News & Rumors: 5. June 2012,

DiRT Showdown

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Wenn ich das Wort Dirt hört, setze ich dieses direkt in Verbindung mit Rallye. Daher war ich auch ein wenig verdutzt, als ich gelesen habe, dass ein Jahr nach DiRT 3 schon ein neuer Teil in den Regälen stehen soll. Hat man sich dann ein wenig erkundigt, ist klar: Mit Rallye hat das Ganze nicht viel zu tun. Generell muss man sich fragen: Ein Ableger der DiRT-Reihe? Ob das was werden kann? Nach den Anfängen der Burnout-Serie haben wir nun endlich wieder ein richtiges „Crash-Spiel“. Doch geht es hier wirklich nur um Zerstörung? In neun unterschiedlichen Disziplinen können wir unser Glück versuchen, was natürlich ein großes Varieté ist und einiges verspricht. Ob es wirklich taugt und überzeugen kann und ob es den Namen „DiRT“ verdient hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Aller Anfang ist… plötzlich!

Nachdem wir das Muster also erhalten haben, sogar inklusive VIP-Pass (Ein Dankeschön an Namco Bandai), kann ich es kaum mehr erwarten, das Spiel einzulegen. Das Spiel muss leider auf der Festplatte installiert werden, was aber lediglich fünf Minuten benötigt und dementsprechend nicht weiter tragisch ist. Man hätte es nach DiRT 3 eigentlich schon ahnen können, daher kommt dies nicht sonderlich überraschend. Als es dann endlich los geht, sehen wir das typische Codemasters-Menü, was schlicht gehalten, dementsprechend aber auch ein wenig langweilig ist. Nachdem wir unseren Fahrer erstellt haben, können wir sogar noch einen Audionamen wählen. Hier gibt es echt eine Vielzahl an Möglichkeiten, am Ende hab ich mich dann für „Drache“ entschieden, was sich besser liest, als im Endeffekt anhört. Die Showdown-Tour stellt die Karriere des Spiels dar, weswegen ich gleich mit dieser anfange. Ein spektakuläres Video eines spannenden Rennens zum Einstieg in die Tour, so muss das sein. Also zurücklehnen und genießen… Moment! Man wird gleich ins kalte Wasser geschmissen und muss selber fahren, was sicherlich positiv ist, wenn man aber nicht damit rechnet, etwas überfordernd. Trotzdem ist dies gut gelungen, man sollte sich dabei nur gut konzentrieren. Nach dem Sieg steigt man dann in die Showdown-Tour auf und darf sein erstes Jahr in der „Pro“ Stufe absolvieren.

Let’s get ready for… Showdown!

Die Showdown-Tour ist in vier Saisons unterteilt: Pro, Allstar, Champion und Legend. Zunächst muss man aber den Schwierigkeitsgrad wählen, wobei es nur drei verschiedene Stufen gibt. Dennoch ist vom Anfänger, über den Gelegenheitsfahrer, bis zum Profi alles dabei. Je nach Leistungsstand kann man aber auch jederzeit wechseln, wodurch es eig. nie zu schwer, aber auch nie zu unterfordernd wird. In jeder Saison gibt es zwölf Events und dann das Finale. Zu Beginn ist es noch ziemlich leicht, man spürt aber den ansteigenden Schwierigkeitsgrad von Event zu Event. Zu Beginn sind immer zwei Events freigeschaltet, mit jedem Podiumsplatz schaltet sich ein neues Event frei. Schafft man also mal irgendetwas nicht, bleibt man nicht automatisch an diesem Event hängen. Auf die einzelnen Disziplinen, die in der Showdown-Tour vorkommen, gehe ich noch im weiteren Verlauf des Testes ein. Nach dem schönen Einstieg mit dem kleinen Video sehen wir von dieser Art aber nicht mehr viel. Gewinnt man ein Rennen, sieht man kurz sein Auto und ein angedeutetes Feuerwerk. Selbst in Final-Events merkt man kaum mehr Emotionen. Insgesamt betrachtet sind die Events selbst aber auch zu kurz. Zu Beginn ist es nur ein Rennen (Disziplin), gegen Ende werden teilweise zwei oder drei Phasen pro Disziplin ausgeführt, was aber immer noch zu wenig ist. Man freut sich also bis zum Schluss auf das Finale im Legenden-Modus und dann ist dies nach nicht einmal zehn Minuten vorbei. Mit knappen 6-8 Stunden ist die Zeit in der Showdown-Tour auch zu wenig, zumal es keinen lokalen Einzelspielermodus gibt und man neben dem Multiplayer und Joyride nicht mehr viel machen kann. Hier hätte man sich durch aus mehr Mühe geben können, man wollte aber wohl die Tour nicht unnötig in die Länge ziehen. Durch die ganzen verschiedenen Events gab es aber auch sehr viel Abwechslung. Also nicht falsch verstehen: Die Showdown-Tour macht sehr viel Spaß, ist im Endeffekt aber einfach zu kurz geraten.

