News & Rumors: 30. June 2012,

Carbon GT Racing Wheel

Randnotizen: Kooperation Apple und Secure Works und mehr

Da wir momentan unsere Hardwaresparte etwas ausbauen, haben wir nun auch unser erstes Lenkrad im Test. Ein großer Dank geht daher an Speedlink, die uns dieses zum Testen zur Verfügung gestellt haben. Für mich persönlich ist es daher auch etwas Neues und ich wurde auch wirklich nervös, als es dann endlich bei mir ankam. Anzumerken ist natürlich aber noch, dass man bei einem Einkaufspreis von ca. 40€ nicht die größten Erwartungen haben darf und es nicht auf eine Ebene mit High-End Lenkrädern setzt. Trotzdem kann dies meine Vorfreude nicht bremsen und ob das Lenkrad eine gute Alternative ist oder man doch eher zu teureren Lenkrädern greifen sollte, erfahrt ihr in unserem Test.

Erster Eindruck

Karton aufgeschnitten, Lenkrad herausgeholt und betrachtet. Das sieht doch im ersten Moment gar nicht so schlecht aus. Die Form des Lenkrades ist wohl ein Mittelding aus einem Auto-Lenkrad und des eines Formel 1 Lenkrades. Das Material des Lenkradgriffes fühlt sich gut an, kleine Wölbungen dienen dem besseren Halt. Optisch ist dies auf jeden Fall ansehnlich. Nun ein paar Mal hin und herdrehen, aber Moment mal! Bin ich großzügig, so sage ich, dass man es in jede Richtung 200° drehen kann, danach ist aber auch Schluss. Man hat also nur eine halbe Umdrehung in jede Richtung, was natürlich später auch einen Einfluss aus Rennen fahren haben wird. Bei guten Lenkrädern hat man insgesamt ca. 720° Spielraum, was ein völlig anderes Fahrerlebnis vermittelt. Aber gut. Die Befestigung geht schnell mit Saugknöpfen und macht auch nach mehrfachem Anwenden einen guten Job. Verrutschen tut das Lenkrad nämlich nicht, allerdings ist es etwas schwer wieder vom Tisch herabzuziehen. Dies ist aber eigentlich auch eher positiv gemeint, da es die Saugkraft der Knöpfe unterstreicht. Zur zusätzlichen Befestigung kann man mit einer Art großen Schraube das Lenkrad fest drehen. Dies wirkt aber ziemlich lose und ist schwer zu befestigen und hat sogar eine etwas größere Schramme in meinen Tisch gemacht. Man sollte sich also eher auf die Saugknöpfe konzentrieren und dies völlig außer Acht lassen. Die normalen Tasten, die man vom Controller kennt, sind natürlich auch alle vorhanden, sowie auch die vier Schultertasten. Diese sind aber direkt übereinander und ziemlich klein. Dazu fehlt dann auch ein Schaltknüppel, den man zwar nicht unbedingt braucht, aber bei manchen Spielen schon ganz lustig sein kann. Genug über das Lenkrad geredet, wo sind eigentlich die Pedale? Als der Karton eigentlich schon leer ist, entdecke ich in der Ecke noch etwas Kleines. Aber wirklich kleines. Natürlich sind es die Pedale und dies enttäuscht mich nun wirklich. Es sieht billig aus, die Pedale selbst bestehen aus Plastik und sie geben auch wenig Widerstand. Wie sie im Spiel funktionieren, erfahrt ihr später, allerdings sehen sie nicht aus, als würden sie lange halten.

Da wackelt doch was?

Die Tasten sind zwar alle vorhanden, doch leider nicht wirklich schön. So hängt schon bei einmaligem Drücken die PS-Taste ein wenig, gleiches mit der Select und Start Taste. Zu Beginn stellt man dies noch nicht bei den anderen Tasten fest, doch dazu später mehr. Auf jeden Fall haben sie zu viel Spielraum, so dass sie öfters leicht in den Ecken hängen bleiben und man sie nochmals betätigen muss. Ebenfalls die Schultertasten dürften einigen missfallen. Man hat hier kaum Wiederstand und wenn man die eine Taste im Eifer des Gefechts betätigen möchte, so wird die Andere manchmal mit gedrückt. Da es ja auch keinen Schaltknüppel gibt, ist dies besonders bitter, da das Schalten nun wirklich sehr schwer ist. Ohne auf die anderen Funktionen des Lenkrades einzugehen, möchte ich nun etwas Vorspulen. Nach ca. zweistündiger Fahrt im Spiel Formel 1 2011, auf dem man mit Kreis KERS, zusätzlichen Boost, benutzt, ist es passiert: Die Taste bleibt hängen und kommt nicht mehr heraus. Wenn dies nicht schon schlimm genug gewesen wäre, so tut sich nun gar nichts mehr. Anscheinend hat sich dadurch die komplette Elektronik aufgehangen, was nach so kurzer Zeit einfach nicht passieren darf. Nach einer einstündigen Montur und viel Körpereinsatz, habe ich die Taste wieder herausbekommen, welche nun aber sehr verkratzt und einfach unschön aussieht. Immerhin funktioniert das Lenkrad auch wieder, um mal etwas Positives zu vermelden.

