Kommentar: 23. April 2012,

c't-Magazin verramscht – Print mit maliziöser Strategie

c't 6 Hefte inklusive Amazon-Gutschein
c't 6 Hefte inklusive Amazon-Gutschein

Selbst habe ich auch einige Zeitlang die c’t im Abo gehabt, es dann aber gekündigt, weil mir das Altpapier zu teuer wurde. Zu selten habe ich den Print gelesen, weil Informationen aktueller und ähnlich gut aufbereitet online zu finden sind. Doch nun muss ich feststellen, dass selbst der Heise-Verlag versucht, möglichst billig den Print noch zu verramschen.

Bei MyDealz gibt es derzeit den Hinweis auf ein Abonnement der c’t für 6 Ausgaben. Enthalten ist ein 10 Euro Amazon-Gutscheine und man bekommt außerdem rückwirkend dann noch 6 Euro “Cashback” (also Geld zurück). Das Ganze kostet 15,20 Euro und die Lieferung ist gratis.

Mit ein Grund, warum man die c’t nicht lesen braucht, sind die Webseiten aus dem Heise-Verlag, die mit den gleichen Inhalten dem Print Konkurrenz machen. Natürlich gibt es Leute, die auch etwas in der “Hand” halten wollen. Aber das sind in der jüngeren Vergangenheit immer mehr Smartphones und Tablets mit hochauflösenden Displays oder eReader wie der Kindle.

Online-Strategie fehlt

Ich habe nie verstanden, warum der Print nicht eine umfangreiche Strategie für die Vermarktung der Magazin-Inhalte in der digitalen Welt unternommen hat. Statt jetzt krampfhaft zu versuchen, noch irgendwelche Geschenke obendrauf zu legen, und Abo-Zahlen “um jeden Preis” zu steigern, sollte man sich eine vernünftige Strategie für die Monetarisierung von Online-Inhalten überlegen und vor allem die E-Ausgabe der c’t, von Mac & i und anderen Zeitschriften aus dem Verlag vorantreiben.

Sich selbst schaden

Denn wenn man den Preis für die Inhalte aus dem Print sukzessive verringert, werden sich die kritischeren und skeptischeren “Onliner” irgendwann fragen, warum man überhaupt Geld für die Inhalte ausgeben sollte, wenn selbst der Heise-Verlag sie für einen Apfel und ein Ei anbietet.



c't-Magazin verramscht – Print mit maliziöser Strategie
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 6 Kommentar(e) bisher

  •  Hilmar Steinhauer (24. April 2012)

    Oha, das ist aber mal heftig selektive Wahrnehmung.
    “Mit ein Grund, warum man die c’t nicht lesen braucht, sind die Webseiten aus dem Heise-Verlag, die mit den gleichen Inhalten dem Print Konkurrenz machen.”
    …ist in dieser Pauschalität schlichtweg falsch!

    Der mit den Online-Inhalten identische Teil der Printausgabe beschränkt sich auf wenige Seiten mit Kurzmeldungen. Den könnte man durchaus auch weglassen, da die Zielgruppe eben genau diese Informationen im Web aufnimmt. Andererseits habe lese ich im Print gelegentlich auch interessante Kurzmeldungen, die mir Online durchgegangen sind.

  •  Alexander Trust (24. April 2012)

    @Hilmar: Na ja, alles, was ich sagen möchte ist: Es gibt im Print nichts, was es online nicht auch gibt. Zwei Wochen nach Veröffentlichung News über irgendwelche Mac-Gadgets zu lesen, die ich schon vorher kannte, ist nicht wirklich sinnvoll. Und wenn sie das Zeug halt verramschen, dann können sie online irgendwann für ihre Inhalte kein Geld mehr nehmen. Wenn Sie dann nämlich online irgendwann 50 Cent für nen Artikel haben wollen, wissen die Leute, dass sie für 12 Wochen quasi ein kostenloses Abo kriegen.