Reißendes Metall, Überschlage und kaputte Karosserien

Kommen wir erst einmal zu den Zerstörungsdisziplinen, liebevoll auch Demolition genannt. Neben der puren Zerstörung (Rampage), der etwas taktischeren (Knock-Out) oder dem nackten Überleben (Hard Target) gibt es auch hier ein „Rund“-strecken-Event, nämlich dem 8-Ball. Kommen wir zuerst zum Rampage. In der Regel hat man hier drei Minuten Zeit, seine Gegner so effektiv wie möglich zu schrotten. So bekommt man für eine leichte Berührung oder Auffahren nicht so viele Punkte wie bei Frontal-Zusammenstößen oder Breitseiten. Je nach Intensität (Km/h + Winkel) gibt es unterschiedliche Punktzahlen. Erledigt man einen Konkurrent, bekommt man für den sogenannten „terminalen Treffer“ volle Punkte (1000). Auf sein eigenes Leben sollte man natürlich auch achten, aber die ein oder andere Eliminierung kann man gewiss nicht vermeiden. Man wird dann folglich einfach mit voller Statusanzeige zurück auf die Strecke geschickt. Schade ist, dass man dabei keine Punkte verliert, so dass das „Sterben“ eigentlich vollkommen egal ist. Hier geht es, wie bereits erwähnt, nur um die Zerstörung, daher macht er auch viel Spaß und ist auch gut umgesetzt. Beim Knock-Out haben wir einen ähnlichen Spielablauf. Nur findet dieses Event auf einer erhöhten Plattform statt, von der man seine Gegner nach Möglichkeit herunterstößt (Knock-Out), um die volle Punktzahl zu bekommen. Ansonsten schädigt man seine Gegner wie auch beim Rampage, man bekommt lediglich weniger Punkte (Beispiel: Terminaler Treffer = 500 Punkte), weswegen selbstverständlich die Knock-Outs selber im Vordergrund stehen. Man kann natürlich, wenn man heruntergestoßen wird, einfach mit einer Rampe wieder hinauffahren. Auch hier hätte man es anders lösen können, so dass eventuell anstatt der Zeit man beispielsweise nur dreimal herunterfallen darf. Ansonsten gibt es aber auch hier nichts zu bemängeln, da viel Freude aufkommt. Kommen wir nun zu einem der spannendsten Spielmodi im Spiel: Dem Hard Target. Eine Vielzahl an Autos, welche sich alle 30 Sekunden vermehren, hat nur ein Ziel: Deinen Lack zu „verkratzen“! Du bist der Gejagte! Es gilt so lange wie möglich zu überleben. Als Orientierung sieht man auch wie lange beispielsweise der Zweitplatzierte überlebt hat, also welche Zeiten man schlagen muss. Dabei sollte man sich geschickt anstellen, denn schon wenige Schläge reichen, um fahrunfähig zu sein. Nach dem Motto: „Wer bremst, verliert!“ sollte man sich möglichst aus dem Getümmel heraushalten und das Weite suchen. Es ist ein tolles Prinzip, aber man darf nicht selber den Jäger spielen, was aber wohl auch zu langwierig gewesen wäre. Als einen einzelnen neuen Modus als Jäger hätte man sich aber auch nicht beschweren können, da dies ebenfalls sehr ansprechend ist. Aber es muss ja immer ein wenig Luft nach oben sein, eventuell ja sogar für einen zweiten Teil? Zu guter Letzt 8-Ball. Die Strecke ist nicht unbedingt wie eine Acht geformt, aber es gibt viele Passagen, die sich kreuzen. Dadurch kommen natürlich viele Crashs zustande, die über das ganze Feld verteilt sind. So hat man selbst auf der letzten Position noch die Chance auf einen Sieg, da es unmöglich ist, ohne Crash durch das Rennen zu kommen. Selbst wenn man eine halbe Runde Vorsprung hat, ist der Sieg mehr gefährdet, als wenn das Feld nah beieinander ist. Das macht den Reiz dieser Disziplin aus. Was allerdings ein wenig den Spielspaß nimmt, ist die Statusanzeige, auf die man viel zu sehr aufpassen muss. Die Gefahr lauert selbstverständlich auf der ganzen Strecke, man muss daher auch umsichtig fahren und eventuell ein wenig taktieren. Da die Rennen mit zunehmender Stufe in der Showdown-Tour länger werden (am Ende 8-Runden-Rennen), steigt die Chance auf einen Ausfall, mit welchem das Rennen sofort beendet ist. Generell gesehen hat man hier zu wenig „Lebenspunkte“, da die Crashs unvermeidlich sind und einen mit zunehmender Schwierigkeitsstufe immer öfter ins Abseits befördert, was dann natürlich sehr frustrierend sein kann. Kommen dann noch Kreuzungen mit vier „Einfahrten“ hinzu, kann man sich denken, wie die Autos nachher aussehen. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr geniale Idee, die einen selbst auf einem schmalen Grad zwischen Frust und Freude balancieren lässt.