Ab auf die Piste!

Doch genug der technischen Mängel, worauf es nun doch wirklich ankommt, ist das Fahrgefühl. Ich liebe die Herausforderung, also starte ich direkt ein Online-Rennen, um das Lenkrad auch möglichst mit einem Erfolg einzuweihen. Die Ampeln schalten um: Rot, Rot, Rot, Rot, Rot… Grün! Los, los, los! Was zum Teufel? Ich stehe. Und das nicht zu kurz. Nach ca. 1 Minute und Ausprobieren aller Tasten, bemerke ich, dass ich mit X und Viereck Gas geben und bremsen kann. Dies muss man in den Einstellungen vor jedem Spiel (zumindest bei Allen, die wir getestet haben) umstellen, was sich als nervig herausstellen kann. Immerhin funktionieren jetzt die Pedale, auf Gas gibt man Gas, auf der Bremse bremst man. Hier kann man wirklich nicht von schlecht reden, es tut seinen Job und macht dabei keine Probleme, auch wenn sie nicht qualitativ hochwertig sind. So sollte man vorsichtig mit ihnen umgehen und auch nicht auf eine allzu lange Lebensdauer einstellen. Die Umgewöhnung von einem High-End Lenkrad auf dieses fällt zu Beginn wahrlich schwer aus, vor Allem auch wegen der geringen Einschlagwinkel des Lenkrades. Nach einem gemütlichen 60 Runden Rennens auf dem Nürburgring hat man die Eingewöhnungsphase aber überstanden und man kommt gut mit dem Lenkrad klar. Es reagiert aber sehr „langsam“ auf die gewünschten Bewegungen, so dass man das Lenkrad ziemlich weit reißen muss, um in Kurven zu gehen. Daher verpasst man auch die ein oder andere Kurve, da man das Lenkrad nicht weiter drehen kann. Das Force Feedback ist aber ein großer Witz. Man kann nicht einmal erweiterte Force Feedback Funktionen im Spiel vornehmen, um dieses zu verstärken. Es ist aber vorhanden, doch so leicht, dass das Lenkrad kaum ruckelt und man einfach keinen richtigen Druck verspürt, das Lenkrad sich also viel zu leicht drehen lässt. Dies ist vor Allem bei Rallye-Spielen ein Problem, da es in diesem Genre ein Hauptfaktor ist. Für Anfänger ist dies aber alles zu verkraften, da, wenn man nicht vorher mit besseren Lenkrädern gefahren ist, man sich nicht so stark umgewöhnen muss.

Fazit

Rückblickend betrachtet ist das Lenkrad nichts für Rennsportfans. Die Pedale wirken billig, die Verarbeitung der Tasten ist nicht sonderlich gut gelungen und aufgrund der Tatsache, dass das Lenkrad nach 2 Stunden fahren schon ein großes technisches Problem hatte, wohl auch nicht für längere Zeit. Wer wirklich oft und über mehrere Jahre fahren möchte, der sollte etwas tiefer in die Tasche greifen und sich das Lenkrad dann auch über 100€ kosten lassen. Denn ohne Force Feedback und mit dem geringen Einschlagswinkel von ca. 200° in jede Seite bleibt der ganz große Spaß aus. Alle, die nur mal in das Vergnügen eines Lenkrades kommen wollen und auch nur ein bißchen rumfahren möchte, können hier zuschlagen. Bei einem Preis von ca. 40€ kann man bei einem Lenkrad nicht viel falsch machen, auch wenn man hinnehmen muss, dass es nicht sonderlich lange hält. Es funktioniert bei allen neueren Spielen, bei Spielen die schon älter als 3-4 Jahre ist, sollte man hingegen nachgucken, ob es auch funktioniert. Generell sollte es aber keine Probleme bereiten, was auch nicht immer der Fall ist. Ob Arcade, Rallye, Simulation oder Fun Racer, bei allen kann man mit dem Lenkrad Spaß haben, doch bei allen ist man auch eingeschränkt mit seinen Möglichkeiten. Im Vergleich zu einem normalen Controller allerdings macht es mit einem Lenkrad deutlich mehr Spaß, so dass man bei der Entscheidung einen neuen Controller oder das Lenkrad zu kaufen nicht zögern sollte. Ebenfalls Anfänger sollten es vielleicht mit einem etwas billigeren Lenkrad versuchen, um zu gucken, ob es ihnen generell auch Freude bereit. Insgesamt betrachtet bleibe ich aber bei meinem alten Lenkrad und würde es jedem, der auch nur ein wenig Motorenöl in der Blutbahn hat, empfehlen dies auch zu tun.

Hersteller: Speedlink

Kaufen: Amazon

Preis: 41,08€ (UVP 49,99€)

Kompatibel mit: Playstation 3, Playstation 2, PC

(c) Fabian Biehl



Carbon GT Racing Wheel
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