News & Rumors: 29. October 2011,

Test: Uncharted 3 für PS3

Uncharted 3
Uncharted 3 - Screenshot

Wie es Zeit wurde für ein neues Uncharted. Zwei Jahre mussten wir darauf warten – und das bei so viel In-Game-Action, dass einem Stunden wie Sekunden vorkommen. Am Ende von Uncharted 2 haben wir uns schon die Frage gestellt, wie Naughty Dog das Spektakel überbieten will. Nun schauen wir uns im Review zu Uncharted 3 auf der PS3 an, ob sie auf diese Frage eine Antwort fanden.

“Wo bin ich hier gelandet?”, fragt sich der Spieler zu Beginn. Nathan Drake im Smoking? Unvorstellbar? Ja. Aber wahr. Uncharted 3: Drake’s Deception beginnt in London, in einem Pub und sowohl Nathan als auch Sully tragen einen Anzug. Der Grund ist ein Deal; wer sich schon immer gewundert hat, was Nathan da um den Hals trägt, findet an dieser Stelle die Antwort. Es ist ein Ring von Sir Francis Drake und dieser wird benötigt, um eine Dechiffrierungsmaschine in Gang zu setzen und letztlich die geheimen Botschaften zu entschlüsseln und die Schätze zu finden. Dies geht selbstverständlich in die Hose, denn das Geld, das es als Gegenleistung geben soll, besteht nur aus Blüten. Klar sind die beiden damit nicht einverstanden und so kommt, was kommen musste: eine gepflegte Schlägerei im Pub, bis vor die Tür.

Ihr seid an dieser Stelle schon mittendrin im Geschehen, denn Naughty Dog zeigt euch neue Features im Nahkampf. Per Quick-Time-Events könnt ihr Angriffe abwehren, oder den Spieß umdrehen und sie zu eurem Vorteil ausnutzen. Nachdem ihr euch bis vor die Tür geprügelt habt, folgt eine gut inszenierte Cutscene und sowohl Sully als auch Drake werden erschossen. Gott sei dank, könnte man meinen, denn die Nahkampf-Auseinandersetzungen ziehen sich etwas in die Länge. Im Laufe des Spiels wird der Uncharted-Fan zwar feststellen, dass nicht mehr so viele neue Gegner nachkommen wie bisher, aber die Nahkämpfe nagen am Geduldsfaden.

Was folgt, ist des Tutorials zweiter Teil, zeitlich 20 Jahre zurückversetzt. Ihr spielt jetzt den 15-jährigen Nathan, der in einem Museum auf der Suche nach seinen Wurzeln ist und als Taschendieb Sullivan kennen lernt. Dies ist bereits der erste Aha-Moment, bei dem Naughty Dog zeigt, dass selbst ein grandioses Uncharted 2 noch steigerbar ist. Was die Atmosphäre angeht – und das trotz der Tatsache, dass die ersten beiden Level als Tutorial dienen -, dürfte der Anfang von Uncharted 3 auf jeden Fall in den Top 3 der 2011 erschienenen Spiele auftauchen.

Vorsicht, Mini-Spoiler: Da sich nicht einmal Sony traut, ein Vollpreisspiel mit einer Länge von 15 Minuten anzubieten, sei verraten, dass weder Drake, noch Sully „tatsächlich“ erschossen wurden. Das sollte die Antagonistin nur denken.

Grafisch besser denn je

Uncharted war schon immer eine Art Referenz dessen, was man optisch aus der PlayStation 3 herausholen kann. Dies ändert sich in keiner Weise, im Gegenteil sieht der dritte Teil so gut aus wie wahrscheinlich kein zweites (Action-)Spiel auf irgendeiner Konsole. Wir könnten jetzt eine Weile von den massiv überarbeiteten Gesichtern der Charaktere schwärmen, oder dem enorm gelungenen Wasser, oder uns an Details wie dem Flackern der Luft über der Fackel aufhalten. Doch wir lassen das und hoffen, dass ihr uns einfach glaubt, wenn wir sagen: Es dürfte schwierig sein, ein schöneres Spiel für die aktuelle Konsolengeneration zu finden.