Ein wenig Fahrgefühl gefällig? Das ist doch Gymkhana!

Wir alle kennen doch noch den neuen Gymkhana-Modus aus DiRT 3. Die einen haben ihn geliebt, die anderen haben ihn gehasst. Da es in DiRT Showdown auch eigentlich um Zerstörung geht, ist dieser Bereich mit nur drei Disziplinen ziemlich klein gehalten, da diese auch in der Tour nicht sonderlich häufig auftreten. Trotzdem ist es eine gelungene Abwechslung zu dem Zerstörungs-Alltag, zumal man sein fahrerisches Können auch einmal zeigen kann. In spannenden Head2Head Duellen fährt man parallel gegen einen Gegner an, welches der Meister Ken Block persönlich ist. Auf einer vorgegebenen Route in einem engen Kurs muss man möglichst fehlerfrei die erforderlichen Tricks und Stunts ausführen. Dies ist in zwei Läufe aufgeteilt, so dass jeder seine eigene und im zweiten Lauf die gegnerische Route fährt. Das Grundlegende was man beim Gymkhana wissen muss, sind die unterschiedlichen Tricks. Da wäre zum einen der Smash, bei welchem man durch kleine Styroporquadrate fahren muss, die dadurch zerstört werden. Dann gibt es noch Sprünge über Rampen und Drifts um Hindernisse herum. Das letzte Element ist der klassische Donut, bei welchem man ohne Berührung um ein Hindernis in einem Kreis herum driften muss. Dabei darf man den Drift selbstverständlich nicht lösen. Schafft man etwas nicht, kann man dies auch auslassen, was sich dann aber sehr negativ auf die Gesamtzeit (Strafe) auswirkt. Hier muss man sich erst einmal dran gewöhnen, wer Gymkhana aber schon aus DiRT 3 kennt, wird hier keine Probleme haben. Die Idee hingegen ist aber nichts Neues und dementsprechend auch nicht sonderlich einfallsreich. Aber kommen wir dann zu einer neuen Idee: Dem Smash Hunter. In zwei Läufen muss man Blöcke in einer richtigen Reihenfolge umfahren. Dabei gibt es rote, grüne, gelbe und blaue Blöcke. Man muss immer fünf von einer Farbe treffen, wenn man einen verfehlt ist dies auch nicht weiter tragisch, da es mindestens sechs Blöcke hintereinander sind. Generell wird immer die Farbe angezeigt, die als nächstes dran ist. Man fährt zwar Zick-Zack auf dem Gebiet herum, die Blöcke haben alle eine innere Reihenfolge, welche, wenn man sie richtig ausführt, zu einem guten und schnellen Resultat führen kann. In der letzten Disziplin, dem Trick Rush, geht es ums freestylen. In zwei Minuten gilt es so viele Punkte wie möglich zu bekommen. Diese bekommt man wieder für Smashs, Donuts, Drifts und Sprünge. Für einen hohen Multiplikator sollte man die Tricks variieren und dabei auch zügig ausführen. Hier kann man sich einfach mal voll auslassen, was auch sehr schön sein kann.

