News & Rumors: 4. October 2011,

Deus Ex: Human Revolution im Test auf der PS3

Deus Ex: Human Revolution Collector's Edition – Packshot PS3
Deus Ex: Human Revolution Collector's Edition - Packshot PS3

Deus Ex: Human Revolution ist bei uns im Test auf der PlayStation 3: Endlich halten es die Spieler in den Händen, das Prequel zur Deus-Ex-Saga! Mit verbesserter Engine und einer neuen Story gibt sich Square Enix, das den ehemaligen Hersteller der Serie Eidos aufkaufte, an den Rollenspiel-Shooter in Endzeitstimmung. Wir haben für euch auf der PS3 ein Review unternommen.

Circa fünfundzwanzig Jahre vor den Ereignissen im ersten Teil von Deus Ex steht die Firma Sarif Industries hart in der Kritik, denn sie modifiziert Menschen mit Hilfe der Augmentierungs-Technologie und verleiht ihnen unnatürliche Kräfte für Körper und Verstand. Zwischen Befürwortern dieser technischen und industriellen Revolution und den Gegnern der Firma steht Adam Jensen, der als Sicherheitschef von Sarif angeheuert wird, um deren wichtigste Forschungsergebnisse zu schützen. Leider wird er dadurch in den Konflikt von Sarif Industries und den fanatischen Gegnern, der Purity First verwickelt, und schwer verletzt. Um gerettet zu werden, wird er unfreiwillig einer Operation unterzogen, die ihm jede Menge Augmentierungen einbaut und so zum ultimativen Agenten macht.

Verschwörungen und existenzielle Fragen

Die Story von Human Revolution fesselt von Anfang an: Ihr werdet in der Rolle von Adam Jensen beauftragt, die Angreifer auf Sarif Industries ausfindig zu machen. Hierzu begebt ihr euch in deren Fabriken und Hauptquartiere, werdet in verworrene Verschwörungen von Industrie-Bossen und hochkriminellen Kartellen gezogen und erlebt immer neue Facetten einer Welt, die in sich gespalten ist. Es werden nicht nur Fragen nach den wahren Übeltätern aufgeworfen, sondern ganz fundamentale; ihr steht ständig zwischen den Stühlen, ob dieses drastische Eingreifen in die Evolution des Menschen gerechtfertigt ist, oder ob die Industriellen dieser Welt mit ihrem Gottspiel zu weit gehen. Diese Konflikte begleiten die Endzeitstimmung von Deus Ex wie schon in den vorigen Teilen und machen, zumindest in Sachen Storyline, das Spiel schon zu einem Fest. Diese Mischung aus Steampunk, SciFi und einer ordentlichen Portion Krimi und Thriller packt uns schon nach den ersten Minuten!

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Computerhacker und Meisteragent

Wie schon in den Vorgängern, ist Human Revolution im Grunde ein Ego-Shooter, jedoch so facettenreich, dass eine Einordnung in ein bestimmtes Genre gar nicht so einfach ist. Der Shooter weist zum Beispiel RPG-Elemente wie ein umfassendes Aufrüstungsmenü auf. Dieses Augmentierungsmenü bietet euch zahlreiche Möglichkeiten, im Kampf oder beim Erfüllen von Aufgaben gesammelte Erfahrungspunkte in eure Augmentierungen zu investieren. Dabei modifiziert ihr nicht nur körperliche Attribute wie Widerstandsfähigkeit, Geschwindkeit oder Zielerfassung, sondern verbessert auch eure Fähigkeiten, Menschen in eurer Umgebung zu analysieren, um ihnen dann das sagen zu können, was sie wollen, um ihnen wichtige Informationen zu entlocken oder sie zu einer bestimmten Entscheidung zu bringen. Darüber hinaus könnt ihr eure Fertigkeiten als Hacker verbessern, was enorm wichtig in diesem Spiel ist. Meistens bewegt ihr euch schleichend, und in Deckung, durch die Level und sammelt unentdeckt Informationen. Dabei begegnen euch stets Computer oder Terminals, die es zu hacken gilt. Diese Hacks sind eigene Events, fast schon Minispiele, die euch Zugänge zu Räumen, Passwörtern oder Software liefern, die euer Inventar aufstocken. Das bringt Spaß, Spannung und einige Abwechslung ins Gameplay. Wer darauf nicht so abfährt, kann auch Wachen oder Büroräume nach PDAs absuchen, in denen sich meist Zugangscodes befinden.

Tödlich oder nicht tödlich?