  •  Alexander Trust (24. April 2012)

    Sorry, aber für das Editorial oder den Comic muss man die c’t nicht kaufen. Und Vergleichstests gibt’s im Netz super viele, ebenso wie die Da hab ich mich schon vor 10 Jahren vom Print verabschiedet und keine Gamestar und Co mehr gekauft, weil man die Inhalte auch und gerade als Normalsterblicher an jeder Ecke findet. Google ist keine Alchemie und Testportale auch richtig gute gibt’s bei Computertechnik en masse, anders schaut’s bei Hi-Fi aus, weil die tatsächlich ihren Kram nur im Print verkaufen.

    Soll man aber immer 2 Wochen warten, bis man sich ein Gerät zulegt, weil eventuell ein Test davon in der c’t sein könnte, den man vorher schon im Netz findet? Es gibt auch seriöse Test-Seiten, auch von anderen Verlagen, oder von Online-Brands wie Toms Hardware bswp. Und dann können medienkompetente Leute – da gebe ich dir recht, das ist Otto Normal nicht, aber das ist “mir” egal – ihre Infos aus den zig Tausend Nutzereinsendungen in irgendwelchen Shops und Communities filtern. Natürlich sind außerdem Blogbeiträge von Leuten, die ihre Erfahrungen mit der Telekom, der dt. Post, 1&1 und wie sie alle heißen in ihrer Rechtschreibung nicht korrekt – nur die Erfahrungen gibt es auch im Netz.

    c’t ist ja kein Lollie, den man irgendjemandem wegnimmt, oder? Die Inhalte sind qualitativ hochwertig – aber gerade deshalb hab ich ja gesagt, sollen sie sie nicht verramschen, und da kommen wir zu einem Problem, das ich mit deinen Antworten habe: Sie gehen nicht auf das eigentliche Anliegen des Beitrags ein, nämlich dass sich Heise das eigene Geschäft kaputt macht, wenn sie das so billig abgeben, aber Heise nur stellvertretend zu vielen anderen.

    Wenn du objektiv an die Sache rangehen willst, dann musst du tatsächlich den Inhalt analysieren. 15 bis 20% am Heft-Ende sind Werbung. Das war schon immer so, und manche Leute finden das auch in Ordnung, weil sie gerne Kataloge gucken, aber die gibt’s online kostenlos, und wenn man gerne was vor sich liegen hat, surft man eben auf einem Tablet durch die Shops von K&K, Alternate und Co. IT-Stellenbörsen? Gibt es die nicht online? Kurzgeschichten von Bastei-Autoren? Sind die gehaltvoll genug, um eine c’t zu kaufen? Wenn du ehrlich bist, dann lesen die allerwenigsten 100% des Magazins, das tut auch niemand bei anderen Magazinen oder Tageszeitungen. Die formalen Anforderungen an einen “Beweis” und an einen Meinungsbeitrag sind meiner Meinung nach nicht dieselben.

  •  Hilmar Steinhauer (24. April 2012)

    Genau das meine ich mit stark selektiver Wahrnehmung! Du tust so, als wären 100% der Print-Ausgabe News-Meldungen, und blendest damit die grob geschätzten 97% anderer Inhalte einfach aus. Das ist nicht fair, und die Aussage “Es gibt im Print nichts, was es online nicht auch gibt”, ist schlichtweg falsch. Es gibt online weder die Vergleichstest, noch die Reportagen in dieser Qualität und Form zu lesen. Einen Teil der Print-Inhalte könnte man sich sicherlich aus online verfügbaren Informationen selber “generieren”, bräuchte dafür aber auch ungefähr die 10fache Zeit, als für die Lektüre eines c’t-Artikels. Und an einige Informationen kommt man als Normalsterblicher online gar nicht erst heran.

    Das stösst mir übrigens auch deswegen ziemlich übel auf, weil Du an anderer Leute Urteile ganz erheblich höhere formale Anforderungen stellst (siehe z.B. Joyride-Beitrag).