Zerstörung gepaart mit Rennelementen – Vollgas bis ins Ziel

Beim Race-Off, Domination und Eliminator geht es mal wieder ein wenig um den Rennsport an sich, was mir als Rennsportfan natürlich wieder eine gelungene Abwechslung ist. Vergleichbar mit dem Rallye-Cross ist das Race Off, bei dem man sich in einem 3-Runden-Rennen die Gunst der Renngötter sichern muss, um als Erster über die Linie zu fahren. Berührungen und Crashs kommen auch hier nicht zu knapp, was natürlich verständlich ist. Insgesamt betrachtet sind die drei Runden, die vorgegeben sind, aber zu kurz, so dass man sich nicht auf ein richtiges Renngefühl einstellen kann. Die beiden anderen Disziplinen, Domination und Eliminator, kennen wir ebenfalls beide noch aus DiRT 3. Die Modi sind natürlich gut und machen Spaß, ein wenig mehr Ideen hätte man sich aber trotzdem wünschen können. Im ersteren geht es darum, alle vier Sektoren der Strecke als Schnellster zu durchfahren. Dafür hat man drei Runden Zeit, was hier auch mehr als ausreichend ist. Sein Nitro sollte man dabei möglichst so über die Runden verteilen, dass man in jedem Sektor mindestens einmal eine schnelle Zeit hingelegt hat. Ebenfalls bekommt man Punkte für die Endplatzierung, was aber nicht das Entscheidende ist. Jeder Sektor und das Endergebnis bringen für die acht Plätze 10-8-6-5-4-3-2-1 Punkte, also maximal 50 Punkte. Man kann aber auch Letzter werden und trotzdem das Rennen gewinnen, daher ist diese Disziplin auch so spannend. Eliminator hingegen ist ein sehr einfaches, aber effektives Spielprinzip: Man startet wie bei einem normalen Rennen, doch nach zehn Sekunden setzt ein Countdown ein, der immer 15 Sekunden beträgt. Ist dieser abgelaufen, wird der letzte Platz aus dem Rennen genommen und scheidet somit aus. Die nächsten Countdowns folgen immer direkt, bis nur noch der erste Platz übrig ist. Doch aufgepasst: Die ausgeschiedenen Fahrzeige leiben auf der Strecke als Hindernisse erhalten, was dem Ganzen noch ein wenig mehr Pepp gibt.