Das schon seit dem ersten Teil wichtigste Element im Gameplay von Deus Ex ist die Entscheidungsfreiheit: Einfluss übt ihr zum Beispiel dadurch aus, ob ihr mittels zahlreicher Tricks und mit viel Geduld durch die einzelnen Level schleicht, die Wachen betäubt, und barmherzig bleibt, dabei eine reiner Weste behaltet. Oder ihr geht lieber kein Risiko ein und schießt auf jeden, der sich euch in den Weg stellt? Das Schleichprinzip ist natürlich spannender und nervenaufreibender und erinnert stark an Games wie Splinter Cell oder an ein futuristisches Assassin’s Creed. Dabei müsst ihr an Wachen vorbeihuschen, oder sie betäuben und aus dem Weg schaffen, Kameras und Geschütztürmen ausweichen, oder selbige hacken, und Wege durch Luftschächte und Kanalisationen finden. Seid ihr offensiver, müsst ihr oft lange Feuergefechte mit Third-Person-Deckungssystem in Kauf nehmen, die nicht gerade ungefährlich für euch sind, denn im Gegensatz zu anderen Shootern seid ihr selbst bei voller Augmentierung schnell am Boden. So kommt man aber natürlich in den Genuss der zahlreichen Waffen und deren Aufrüstungen im Spiel. Die Entscheidung bleibt letztlich bei euch und ihr werdet niemals nur schwarz oder weiß wählen können, sondern entscheidet im Grunde bei jeder Wache selbst, ob ihr tötet oder nicht.

Freiheit auch im Rest der Welt

Das Töten oder Verschonen von anderen Personen hat stets Einfluss auf das Spiel, zum Beispiel auf die Art eurer Belohnung für eine Mission. Besonders gefallen die vielen Nebenaufgaben, die ihr erfüllen könnt. Diese bieten euch Erfahrung, Geld und andere Belohnungen, und fügen außerdem oft Puzzleteile zum großen Plot der Story hinzu. Die Aufgaben findet ihr verteilt in den Städten, in denen ihr euch beliebig lang aufhalten könnt. Dabei kommt ihr nicht nur im Spielort vom Anfang herum, Detroit, sondern auch in China oder Singapur. Ihr könnt die vielschichtigen und umfangreichen Maps nach Belieben nach Geheimnissen oder Nebenaufgaben durchsuchen, könnt Gangstern das Handwerk legen, den Menschen helfen oder sie bestrafen. Diese Freiheit, die man ebenfalls in der Art, wie man mit Vorgesetzten und Nebenfiguren redet, hat, ist ein weiterer großer Pluspunkt und gibt dem Spieler ein gewisses Open-Map-Feeling.

Technische Defizite

So gerne man den neuen Deus-Ex-Teil in allen Punkten absegnen möchte, so verpasst einem die Grafik einen kleinen Dämpfer bei dogmatischen Urteilen. Die Rendersequenzen sind schön anzusehen und man kann nicht sagen, die Städte, in denen man sich bewegt, seien nicht liebevoll detailliert und authentisch dargestellt. Was aber wirklich stört, sind Gestik und Mimik der Charaktere. Bei längeren Dialogen, ob im Spiel oder bei Quicktime-Events, sind die Charaktere so leblos. Lediglich der Mund bewegt sich unrhythmisch und unpassend zur ebenfalls dürftigen Synchronisation, so dass es manchmal schwer fällt, sich in den Inhalt hinein zu versetzen.

So viel Spaß das Spiel macht, eine bessere Grafik und schöneres Charakter-Design darf man von einem AAA-Titel definitiv erwarten. Weiterhin kann man die KI eurer Gegner bemängeln, die unverhältnismäßig zum Spielfortschritt zu sein scheint. Spielt man auf mittlerem Schwierigkeitsgrad, so sind die CPU-Gegner dümmlich und agieren alles andere als taktisch, wogegen dann der erste Endboss schon kaum zu bewältigen ist. Auf leichter Schwierigkeit werden die CPU-Kontrahenten natürlich noch dümmer, bekommen offensichtliche Aktionen nicht mit, werden aber unrealistischerweise von banalen Aktionen, die weit weg passieren, sofort alarmiert. Der Schwierigkeitsgrad wankt ziemlich und steigert sich meiner Meinung nach nicht so allmählich, wie er sollte. Das stört weniger beim Spiel, ist aber ein Kritikpunkt, der genannt werden muss.

Fazit

Nach dieser langen Review komme ich zu dem Schluss, dass Deus Ex: Human Revolution eindeutig ein Top-Game ist, das sich durch Vieles auszeichnet: ein innovatives und abwechslungsreiches Gameplay, hohe Entscheidungsfreiheit und eine fesselnde Story mit verschiedenen Facetten und Stoff, der zum Nachdenken anregt. Die Grafik macht ein bisschen davon kaputt, aber wird Fans nicht vom Genuss des Spiels abbringen. Für Liebhaber von Splinter Cell oder Fallout ein absoluter Kauftipp und Fans der Reihe können sich über ein würdiges Stück im Epos Deus Ex freuen.



Deus Ex: Human Revolution im Test auf der PS3
4.22 (84.35%) 23 Bewertungen

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Wertung

8/10
fesselnde Story
hohe Entscheidungsfreiheit
abwechslungsreiches Gameplay
durchschnittliche Grafik

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