Dem ganzen Lob folgt leider auch ein wenig Tadel. In Syrien, ausgerechnet auf der Burg, hatte die PS3 Probleme, die Framerate konstant im oberen Bereich zu halten. Dies ist wirklich schade, brüstete sich doch gerade der Vorgänger damit, optisch Maßstäbe gesetzt zu haben und sich zu keinem Zeitpunkt einen technischen Schnitzer zu leisten. Glücklicherweise bleibt dies aber die Ausnahme, so dass die meiste Zeit über die sensationelle Optik begutachtet werden kann.

Neue Rätsel und Skills

Rückblickend stellt man schon fest, dass Naughty Dog im ersten Teil noch ein wenig auf der Suche nach der besten Balance war, doch Uncharted 2 wusste genau, wann es Zeit für Action, für Klettern und für Rätsel war. Dies hat Nathan im dritten Teil zum Glück nicht verlernt und bietet weiterhin eine gelungene Abwechslung aus Kampf, Erkunden, Rätseln und Klettern. Dazu gesellen sich ein paar neue Funktionen, die Nathan erlernt hat, so ist es möglich, in einem bestimmten Zeitfenster Handgranaten zurückzuwerfen, zu schwimmen und zu tauchen. Ein paar Stealth-Angriffe sind außerdem hinzugekommen.

Weiterhin dürfen natürlich Rätsel nicht zu kurz kommen, denn wer einen Schatz finden will, der muss dafür arbeiten. Zu Beginn sind die  Knobelspielchen relativ einfach gestrickt, werden aber komplexer. Dabei bleiben sie stets logisch und werden nie unfair. Hinweise gibt es wie gewohnt in Drakes Tagebuch und wer zu lang sinnlos umherirrt, kann schließlich auf dem D-Pad nach oben tippen und bekommt einen Hinweis, wie es weitergeht.

Mehrspielermodus: Erweitert und mit Online-Pass

Gleich vorweg: Wer online spielen will, braucht den Online-Pass. Dieser liegt dem Spiel bei und kann für einen PSN-Account registriert werden. Beim Gebrauchtkauf muss ein separater erworben werden. Wer auf Uncharted 3 aus zweiter Hand wartet, sollte dies in seine Planung mit einbeziehen.

Ansonsten kann man seinen Charakter durch die Spielmodi hinweg mit Erfahrungspunkten und Geld aufwerten. Als Belohnung warten dann Waffen und Spezialfähigkeiten. Bis zu zehn Leute können gleichzeitig in einem Gebiet spielen. Die neuen Moves aus dem Story-Modus (Granate zurückwerfen und Stealth-Kills) sind ebenfalls möglich, da online aber erfahrungsgemäß die Spielgeschwindigkeit deutlich höher sein dürfte
als offline, werden diese taktischen Elemente eher die zweite Geige spielen.

Daneben gibt es einen Koop-Modus, der es in sich hat. Man kann eigens hierfür implementierte Missionen zusammen spielen oder gemeinsam Gegnerwellen eliminieren – dies geht im lokalen Netzwerk oder online. Bis zu drei Spieler können im geteilten Bildschirm gleichzeitig an einer Konsole spielen.

Fazit

Uncharted 3: Drake’s Deception ist zweifelsohne ein Anwärter für den Titel “Spiel des Jahres 2011”. Die bombastische Grafik, die filmreifen Cutscenes (und In-Game-Erlebnisse), der Abwechslungsreichtum, die Detailverliebtheit, die Action und vor allem das Wissen, wann man aufhören sollte, überzeugt beinahe auf ganzer Linie. Ein paar wenige Haare fanden wir dennoch in der Suppe von Naughty Dog: Nicht immer kommt die PS3 mit dem Rendern nach, manchmal sind kleine Ruckler die Folge. Außerdem ziehen sich Nahkämpfe gerne in die Länge.
Das alles ist aber zu verschmerzen: Uncharted bleibt sich treu und legt noch eine Schippe nach – Actionfans greifen zu.



Test: Uncharted 3 für PS3
4.29 (85.71%) 21 Bewertungen

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Wertung

8/10
viele Details
abwechslungsreich
Gameplay zum Vorgänger erweitert
Probleme mit Framerate auf der Burg in Syrien

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