Ein bißchen Spaß muss sein…

Die folgenden Disziplinen sind nur Online spielbar, da sie mehr dem Spaß dienen, als eine richtige Sportart zu sein. Wer also nur ein wenig Spaß haben will, für den ist der Party-Modus genau richtig: In drei lustigen Spielen kann man sich hier beweisen. Da wäre zum einen Transporter, bei welchem man eine Flagge erobern und diese zu einem Checkpoint bringen muss. Wird man gerammt, ist die Flagge verloren. Es erinnert an das Kinderspiel „Fangen“, nur eben mit richtigen PS-Boliden – so muss das sein. Beim Smash and Grab Event gilt es ebenfalls eine Flagge zu erobern, diese wiederrum aber nicht zu einem Checkpoint zu bringen, sondern so lange wie möglich zu behalten. Daher geht es hier wie bei der Disziplin Hard Target zu, da man der Mittelpunkt der Jäger ist. Wenn man getroffen wird, bekommt der Gegner die Flagge. Das Prinzip und die Idee sind durchaus gelungen, nur wird nicht richtig definiert, ab welcher „Kraft“ (beim rammen) man die Flagge bekommt, so dass dies zwischenzeitlich frustrierend sein kann. Last but not Least das Speed Skirmish. Hier gilt es sechs Checkpoints zu durchfahren, wobei diese in zwei Teile auf dem Schauplatz verteilt sind. Diese muss man dann so schnell wie möglich durchfahren, man braucht also neben fahrerischem Können auch ein wenig Glück und Verstand mit der Route, die man wählt. Sind alle Checkpoints durchfahren, muss man noch durch die Zielflagge, welche zufällig irgendwo erscheint. Insgesamt gesehen ist auch dies eine nette Abwechslung im Showdown-Alltag.

Joyride – Was soll das sein?

Neben der Showdown-Tour und dem Multiplayer gibt es für Einzelspieler noch den sogenannten Joyride. Ich persönlich konnte mir auch nicht viel darunter vorstellen, daher muss man es einfach ausprobieren. Man hat zwei Schauplätze zur Auswahl: Yokohama und Battersea. Bei dem Namen Battersea klingelt doch irgendwas… ach ja genau! Aus DiRT 3 kennt man auch diesen Schauplatz in London und tatsächlich ist dieser Modus auch so aufgebaut wie damals bei DiRT 3. Man muss Missionen erfüllen, die sehr unterschiedlich sind und dementsprechend auch nicht langweilig werden. Ob es nun Doppel-Donuts um bestimmte Gegenstände oder Sprünge durch LKW’s hindurch sind, hier ist alles Mögliche vertreten. Anders als bei DiRT 3 wird einem aber angezeigt, wo man hinmuss, um die Missionen zu erfüllen, wodurch dies natürlich noch angenehmer und leichter wird. Dazu gibt es auch wieder versteckte Logos zu finden, insgesamt 100 Stück. Diese sind in beiden Schauplätzen verteilt, wodurch die Suche natürlich ziemlich schwer ist. Die Schauplätze sind nämlich in drei Bereiche unterteilt, die erst freigeschaltet werden, wenn man eine bestimmte Anzahl an Missionen geschafft hat. Es gibt insgesamt 150 Missionen, aufgeteilt in jeweils 75 in den beiden Schauplätzen. Die Logos sind aber teilweise auch sehr knifflig versteckt, was den Reiz, alle zu finden, aber noch einmal erhöht. Natürlich kann man auch einfach nur zum Spaß ein wenig in der Gegend herum cruisen, was bei den schönen Schauplätzen auch viel Spaß machen kann. Insgesamt ähnelt es aber auch zu sehr DiRT 3, wodurch man nicht wirklich viel Neues findet. Trotzdem kann man auch hier einige nette Stunden verbingen.