  •  Alexander Trust (24. April 2012)

    Ich ärgere mich grad über WordPress, weil ich jeden deiner Kommentare freigeben muss. ^^ Was hast du gemacht? *g*

    Zu dem dauerhaft: Das ist eine Beobachtung und ja, sie ist von Dauer, zumindest schon einige Jahre. Das war ja der Impuls, warum ich den Beitrag schrieb. Ich habe auch Anrufe vom Heise-Verlag bzw. anhängigen Agenturen gekriegt, zur Vermittlung eines Abos, weil ich schon mal Kunde bei denen war, sogar schon zwei Mal in meinem Leben. Ich glaub insgesamt hab ich 4 oder 5 Jahre lang in 2 Perioden die c’t abonniert gehabt. Und die Angebote seinerzeit, also vor 5, 6 Jahren fingen erst mit “frei Haus”-Lieferung an, dann bekamst du irgendwelche doofen Geschenke, dann haben sie den Preis für das Heft reduziert, dir 1, dann 2… usf. Ausgaben kostenlos gegeben. Wenn du den Wert des Amazon-Gutscheins und das Cashback reinrechnest, hast du am Ende sogar 12 Ausgaben (mehr oder weniger) kostenlos. Ich frage mich, wie die Leute da überhaupt etwas verdienen wollen? Ich meine, wo soll das denn noch hin? Am Ende wird die c’t in irgendeiner gemischten Kalkulation von Handy- oder Pay-TV-Verträgen landen und dann kriegst du nicht nur dein Handy und eine Konsole, sondern außerdem noch 1 Jahr c’t dabei.

    Für mich ist es kein Widerspruch, weil ich für Inhalte im Netz “auch” Geld ausgeben würde, und kein Problem damit hätte, pay per Article oder so etwas bei hochwertigen Inhalten zu machen.

    Hier hast du ein Beispiel für einen soliden Testbericht, ohne viel Schnickschnack, ohne Platzierungsliste: http://www.tomshardware.de/Dell-XPS_13-Ultrabook,testberichte-241001.html

    Update: Ah jetzt weiß ich wieder. Ich “muss” alle Kommentare von Hand freischalten, weil ein ehemaliger Autor mal Texte veröffentlicht hat, für die ich eine Unterlassungserklärung unterzeichnen durfte. #sigh Lang, lang ist’s her.

  •  Hilmar Steinhauer (24. April 2012)

    Hast Du mal Beispiele für Vergleichstest im Netz, die qualitativ an die der c’t herankommen? Insbesondere im Hinblick auf das “Fehlen” von Platzierungslisten, das ich bei der c’t äußert sympathisch finde.
    Und nein, natürlich soll man nicht unbedingt auf die Meinung der c’t warten, wenn man ein Gerät kaufen will. Ich mache das i.d.R. auch nicht, und habe mich da durchaus auch das eine oder andere Mal schon drüber geärgert, weil die Entscheidung nach dem c’t-Test anders ausgefallen wäre.
    Und was den Vorwurf des Verramschen angeht: das ist doch nur eine (ja, durchaus fragwürdige) Werbeaktion. Für mich bedeutet “Verramschen” aber ein dauerhaftes Unter-Wert-Verkaufen.
    Und für mich ist es ein Widerspruch, dass die Inhalte ja einerseits nichts wert sind (weil sie im Netz mindestens 2 Wochen früher quasi kostenlos verfügbar sind), andererseits Heise sich das Geschäft mit solchen Probe-Abos kaputt macht. Entweder das Heft ist die 3,x Euro wert, dann macht man sich vielleicht mit solchen Probeabos das Geschäft kaputt (was reine Spekulation ist, da wir die Zahlen der Probeaboverlängerer und der ggfs. wegen der Aktion kündigenden Abonnenten nicht kennen!), oder das Heft ist sein Geld nicht wert, dann kann man sich mit solchen Aktionen wohl kaum sein Geschäft kaputt machen (weil die Probeabonnenten es eh nicht gekauft hätten). Mir als langjährigem Abonnenten gehen solche Aktionen genauso am verlängerten Rücken vorbei, wie die regelmäßigen Neukundengewinnungsaktionen von Netcologne, wo x Monate Grundgebühren erlassen werden.


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