News & Rumors: 17. November 2011,

Borgia – Im Test: Suchbild-Spiel zum ZDF-Mehrteiler

Vor kurzem erschien das Spiel Borgia von Deadalic Entertainment und dem Entwicklerstudio Beta. Es handelt sich um ein Wimmelbild-Abenteuer und gleichzeitig um das offizielle Computerspiel zur ZDF-TV-Produktion. Wir haben das Abenteuer um Machtgier und Intrigen für euch getestet. Unsere Ergebnisse erfahrt Ihr im folgenden Review.

Borgia
spielt im 15. Jahrhundert, in der Zeit der Renaissance. Der Spieler schlüpft in
die Rolle des Mönches Basilius Valentinus und begibt sich auf die Reise nach
Florenz um die Krankheit seines alten Freundes Lorenzo de Medici zu behandeln.
Doch Lorenzo stirbt. Anscheinend wurde er ermordet. Es ist nun die Aufgabe des
Spielers den Fall aufzuklären, was durch die Fehden der verschiedenen
Familiendynastien nicht grade vereinfacht wird. Genügend Stoff, für ein
Abenteuer bietet die Vorlage.

Wimmelbild-Abenteuer
mit kleinen Puzzles

Der Schwerpunkt
von Borgia wird ganz eindeutig auf die Wimmelbilder gelegt. Regelmäßig hat man
die Aufgabe aus einem Wirrwarr von allerlei Gegenständen einige bestimmte raus
zu suchen. Teilweise findet man Dinge, die im Spielverlauf benötigt werden um
andere Aufgaben zu lösen. Beispielsweise liest man über mehrere Szenen hinweg
verschiedene Schlüssel auf. An der richtigen Stelle kann man diese dann einsetzen
um eine Schmuckkiste aufzuschließen. Allerdings muss der Spieler vorher noch
eine kleine Denkaufgabe bewältigen um herauszufinden welcher Schlüssel in
welches Schloss gehört. Diese Kombination von Suchbildern und kleineren Rätseln
zieht sich durch das ganze Spiel hindurch. Aufgelockert wird das Ganze durch
Puzzle, die mitunter ziemlich knifflig werden können. Zu Beginn des Spiels
packt der Protagonist zum Beispiel seine Reisetasche. Es ist nun Aufgabe des
Spielers sein Gepäck so in der Tasche zu verstauen, dass alles reinpasst, was sich
aufgrund des beschränkten Raumangebots zu einem Puzzle à la Tetris entwickelt.

Im Test: Borgia

Interaktive
Dialoge?

Auf der
Verpackung wirbt Borgia damit „[i]nteraktive Dialoge mit Original-Charakteren
der TV-Serie“ anzubieten. Dieses Versprechen ist etwas zu vollmundig geraten.
Die Interaktionsmöglichkeiten bestehen lediglich aus einigen wenigen
Multiple-Choice-Antworten, mit denen man sich unterhält. Man entscheidet sich
lediglich, in welcher Reihenfolge die Gesprächspunkte abgearbeitet werden. Es geht
doch erst weiter, nachdem man alle Möglichkeiten durchgeklickt hat. Die
Antworten der Charaktere blieben immer dieselben und der Spielverlauf ändert
sich nicht.

Zu einfach

Der
Schwierigkeitsgrad von Borgia bietet kaum Herausforderung. In den Wimmelbildern
hat man verhältnismäßig schnell alle gesuchten Gegenstände gefunden. Im
Vergleich zu anderen Spielen dieser Art scheinen die Suchbilder noch geradezu
aufgeräumt. Die Rätsel und Puzzles sind anfangs ohne Probleme lösbar, erst
später im Spiel steigt die Schwierigkeit merklich an. Zudem haben die
Entwickler noch eine Tipp-Funktion eingebaut, falls man mal überhaupt nicht
weiter weiß. Diese Funktion zeigt an, welches Objekt als nächstes benutzt
werden muss, oder wo sich ein verstecktes Item befindet. Puzzles und Rätsel
lassen sich sogar komplett umgehen, wenn man diese Hilfsfunktion nutzt. Nach jedem
Einsatz muss man eine kurze Zeit darauf warten, dass sie wieder verfügbar ist.
Dieser Zeitraum ist aber zu kurz gewählt, sodass der Spieler eigentlich nie
länger als ein paar Sekunden mal wirklich nachdenken müsste um ein Problem zu
lösen.

Lieblose
Grafik

Grafisch ist
Borgia ganz passabel. Die Spielhintergründe und die Wimmelbilder sind
einigermaßen gut gestaltet, können aber bei weitem nicht mit denen
vergleichbarer Spiele von anderen Entwicklern mithalten. Dazu fehlt es an
Details. An vielen Stellen sehen die Zeichnungen zudem unscharf und verwaschen
aus. Insgesamt hinterlässt die Spielgrafik einen lieblosen Eindruck. Ein
weiteres Manko ist das Ausgabeformat. Die Darstellung erfolgt für 4:3-Monitore.
Auf 16:9-Bildschirmen also mit schwarzen Rändern links und rechts. In den Optionen
gibt es keine Möglichkeit das Bildformat oder die Auflösung zu verändern.

Der Sound
von Borgia ist ganz in Ordnung, sticht weder besonders positiv noch negativ hervor.
Stellenweise bekommt man Sprachausgabe zu hören und das sogar in Deutsch.
Leider ist bei der Verwendung keine klare Linie erkennbar. An vielen Stellen,
an denen man sich Sprachausgabe gewünscht hätte, bleibt man auf stummen
Untertiteln sitzen.

Die
Steuerung beschränkt sich, wie für die meisten Wimmelbildspiele üblich, auf die
linke Maustaste. Alle nötigen Aktionen lassen sich damit ausführen. Leider aber
nicht immer problemlos. Zwischendurch lassen sich Gegenstände nicht so bewegen
wie gewünscht, oder es wird erst nach mehrmaligem Probieren
klar, wie man etwas bewegen muss um einen Effekt zu erzielen.

Fazit

Borgia
ist ein ganz passables Wimmelbildspiel mit einigen Macken. So ist etwa der
Schwierigkeitsgrad zu gering, und technische Mängel wurden anscheinend nicht
richtig ausgebügelt. Grafisch steht es hinter der Konkurrenz zurück. Positiv
ist die Abwechslung, die  Wimmelbilder
und Rätseleinlagen bieten, sodass das Spiel nicht zu schnell eintönig wird. Fans
der ZDF-Serie könnten Spaß an dem Spiel haben, ansonsten ist es aber leider
nicht zu empfehlen.



Borgia – Im Test: Suchbild-Spiel zum ZDF-Mehrteiler
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