Mit Freunden um die Wette crashen? – Der Multiplayer

Es gibt einen Online-Modus sowie einen Splitscreen-Modus. Da das Spiel noch relativ neu ist, ist dementsprechend online auch relativ viel los, man findet immer Gruppen, mit denen man fahren kann. Mit mindestens zwei und maximal 8 Spielern kann man entweder Solo oder im Team fahren, je nachdem worauf man gerade Lust hat. Mit einem richtigen Partner macht der Team-Modus natürlich noch mal mehr Spaß. Demnach kann man neben dem öffentlichen spielen auch private Sitzungen erstellen, in welche nur Freunde hereinkommen. Dazu muss man sich entscheiden, ob man lieber Demolition (Rampage, Knock Out, 8-Ball), Hoonigan (Trick Rush, Head to Head), Kurse (Race-Off, Domination), Party (Transporter, Smash and Grab, Speed Skirmish) oder eben alles fahren möchte. Alle anderen Events wie Smash Hunter oder Hard Target gibt es im Online-Modus leider nicht. Hierbei kann man sich durch gute Platzierungen und durch Außenseiterboni Fans verdienen, die zu Levelaufstiegen führen. Hat man die Showdown-Tour erledigt, wird man höchstwahrscheinlich viel Online spielen, weswegen die Level-Begrenzung von 30 schade ist. Insgesamt braucht man aber auch sehr lange, um dieses Level überhaupt zu erreichen. In anderen Spielen hofft man Online nicht auf Chaoten zu treffen, die einen wegrammen und genau das ist das, was einen hier erwartet. Daher macht der Online-Modus auch mehr Spaß, als in anderen Spielen. Aber nun zum Splitscreen-Modus. Dass das Spiel überhaupt einen hat, ist schon einmal positiv anzusehen. Dass man aber nur maximal zu Zweit an diesem teilnehmen kann, muss man negativ betrachten. Denn das Spiel ist ideal für einen gemütlichen „Zocker-Abend“ mit Freunden geeignet, wodurch die Grenze von nur zwei Spielern nicht nur schade, sondern auch als unnötig gesehen werden darf. Nichtsdestotrotz kann man auch hier im Team fahren und zusammen die Strecken rocken. Wie auch beim Online-Modus gibt es hier nicht alle Disziplinen zur Auswahl, lediglich die Folgenden: 8-Ball, Rampage, Knock Out, Domination, Race-Off und Head to Head. Wenn man keine Lust auf KI-Fahrer hat, kann man diese auch ausstellen. Neben den Einstellungen für die Länge des Events (Rundenanzahl, Minuten) kann man auch mehrere Phasen einstellen, wodurch eine Art Meisterschaft entsteht und die Spannung in die Höhe getrieben wird. Kein Multiplayer-Modus, aber trotzdem ein nettes Feature: Challenges. Wenn man Freunde hat, die das Spiel auch besitzen, kann man sich mit diesen in Bestenlisten vergleichen oder aber auch Challenges verschicken. Diese müssen eure Freunde dann schlagen. Ebenfalls kann man auch welche bekommen, die man selbst erst einmal bewältigen muss. In der „Challenge“-Statistik kann man dann sehen, wieviele Challenges ihr mit euren Freunden schon ausgetragen und wer die Nase vorne hat. Ein schönes Feature, welches für Freude und Frust sorgen kann. Wen das Ganze nicht interessiert, braucht auch nicht weiter darauf eingehen.

Die Fahrzeuge und ihr Fahrgefühl

Erst einmal muss man sagen, dass das Fahrgefühl beim Crashen an zweiter Stelle steht. Trotzdem ist es schade, dass man keine Km/h-Anzeige und nicht die Möglichkeit zum Schalten hat. Zugegebenermaßen ist dies bei Rampage oder Knock-Out unmöglich, doch zumindest bei den Race-Events hätte man diese Möglichkeit einbauen können. Zum Fahrgefühl selbst kann man nur sagen, dass es vergleichbar mit DiRT 3 ist, was sich einem Arcade-Racer auch schon angenähert hatte. Man kann demnach nicht meckern, auch wenn man in den Demolition-Modi nicht viel davon merkt, da man oft mehr zuschlägt und einstecken muss, als man eigentlich richtig fährt. Ein schönes Fahrgefühl ist dennoch gegeben und unterscheidet sich auch von Wagen zu Wagen, auch wenn nur gering. Den größten Unterschied im Fahrverhalten machen eigentlich die drei verschiedenen Fahrzeugklassen. Da gibt es zum einen die Rennautos, die neben ihrer Leistung und ihrem Handling auch auf ihre Stärke achten müssen, die bei Aufprällen entscheidend werden kann. Die Demolition-Autos brauchen natürlich auch Stärke, um andere Autos zu zerstören. Aber auch Handling und Leistung können bei dem ein oder anderen Crash hilfreich sein. Bei den Hoonigan (Gymkhana)-Autos ist die Stärke komplett irrelevant. Hier zählt vor allem das Handling, aber auch das Gewicht für bessere Stabilität. Die Race- und Demolitionautos lassen sich zudem gegen ein wenig Taschengeld upgraden, was einen entscheidenden Vorteil bieten kann. Neben neuen Events schaltet man in der Showdown-Tour mit Abschluss mancher Disziplinen auch neue Autos zum Kauf frei. Mit zehn Autos pro Kategorie steht dem Spieler eine ordentliche Anzahl von insgesamt 30 Fahrzeugen zur Verfügung, was eigentlich ausreichen sollte.

