwelt von War in the East ist
geradezu gigantisch. Die komplette Landmasse von Berlin bis Moskau wurde in
kleine Spielfelder unterteilt. Diese sind fünfeckig und haben Kantenlängen von
je 10 km. Man kann sich also denken, dass das Terrain schon aus einigen tausend
Feldern besteht.

War in the East: The German-Soviet War 1941-45 im Test

Auf diesem
Spielplan finden nun die Aktionen der Spieler statt. Gezogen wird rundenweise,
die beiden Kontrahenten wechseln sich also immer ab. Dabei ist die Komplexität
schier unglaublich: Es gibt alle nur erdenklichen Truppengattungen, vom schweren
Kampfpanzer bis hin zum ungepanzerten Transporter, vom Bombergeschwader bis hin
zum kleinen Fußsoldaten. Jede Einheit wird dabei als kleines Viereck mit ihrem
jeweiligen militärischen Symbol angezeigt. Überhaupt ähnelt das Spiel eher
einer großen Landkarte, als den typischen Levels in Strategiespielen. Die
Spieler ziehen ihre Einheiten über die Karte, verlegen Versorgungstruppen und
greifen den Feind an. Alle möglichen Daten können zwischendurch eingesehen
werden, oder am Ende einer jeden Runde als tabellarischer Bericht angezeigt.

Anfänger
haben es schwer

Spätestens in
diesen Tabellen blickt man als Anfänger überhaupt nicht mehr durch. Denn aus
diesen riesigen Mengen an Input, die Informationen auszufiltern, die grade
interessieren, scheint unmöglich. Zudem sind alle Daten mit militärischem Fachchinesisch
abgekürzt. Bis man sich durch diesen Wust an Daten gewühlt hat, vergehen mehr
als nur ein paar Minuten.

Zu allem
Überfluss bietet das Spiel kein Tutorial an, der Spieler muss sich also alles
selber beibringen. Entweder durch Erfahrungen, die er im Spiel sammelt. Oder
aber indem man sich das Booklet und die Readme-Datei zu Gemüte führt. Nachdem
man dann tags darauf die knapp 400 Seiten Handbuch durchgelesen hat, hat man
zumindest in der Theorie schon mal einen guten Überblick. Da aber die wenigsten
Spieler Zeit und Lust haben sich so lange in ein Spiel einzuarbeiten, bleibt
nur der harte Weg sich einfach mal ins Spiel zu stürzen und aus seinen Fehlern
zu lernen.

Irgendwann
macht’s dann auch mal Spaß

Wenn
man nach den ersten Matches dann mal einen gewissen Durchblick hat, fängt das
Spiel langsam an Spaß zu machen, denn auf einmal ergeben die ganzen
Informationen einen Sinn. Man kann zum Beispiel anhand der Daten über
Wetterverhältnisse, Truppenmoral, und Anzahl der Versehrten in der Truppe
abschätzen ob ein Angriff Aussicht auf Erfolg hat, oder ob man besser mal ein
paar Runden defensiv verharrt um den harten russischen Winter zu überstehen.

War in the East: The German-Soviet War 1941-45 im Test

Irgendwann,
wenn man denkt, dass man den Bogen raushat, kann man einen höheren
Schwierigkeitsgrad ausprobieren. Je nachdem auf welcher Stufe man spielt,
werden die Werte der Gegner verringert oder erhöht. Auf normaler Schwierigkeit
sind Mensch und die KI gleichauf, während auf der höchsten Stufe, die Feinde
fast schon doppelt so stark sind. War in the East fordert also sowohl fortgeschrittene
Spieler, als auch die absoluten Strategieprofis.

Im Internetz

Anstatt
immer nur gegen den Computer zu spielen, kann man natürlich gegen menschliche Kontrahenten
antreten. Es können entweder zwei Spieler abwechselnd an einem PC spielen, oder
man sucht sich einen Gegner im Internet. Das Spielprinzip verändert sich nicht,
allerdings verlangen menschliche Rivalen ganz andere Taktiken als die KI.
Außerdem empfiehlt es sich, sich Gegner in einschlägigen Community-Foren zu
suchen. Denn ein Match War in the East ist nicht mal eben in einer Stunde
gespielt. Je nach Größe des Szenarios könnte man Stunden oder Tage daran
spielen. Die Partie wird zwischendurch abgespeichert und kann bei Bedarf später
fortgesetzt werden.

Nichts für Ästheten

Grafisch
kann der Titel nicht besonders viel bieten. Alles findet komplett in der
Draufsicht auf die Landkarte, und in schlicht gestalteten Tabellen statt. Wobei
wohl die Grafik bei einem Spiel wie diesem eher nebensächlich ist, und man
daher keine besonders hohen Erwartungen haben sollte. Trotzdem muss eine Sache
noch erwähnt werden: Die Entwickler haben anscheinend vergessen einen
Vollbildmodus einzubauen. Man ist also gezwungen das Spiel im Fenster laufen zu
lassen.

Mit dem
Sound verhält es sich ähnlich: Es warten uns ein bisschen Standardgedudel und
hin und wieder mal ein paar Kampfgeräusche.

Grundsätzlich
ließe sich das komplette Spiel über die Maus steuern. Allerdings lassen sich
Shortcuts bedienen, mit denen Aktionen noch flotter und angenehmer von der Hand
gehen. Bevor man die Spielmechanik nicht versteht, nützt es nur nichts, wenn
man alle Tastenbelegungen auswendig kann.

Fazit

War in the
East
ist ein solides Strategiespiel, das sich ganz klar an Fortgeschrittene und
Profis richtet. Als Anfänger muss man schon einige Stunden Übung einplanen,
bevor man sich richtig in die Gefechte stürzen kann. Hat man den Bogen aber
erstmal raus, begeistert das Spiel mit den riesigen Szenarien, den vielen
Details und den hunderten verschiedener Möglichkeiten. Technisch erscheint das
Strategiespiel sehr schlicht, fast schon veraltet. Wer sich an so ein Spiel
wagt, setzt aber auf andere Werte als eine super Grafik oder bombastischen
Sound.



War in the East: The German-Soviet War 1941-45 – Test: 2. Weltkrieg in Runden
4 (80%) 4 Bewertungen

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