Lenkrad oder Controller?

Bei jedem anderen Rennspiel würde ich direkt sagen: Lenkrad. Doch dies ist eben kein normales Rennspiel, daher muss man hier erst einmal überlegen. Generell kann man für das Lenkrad Force-Feedback Einstellungen wie Vibrationsstärke und Lenkwiederstand verändern und auf seinen eigenen Controller anpassen. Nach ein paar Stunden Fahrt kann man aber sagen, dass es mit Lenkrad sehr gut funktioniert und sogar besser als mit Controller. Aber auch mit einem Controller kommt viel Freude auf, man kann also das benutzen, was man lieber mag. Man hat keine Nachteile, wenn man mit Controller fährt.

Die künstliche Intelligenz – wirklich so intelligent?

Also bei den KI-Fahrern von Intelligenz zu sprechen ist bei einem Spiel, in welchen die Karren nur so geschrottet werden, vielleicht etwas übertrieben, aber die KI hat es mir trotzdem sehr angetan. Sie fährt wirklich wie der letzte Saukerl: Unfair, aber gut. Bei den Demolition-Events wird es aber auch schnell mal unübersichtlich, wenn alle Fahrer auf einem Haufen stehen und man sekundenlang nur gerammt wird. Es mag vielleicht Einbildung sein, doch die KI-Fahrer wirken generell ein wenig zu fixiert auf den echten Spieler, was teilweise für Frust sorgt. Trotzdem gefällt mir die KI, da man in solchen Disziplinen keine Rücksicht nehmen darf und sie das auch nicht tun. Generell wird es fast immer spannend bis zum Schluss und man erlebt viele „Fotofinishs“, was den Adrenalinpegel nochmal nach oben treibt.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Die Grafik ist eigentlich die gleiche wie in DiRT 3, diese ist sehr ansehlich und schön gestaltet. Es gibt teilweise gleiche Orte wie beispielsweise Battersea, wo man sich ein wenig mehr Eigeninitiative gewünscht hätte. Trotzdem gibt es viele unterschiedliche und schöne Strecken, wo oftmals aber vorwärts und rückwärts gefahren wird. Demnach gibt es viele verschiedene Schauplätze, wo man mit unterschiedlichen Disziplinen immer anderen Boden unter den Füßen hat. Insgesamt gesehen ist die Anzahl an Strecken auf jeden Fall ausreichend. Die Ladezeiten sind etwas zu lang, wenn man bedenkt, dass das Spiel auch installiert werden musste. Dies fällt einem zwar nicht sofort auf, wenn man aber etwas länger spielt, können sie ganz schön nerven. Es gibt kein dynamisches Wetter, man hat trotzdem mal Sonnenschein, mal Regen, mal Matsche und mal Schnee. Generell variieren auch die Tageszeiten, was für eine besondere Stimmung in manchen Events sorgt. Es gibt eindrucksvolle Kulissen, wie beispielsweise Tokio, wo man den typischen „Wow“-Effekt bekommt. Ebenfalls die Umgebungen außerhalb der Strecken sind sehr, sehr liebevoll gemacht. Diese Liebe hätte man sich auch in der Showdown-Tour gewünscht, wo nach gewonnen Rennen und Finals nicht die richtige Atmosphäre rüberkommt. Gegen die Atmosphäre an sich kann man sich aber nicht beklagen. Ein Stadionlautsprecher kommentiert nämlich die einzelnen Events mit schönen Zwischenrufen. Auch wenn sich diese öfter wiederholen, kommen diese sehr authentisch und realistisch rüber und werden dementsprechend nicht langweilig. Der Sound der Fahrzeuge, das reißende Metall, die quietschenden Reifen: Das alles kommt gut rüber. Aber vor allem der Soundtrack hat es mit richtig angetan, da muss ich mal ein Lob an die Entwickler aussprechen. Dieser passt super zum Spiel und lässt sich immer wieder anhören. Volle Punktzahl.

Fazit

Ich muss ehrlich sein: Als das Spiel angekündigt wurde, war ich wirklich skeptisch. Mit DiRT Showdown wird der Weg des Arcade-Fun Racers gewählt, der in DiRT 3 auch schon überhandgenommen hat. Vielleicht spezialisiert man sich in Zukunft auf eine solche Reihe und lässt die „normale“ DiRT-Reihe wieder zu der guten alten Rallye-Simulation werden, wovon Fans beider Gebiete profitieren würden. Es gibt viele neue Disziplinen und viel Abwechslung, was man von einem Ableger eigentlich nicht erwartet hätte. Trotzdem werden auch einige Dinge aus DiRT 3 übernommen, was nicht unbedingt schlecht ist, an der ein oder anderen Stelle aber einfach zu viel ist. Da es in diesem Genre aber bisher kaum Spiele für die PS3 gab, war es ein richtiger Schritt, die DiRT-Reihe in zwei Teile aufzuteilen. Die Grafik ist ordentlich, die Atmosphäre beim Fahren kommt rüber und der Soundtrack ist genial. Es gibt genügend Fahrzeuge, bei denen das Fahrverhalten allesamt gut ist. Online ist viel los und man findet immer eine Gruppe, lediglich der Splitscreen-Modus fällt mit nur zwei möglichen Spielern zu gering aus. Zudem ist die Showdown-Tour zwar schön gestaltet, mit acht Stunden Spielzeit aber deutlich zu kurz, zumal es keinen lokalen Einzelspieler-Modus gibt. Das Joyride ist von DiRT 3 komplett übernommen, bietet aber mit mehr Übersicht eine gelungene Abwechslung. Die meisten neuen Disziplinen sind gut durchdacht und bringen Spaß, es gibt aber bei einigen noch Verbesserungspotential, was für kommende Teile ja interessant sein könnte. Mir persönlich als Rennfahrer tut es sehr weh, die ganzen schönen Fahrzeuge so zu Schrott gehen zu lassen. Erstaunlicherweise macht das rücksichtslose Fahren als Gegenstück zum schönen Fahren eine schöne Abwechslung und auch erstaunlich viel Freude. Ich muss aber auch gestehen, dass der Frustfaktor sehr hoch sein kann, wenn etwas nicht klappt. Ich hätte nie gedacht, dass auch das taktische Fahren so wichtig sein kann: Ich weiß, wenn ich vor Person1 ins Ziel komme, gewinne ich das Event. Also fahre ich nicht auf Sieg, sondern versuche Person1 zu drehen und beschädigen. So etwas macht das Spiel besonders. Es ist aber noch lange nicht perfekt, man kann überall noch dran pfeilen. Als Einstieg in dieses Genre ist es aber durchaus gelungen und bietet mit vielen neuen Disziplinen einen würdigen Ableger. Zusammenfassend betrachtet hat es das Spiel verdient, den Namen DiRT zu tragen und wird dies hoffentlich in Zukunft auch weiter noch tun. Es bleibt nur zu hoffen, dass die ganzen Crasher aus den anderen Spielen zu DiRT Showdown wechseln, damit man dort wieder seine Ruhe hat. Wer auf DiRT 4 wartet und Rallyes fahren möchte, sollte sich den Kauf zweimal überlegen. Denn damit hat das Ganze nicht viel zu tun. Die Hoffnung, dass DiRT 4 wieder eine richtig gute Rallyesimulation wird, wurde mit dem Spiel aber nur bestätigt.

[gameinfo title=”Game Info” game_name=”DiRT Showdown”  publishers=”Namco” platforms=”Xbox 360, PS3″ genres=”Rennspiel” release_date=”24.05.2012″]



DiRT Showdown
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